Fukushima aktuell: Testprojekt mit kontaminiertem Erdreich

Fukushima aktuell: Testprojekt mit kontaminiertem Erdreich

Versuche sollen Unbedenklichkeit der umstrittenen Recycling-Maßnahme gewährleisten

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Artikelbild - Schwarze Säcke (Foto: Prof. Haruhiko Okumura)
Radioaktive Abfälle: Umweltministerium führt Tests für künftige Bauprojekte durch (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura,cc-by)

Der umstrittene Plan, radioaktiv belastetes Erdreich in Bauprojekten zu verwenden, nahm in der Präfektur Fukushima heute konkretere Formen an.

Einzelheiten dieser Fukushima News, etwa über das weitere Vorgehen bei den aktuellen Tests, gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 25. April 2017.

Tests zum Recycling von kontaminiertem Erdreich in Bauprojekten

Das Umweltministerium begann gestern mit Vorbereitungen für Experimente zur Wiederverwendung von radioaktiv kontaminiertem Erdreich in Bauprojekten. Je nach Ergebnis könnte das Material künftig im Wiederaufbau von Infrastruktur verschwinden.

Als Testgelände dient ein Teil einer der behelfsmäßígen Abladestellen im Ortsteil Odaka von Minamisoma. Dort werden die Plastiksäcke mit dem kontaminierten Material gelagert.

Im Rahmen der ersten Phase des Experiments wird zunächst die radioaktive Belastung von etwa 1.000 Säcken noch einmal getestet, bevor Erdreich mit Werten von bis zu 3.000 Becquerel pro Kilogramm bei Modellversuchen eingesetzt wird.

Dabei sollen die Fundamente von Modellen, wie etwa Straßen und Dämmen, mit dem kontaminierten Erdreich aufgefüllt werden.

Wie bei den geplanten Realprojekten wird auch in diesem Fall die kontaminierte Erde mit einer Schicht aus unbelastetem Erdreich abgedeckt.

Langfristig sollen dadurch Erkenntnisse über Sicherheitsfaktoren gewonnen werden. Dazu gehört etwa, wie eine ungewollte Ausbreitung des kontaminierten Baumaterials verhindert und die Strahlungsbelastung der fertigen Strukturen nachvollzogen werden kann.

Für Mai ist die Abdeckung des kontaminierten Erdreichs mit der unbelasteten Schicht vorgesehen und die Auffüllungsarbeiten mit dem Material sollen bis Juli abgeschlossen werden. Über die Versuche berichteten Asahi Shimbun und Präfekturmedien.

Hintergrund

Mit Stand von Ende Januar lagern etwa 16 Millionen Kubikmeter an radioaktiv belastetem Erdreich auf behelfsmäßigen Lagern und Abladestellen in der Präfektur.

Der Beschluss zur Wiederverwendung von kontaminiertem Erdreich in Bauprojekten wurde im Juni vergangenen Jahres getroffen und war von heftigen Protesten begleitet.

Insbesondere als die finanzielle Motivation des Recyclings eingeräumt wurde, sorgte dies für Schlagzeilen in den japanischen Medien.

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