Fukushima aktuell: Testreis über Grenzwert belastet

Fukushima aktuell: Testreis über Grenzwert belastet

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Artikelbild - Reispflanze (Foto: gengenHDR, cc-by)
(Symbolfoto: gengenHDR, cc-by)

Mit dem Nachweis von radioaktiver Kontamination von Reis, gibt es aus der Präfektur Fukushima heute mehr zu berichten, als von den gleichnamigen Kernkraftwerken. Somit bleiben die Fukushima News interessant und finden sich im Spreadnews Japan-Ticker vom 9. Juli 2015.

  • Testreis über Grenzwert belastet
  • NRA führt Reaktorkontrollen fort
  • Behörde fordert Kontrolle von Siedewasserreaktoren
  • Verklappung am Mittwoch erfolgreich

Testreis über Grenzwert belastet: Bei der Analyse von Reis aus einer Versuchspflanzung in Fukushima, wurde eine Überschreitung des Lebensmittelgrenzwerts festgestellt.

Die Untersuchung ergab eine Cäsiumbelastung von 220 Becquerel pro Kilogramm, was den zulässigen Grenzwert von 100 Becquerel deutlich übersteigt.

Das Feld war seit der AKW-Katastrophe praktisch nicht gepflügt worden und auch Maßnahmen zur Dekontamination wurden nicht durchgeführt. Dies ermöglicht einen Vergleich mit dekontaminierten Pflanzungen.

Der Reis wurde von der Stadt vorschriftsmäßig eingezogen und wird verbrannt. Das Material war nicht für den Handel vorgesehen. Über die Bekanntgabe berichteten Präfekturmedien.

Im Gegensatz hierzu erweist sich die Dekontamination landwirtschaftlicher Nutzflächen offenbar als erfolgreich, hatte doch die Verwaltung im Januar bekannt gegeben, im Jahr 2014 habe es seit der Katastrophe erstmals keine Grenzwertüberschreitung bei Fukushima-Reis gegeben.

NRA führt Reaktorkontrollen fort: Angesichts der Neustartaussichten für japanische Reaktoren im kommenden Monat, äußerte sich die Atomaufsichtsbehörde NRA.

Auf einer gestrigen Pressekonferenz anlässlich des zweiten Jahrestags der Einführung verschärfter Sicherheitsbestimmungen, sprach der Vorsitzende der Behörde, Shunichi Tanaka.

Tanaka berichtete, derzeit prüfe die NRA insgesamt 25 Reaktoren an 15 Kernkraftwerken im gesamten Land.

Im Bezug auf die Ungeduld die einige Personen bei den Neustartplänen zeigen würden, erklärte er, dass Eile immer auf Kosten der Sicherheit gehe und einen Rückfall in alte Muster darstellen würde.

Daher werde die Aufsichtsbehörde weiterhin sorgfältig vorgehen, auch wenn dies mehr Zeit in Anspruch nehme. Gleichzeitig arbeite man aber daran, die Effizienz zu erhöhen.

Tanaka griff auch die Kritik einiger Experten auf, die den Standpunkt vertreten, die Laufzeitbeschränkung der Reaktoren auf 40 Jahre entbehre jeder wissenschaftlichen Grundlage.

Der NRA-Vorsitzende erklärte zwar, er verfüge nicht über ausreichend Wissen, ob diese Dauer wissenschaftlich zu rechtfertigen und eine Änderung sinnvoll sei.

Gleichzeitig verwies er aber auch auf die Vereinigten Staaten und Frankreich, die eine Verlängerung der Betriebsdauer von 40 Jahren von sehr strengen Sicherheitsprüfungen abhängig machen.

Über die Pressekonferenz berichtete die NHK.

Behörde fordert Kontrolle von Siedewasserreaktoren: Am heutigen Donnerstag wies die Atomkommisssion insgesamt vier Unternehmen an, Siedewasserreaktoren vom Fukushima-Typ auf Einhaltung von Sicherheitsstandards zu prüfen.

Die Prüfung betrifft Reaktoren an den Kernkraftwerken

  • Onagawa (Betreiber: Tohoku-Electric), Präf. Miyagi
  • Kashiwazaki-Kariwa (Betreiber; TEPCO) Präf. Niigata
  • Hamaoka (Betreiber: Chubu Electric), Präf. Shizuoka
  • Shimane (Betreiber: Chugoku Electric), Präf. Shimane

Die vier Betreiberunternehmen sollen bis Anfang Oktober die notwendigen Unterlagen einreichen. Parallel sollen sowohl gemeinsame, als auch Einzelprüfungen durch Aufsichtsbehörde und Betreiber erfolgen. Hierüber berichteten Präfekturmedien.

TEPCO hat bereits heute eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme für das AKW Kashiwazaki-Kariwa angekündigt und will dort im Laufe des Monats Wasserwerfer mit hoher Kapazität aufstellen.

Die Vorkehrung soll bei einem schweren Zwischenfall die Verbreitung von radioaktivem Material durch die Luft verringern. Das berichtete die jiji.

Verklappung am Mittwoch erfolgreich: Die gestern durchgeführte Umleitung von Bergwasser aus einem Lagertank in den Pazifik, verlief nach Angaben von TEPCO problemlos.

Bei der Maßnahme, die eine Kontrolle des Grundwasserpegels auf dem Kraftwerksgelände erleichtern soll, wurden 1.233 Tonnen eingeleitet.

2 KOMMENTARE

  1. Von all den Medien in Deutschland ist ihre Berichterstattung, bei weitem, die beste!

    Neutralitaet und Aktualitaet ist gegeben, vielen Dank dafuer und Chapeau!

    viele gruesse aus Tokyo, 0.075 mcSv/h on the Ground

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