Fukushima aktuell: Testbetrieb der Müllverbrennung angelaufen

Fukushima aktuell: Testbetrieb der Müllverbrennung angelaufen

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Artikelbild - AKW Fukushima: Gebäude der Müllverbrennungsanlage (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Gebäude einer bereits vorhandenen Müllverbrennungsanlage (Foto: TEPCO)

Ein verspäteter Test der Müllverbrennungsanlage und die geplante Lockerung der Schutzkleidungspflicht sind für den Betreiber des AKW Fukushima heute sicher die wichtigsten Punkte.

Überraschend dagegen weitere Fukushima News, die das Kernkraftwerk ausnahmsweise als positives Beispiel heranziehen. Details dieser Meldungen gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 25. Februar 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Testbetrieb von Müllverbrennung nach Reparatur gestartet
  • Schutzkleidungspflicht am AKW bald gelockert
  • Testbetrieb von Müllverbrennung nach Reparatur gestartet
  • IAEA drängt auf erdbebensichere AKW-Notfallzentren

Testbetrieb von Müllverbrennung nach Reparatur gestartet: Am heutige Donnerstag ging eine Müllverbrennungsanlage auf dem Gelände des AKW Fukushima Daiichi in den ersten Testlauf.

Beim heutigen Vorgang sollen zunächst etwa vier Tonnen an radioaktiv belasteten Abfällen dort entsorgt werden. Für Sonntag ist ein Testlauf an einer weiteren Einheit geplant.

Der ursprünglich für den zehnten Februar vorgesehene Start musste aufgrund eines Wasserlecks an einer der Müllverbrennungseinheiten verschoben werden.

Vom dauerhaften Betrieb der Anlagen erhofft sich der Kraftwerksbetreiber TEPCO eine drastische Reduzierung des Volumens der Abfälle. Dies scheint angesichts der wachsenden Müllberge mit kontaminiertem Arbeitsmaterial auch dringend erforderlich.

Mit Stand vom Ende 2015 sind derzeit etwa 66.000 Kubikmeter Abfall dort gelagert. Die Verbrennung soll das Volumen zwar bis um 90 Prozent verringern, schafft jedoch auch neue Probleme.

So ist die konzentrierte Verbrennungsasche höher belastet, als der Abfall zuvor. Daher will TEPCO einen Partikelfilter nutzen, um die Freisetzung von radioaktivem Material zu verhindern. Die Verbrennungsrückstände sollen dann in Metallfässern eingelagert werden. Über die Maßnahme berichtet die NHK.

Schutzkleidungspflicht am AKW Fukushima bald gelockert:  TEPCO will die Bestimmungen für Schutzkleidung am AKW Fukushima Daiichi zu Beginn des kommenden Monats lockern und auf diese Weise die Arbeitsbedingungen erleichtern.

Bereits im Dezember hatten Strahlungskontrollen in Bodennähe gezeigt, dass auf annähernd 90 Prozent der Anlage die Belastung nur bis zu fünf Mikrosievert pro Stunde beträgt und die bislang verpflichtende Schutzkleidung dort überflüssig ist.

Lediglich in Bereichen mit hoher Radioaktivität, etwa in unmittelbarer Nähe zu den Reaktoren, oder in der Nähe von Wassertanks, wären dann die bisherigen Bestimmungen für Schutzkleidung und das Tragen eines doppelten Paares Handschuhe, erforderlich.

Auf dem Großteil des Kraftwerksgeländes könnten die Angestellten dann in normaler Arbeitskleidung tätig sein. Tatsächlich wird dadurch sogar Verbesserung der Sicherheit und eine Reduzierung von Fehlern durch menschliches Versagen erwartet.

Durch die größere Bewegungsfreiheit und den Wegfall der Handschuhe wäre es den Arbeitern möglich, manuelle Arbeiten mit größerer Präzision durchzuführen. Dies könnte beispielsweise das Risiko nachlässig geschlossener Ventile verringern.

Um die Arbeiter jedoch nicht ungeschützt in Risikobereiche gelangen zu lassen, oder Selbstgefährdung durch Sorglosigkeit zu fördern, sollen die gefährlichen Bereiche stärker gesichert und die Beschäftigten entsprechend geschult werden. Darüber berichtete die NHK.

IAEA drängt auf erdbebensichere AKW-Notfallzentren: Die Internationale Atomenergieorganisation IAEA fordert von Japan die Einrichtung erdbebensicherer Notfallzentralen an allen Kernkraftwerken des Landes.

Juan Carlos Lentijo von der Sicherheitsabteilung der IAEA erklärte gestern, die Schaffung derartiger Einrichtungen sei einer der großen Lektionen, die man aus der Fukushima-Katastrophe ziehen müsse.

Im Zuge der Krise vom März 2011 hatte sich das erdbebensichere Kontrollzentrum als entscheidender Faktor erwiesen. TEPCO führte das Gebäude ein, nachdem 2007 ein schweres Erdbeben in Niigata ein dortiges Verwaltungsgebäude unbrauchbar gemacht hatte.

Das erdbebensichere Hauptgebäude verfügt über eigene Möglichkeiten zur Stromversorgung und Kommunikation. Das Gebäude ist durch Bleiplatten gegen radioaktive Strahlung besser geschützt.

Insbesondere angesichts von Neustartplänen anderer Kraftwerke, sei die Übernahme einer solchen zentralen Einheit außerhalb der Reaktorgebäude ein Sicherheitsfaktor der berücksichtigt werden müsse.

Trotz des Reaktorneustarts am AKW Sendai (Präf. Kagoshima) im vergangenen Jahr, hatte die Betreiberfirma Kyushu Electric den dortigen Bau einer derartigen Zentrale verworfen und war dafür von Japans Atomaufsicht NRA gerügt worden.

Für das AKW Takahama (Präf. Fukui) dessen Neustart ursprünglich für den März 2018 vorgesehen war, liegen bislang keine Pläne für den Betrieb eines solchen Zentrums vor. Über die Forderung der IAEA berichteten Kyodo und Präfekturmedien.

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