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Fukushima aktuell: Tipps zur Bergung geschmolzener Brennelemente gesucht

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Artikelbild: Offizielles Foto des AKW Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Das AKW Fukushima Daiichi: (Foto: TEPCO)

Für die Regierung war die Stilllegung des Kernkraftwerks Fukushima heute das wichtigste Thema, doch auch Alternativen zur Verklappung stark tritiumhaltiger Abwässer werden mittlerweile gesucht. Probleme wie schlechtes Personalmanagement und provisorische Anlagen beinhalten aber auch andere Risiken.

Aktuelle Fukushima News im Spreadnews Japan-Ticker vom 25. April 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Ideen zur Bergung geschmolzener Brennelementen gesucht
  • Personalprobleme und Wartung des AKW Fukushima kritisiert
  • Pläne zur Tritiumentsorgung

Ideen zur Bergung geschmolzener Brennelementen gesucht: Die japanische Regierung bittet sowohl japanische, als auch internationale Experten um Ideen zur Bergung geschmolzener Brennelemente aus den betroffenen Fukushim-Reaktoren.

Nach Ansicht von Vertretern des internationalen Forschungsinstitut zur Stilllegung von Kernkraftwerken (IRID), könnte die bislang geplante Lösung – Flutung des Sicherheitsbehälters mit Wasser, um die Strahlungsbelastung der Arbeiter zu reduzieren – möglicherweise nicht durchführbar sein.

Während einer Tagung in Tokyo am heutigen Freitag, begründete die IRID diese Einschätzung mit Untersuchungsergebnissen der Reaktorbehälter, dass eine Lokalisierung und Schließung der dortigen Lecks sehr schwierig werden könnte.

Das Forschungsinstitut wandte sich an die Experten und drängte zur Entwicklung neuer Technologien und Konzepten zu deren Einsatz. Es sei erforderlich, Methoden zur Überwachung der geschmolzenen Brennelemente trotz hoher Strahlung zu finden, bei denen der Schutz von Arbeitern ohne Einsatz der Flutung möglich ist.

Die Regierung erklärte nach Angaben der NHK, ab Juni entsprechende Vorschläge und Entwürfe entgegenzunehmen.

Personalprobleme und Wartung des AKW Fukushima kritisiert:  Naohiro Masuda, Leiter des am 1. April gegründeten Unternehmens zur Dekontamination und Stilllegung, nennt nach einem fast einmonatigen Aufenthalt auf der Anlage jene Probleme, die er für die zahlreichen Pannen verantwortlich macht.

In einer Pressekonferenz am gestrigen Donnerstag erklärte Masuda, die schlechte Wartung von  Ventilen, Leitungen und Lagertanks, die nach dem Ausbruch der Krise im März 2011 hastig zusammengeschraubt und nicht ersetzt wurden, sei einer der Faktoren, die zu den wiederholten Problemen auf dem Kraftwerksgelände führen.

Ebenso wie der Zustand der verschiedenen Anlagen, müssten auch Arbeitsabläufe verbessert werden. Diese würden nicht ausreichend kontrolliert und angepasst. Masuda kündigte an, Pläne zu Wartung und Ausrüstung überarbeiten zu wollen. Das berichtet die NHK.

Diese Mängel sind in der Tat nicht neu und die ALPS-Pannen und Fehlbedienung von Ventilen sind lediglich die neusten Fälle.

Die notdürftigen Reparaturen und Arbeiten mit einfachsten Mitteln, hatten bereits in den vergangenen drei Jahren mehrfach für Aufsehen gesorgt. So waren Rostschutzmittel an Lagertanks bei Regen aufgetragen und Betonfundamente für Behälter ungleichmäßig geglättet worden. Rost und lose Ventile durch Wetterbedingungen traten ebenfalls auf.

Pläne zur Tritiumentsorgung: Die Entsorgung von Wasser mit einem hohen Gehalt an Tritium, bleibt eines der großen Probleme bei der Bewältigung radioaktiver Abwässer am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi. Das Industrieministerium, das Wirtschaftsministerium und die Behörden für Rohstoffe und Energie bemühen sich um eine Lösung des Problems.

Insgesamt wurden bislang offenbar 11 Konzepte ausgearbeitet, die Atomaufsicht NRA zeigt sich jedoch bislang nur bei zwei Möglichkeiten zu Genehmigungen bereit. Neben der Verklappung von Wasser mit ausreichend reduziertem Tritiumgehalt, steht auch die Verdampfung gefilterter Abwässer zur Diskussion.

Eine Expertengruppe befasst sich mit dem Thema und will Ende des Monats den Behörden einen Bericht vorlegen. Das berichten Präfekturmedien.

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