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Fukushima aktuell: Thermometer an Druckbehälter von Reaktor 2 ausgefallen

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Artikelbild - AKW Fukushima: Simulation der Anlage (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Betreiber reagiert auf mögliche Tsunami-Gefahr (Foto: TEPCO)

Ein Thermometerausfall beschäftigt den Betreiber des AKW Fukushima heute besonders, weitere Themen wie der Austausch potentiell riskanter Lagertanks sind jedoch ebenfalls von Interesse. Weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 19. Februar 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Thermometer an Druckbehälter von Reaktor 2 ausgefallen
  • Wissenschaftler untersuchen DNA von Fukushima-Rindern
  • TEPCO kündigt Austausch aller Lagertanks an
  • Alarm von Leckdetektor an Turbinengebäude
  • Fukushima-Fischer bewerben Sicherheit

Thermometer an Druckbehälter von Reaktor 2 ausgefallen: Wie der Kraftwerksbetreiber TEPCO heute mitteilte, ist nur noch eines der beiden Thermometer, die sich im unteren Bereich des Druckbehälters von Reaktor 2 befinden, tatsächlich betriebsfähig. Das zweite Thermometer liefere aufgrund eines Schadens keine Daten mehr.

Bei der Ursache des Thermometerausfalls handelt es sich um menschliches Versagen. Ein Angestellter habe bei Kontrollen, die am Dienstagabend durchgeführt worden waren, versehentlich einen Kurzschluss ausgelöst. Dies habe zum Ausfall des Geräts geführt.

Es bestehe allerdings kein Grund zur Besorgnis bei der Erfassung von Temperaturdaten der Umgebung. Das verbliebene Thermometer funktioniere einwandfrei und weise keine Mängel auf. Wann das Unternehmen in der Lage sein wird, das defekte Thermometer zu ersetzen und die Messungen mit beiden Geräten fortzuführen, ist bislang noch unklar.

Um eine Wiederholung eines derartigen Zwischenfalls zu verhindern, werde man die gegenwärtigen Richtlinien für die Durchführung von Kontrollen überarbeiten, teilte das Elektrizitätsunternehmen mit. Neben dem Kraftwerksbetreiber selbst berichtete auch die Kyodo.

Die Messung von Daten wie Temperatur, Strahlung und Luftfeuchtigkeit lassen Rückschlüsse auf den Zustand des kontrollierten Objekts zu.

TEPCO hatte bereits in der Vergangenheit Thermometerarbeiten an der Anlage durchgeführt – mit unterschiedlichem Erfolg (Spreadnews berichtete etwa am 5. März 2013 und 4. Oktober 2012)

Wissenschaftler untersuchen DNA von Fukushima-Rindern: Am heutigen Mittwoch teilte eine Gruppe von Wissenschaftlern der Universität Kitasato und der University of South Carolina auf einem Symposium in Tokyo mit, im Rahmen eines Projektes mit DNA-Untersuchungen an Rindern aus dem Sperrgebiet des AKW Fukushima Daiichi begonnen zu haben.

Insgesamt werden zunächst Proben von 40 Rindern aus drei Betrieben, die sich innerhalb eines 20-Kilometer-Radius um das Kernkraftwerk befinden untersucht. Über das Forschungsprojekt berichtete die Kyodo.

TEPCO kündigt Austausch aller Lagertanks an: Kraftwerksbetreiber TEPCO erklärte am gestrigen Dienstag, dass man insgesamt 750 der bislang genutzten Lagertanks für radioaktiv kontaminiertes Wasser, durch sichere Alternativen ersetzen will.

AKW Fukushima: Verschleiß im Lagertank 5 im Bereich H4 am 19. September 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Verschleiß im Lagertank 5 im Bereich H4 am 19. September 2013 (Foto: TEPCO)

Die Sicherheit der durch Bolzen und Kunstharzversiegelung wasserdicht gehaltenen Stahlbehälter, hatte sich im August 2013 als mangelhaft herausgestellt.

Damals gelangten im ersten Großleck auf der Anlage etwa 300 Tonnen an radioaktiv kontaminiertem Wasser heraus (Spreadnews berichtete am 19. August 2013).

Als Ursache hatte sich Korrosion an ungeschützten Stellen herausgestellt, die durch Verzicht auf die volle Zahl an Bolzen und die Anbringung von Versiegelungslack während Regenfällen, begünstigt worden war.

Mit dem Bau der neuen Behälter und dem Transfer des radioaktiv belasteten Wassers, soll im März 2014 begonnen werden und die Arbeiten bis März kommenden Jahres abgeschlossen sein. Doch TEPCO sieht sich dabei mit schwierigeren Hürden konfrontiert, als es zunächst scheinen mag. Tatsächlich hat der Betreiber auch andere Prioritäten.

Fukushima-Wassertank: Stark gerostetes Bolzenloch der Bodenplatte (Foto: TEPCO)
Fukushima-Wassertank: Stark gerostetes Bolzenloch am Lecktank (Foto: TEPCO)

Zuvor sei es erforderlich, die weitere Ansammlung von kontaminiertem Grundwasser zu verhindern. Zu diesem Zweck soll das Grundwasser heraufgepumpt werden, bevor es in den Untergeschossen von Reaktorgebäuden radioaktiv kontaminiert werden kann. Das hierdurch anfallende Wasser soll anschließend ins Meer gepumpt werden.

Die für die Verklappung erforderliche Zustimmung der Fischereikooperativen ist jedoch weiterhin fraglich. Über die Ankündigung des Unternehmens berichtete die NHK.

Zusätzlich problematisch könnte das auf einer Pressekonferenz gemachte Eingeständnis des Betreibers sein, auch beim Großleck habe man bei der Analyse Fehler gemacht.

TEPCO hatte zuvor bei anderen Messwerten derartige Fehler eingestanden (Spreadnews berichtete am 10. Februar 2014). Die veröffentlichten Daten könnten daher auch im Fall des Großlecks deutlich höher liegen als zunächst angegeben.

Alarm von Leckdetektor an Turbinengebäude: Am heutigen Mittwoch löste der Leckdetektor im Untergeschoss des Turbinengebäudes von Reaktor 5 gegen 14:55 Uhr einen Alarm aus. An der Stelle führt ein Rohr in das Gebäude und der Detektor ist mit einem Auffangbehälter ausgestattet. Der vom Detektor gemeldete Wasserfluss hatte bei der Kontrolle bereits gestoppt.

Da das Wasser offenbar nicht aus dem Gebäude stammte, geht TEPCO davon aus, dass es sich um Grundwasser, oder Regenwasser handelt. Nachdem das Wasser in den Auffangbehälter geleitet worden war, wurde der Alarm um 15:06 Uhr wieder aufgehoben.

Im Turbinengebäude von Reaktor 3 war es bereits am Montag zum Alarm eines Leckdetektors gekommen und eine Lache von 30 x 20 Metern entdeckt worden. Auch in diesem Fall war das Unternehmen zu dem Schluss gelangt, es handele sich um Regenwasser. In beiden Fällen gab es keine Auffälligkeiten am Kühlsystem der Reaktoren, erklärte TEPCO.

Fukushima-Fischer bewerben Sicherheit: Die Vereinigung der Fischereikooperativen der Präfektur Fukushima hat eine japanische Webseite ins Internet gestellt, auf der sich Verbraucher über die Sicherheit der Fischereiprodukte nach der Katastrophe am AKW Fukushima Daiichi informieren können.

Tokyo: Traditioneller Fischhändler Foto: KJ
Fischhändler in Tokyo (Foto: Copyright by KJ)

Auf der Webseite erklärt die Vereinigung verschiedene Schritte die getroffen wurden, um die Sicherheit der Fangerzeugnisse zu garantieren. So würden etwa bereits vorab Strahlungskontrollen der potentiellen Fanggründe durchgeführt und Fische untersucht, bevor man Testfänge durchführe.

Weiterhin werden die Kriterien für Fanggründe genannt, wie der Testfang durchgeführt werde und welche Sicherheitsmaßnahmen präfekturweit von den Fischereikooperativen getroffen würden.

Mit der Veröffentlichung dieser Erklärungen, sowie der Bekanntgabe von Testergebnissen, will die Vereinigung möglichen Gerüchten begegnen und Fehlinformation verhindern. Neben den Strahlungsdaten können die Verbraucher dort auch statistische Daten, etwa zu den Fängen und den Verkäufen, einsehen. Über den Start der Webseite berichtete die Yomiuri Shimbun.

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