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Fukushima aktuell: Tod eines AKW-Arbeiters

Weiterer Todesfall innerhalb weniger Wochen

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Artikelbild - AKW Fukushima: Strahlungskontrolle an einem Fahrzeug im Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Strahlungskontrolle an einem Fahrzeug im Oktober 2011 (Foto: TEPCO)

Der Todesfall eines Angestellten, der vom Betreiber des AKW Fukushima heute gemeldet wurde, ist bereits der zweite innerhalb von zwei Monaten. Unterdessen wurden aber auch positive Fukushima News, sowie Einzelheiten zum Prozessverlauf gegen Ex-Manager bekannt.

Die Details dieser Meldungen gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 26. Oktober 2017.

Unsere heutigen Themen:

  • Tod eines AKW Arbeiters
  • Mäharbeit mit Robotern in Iitate getestet
  • Zweiter Prozess gegen Ex-TEPCO-Führung für 2018 angekündigt
Tod eines AKW Arbeiters

Am heutigen Donnerstag zeigte ein Angestellter eines Partnerunternehmens der im Bereich der Fahrzeugwartung tätig war, in der Pause plötzlich Zeichen einer schlechten körperlichen Verfassung.

Die Person wurde im Notfallraum von einem Arzt untersucht und gegen 13:20 Uhr die Rettung alarmiert. Auf anraten des Arztes wurde statt des Krankenwagens der Transport mit einem Rettungshelikopter veranlasst und der Patient gegen 13:56 Uhr ausgeflogen.

Aus dem Krankenhaus wurde um 14:36 der Tod des Notfallpatienten gemeldet. Über den Todesfall berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Es handelt sich um den zweiten Todesfall innerhalb von zwei Monaten. Der zuvor letzte Tod eines Kraftwerksbeschäftigten war Anfang des vergangenen Monats gemeldet worden.

Mäharbeit mit Robotern in Iitate getestet

Nach der Evakuierung eroberte sich die Natur die verlassenen Gemeinden zurück und auch landwirtschaftliche Nutzflächen, wie etwa Reisfelder, wurden vom einsetzenden Wildwuchs schließlich überwuchert.

Um den Wiederaufbau der Landwirtschaft zu fördern, setzt man in der Präfektur auf moderne Technologie, so dass am gestrigen Mittwoch ein ferngesteuerter Mähdrescher in der Gemeinde Iitate demonstriert wurde.

Der Roboter hat eine Länge von 1,8 Metern, ist einen Meter breit und weist eine Höhe von 50 Zentimetern auf. Ausgestattet ist er mit zwei Mähmaschinen. Er ist sogar bei einem Geländegefälle von bis zu 45 Grad noch einsatzfähig.

Das ferngesteuerte Gerät hat eine Leistung der Bewältigung von 6 Ar Fläche innerhalb einer Stunde, was dem Doppelten der menschlichen Leistungsfähigkeit entspricht.

Bei der Vorführung des Geräts, das von mehreren Forschungszentren für Agrarwissenschaften entwickelt wurde, waren sowohl Vertreter örtlicher Behörden, als auch Landwirte anwesend. Über das Gerät berichteten Präfekturmedien.

Zweiter Prozess gegen Ex-TEPCO-Führung für 2018 angekündigt

Tsunehisa Katsumata (77), einstiger Vorsitzender des Elektrizitätsanbieters TEPCO, wird sich im Januar kommenden Jahres erneut wegen des Vorwurfs der Fahrlässigkeit mit Todesfolge vor Gericht verantworten müssen.

Die Kläger werden dem Ex-Spitzenmanager vor, durch fahrlässiges Verhalten in Form falscher Sicherheitsprognosen am AKW Fukushima Daiichi zum Tod, oder schweren wirtschaftlichen Schäden der Betroffen  beigetragen zu haben.

Bei einer ersten Verhandlung im Juni dieses Jahres hatte Katsumata auf „nicht schuldig“ plädiert und erklärt, es sei schlichtweg nicht möglich gewesen, eine Katastrophe solchen Ausmaßes realistisch vorherzusehen.

Auch seine beiden Mitbeklagten, Ichiro Takekuro (71) und Sakae Muto (67) weisen die gegen sie erhobenen Vorwürfe zurück. Bei der zweiten Verhandlung sollen Zeugenaussagen von 14 Personen, darunter einstige TEPCO-Mitarbeiter gehört werden.

Auch die Befragung der Beklagten soll dann beginnen. Eine dritte Verhandlung ist für Ende Februar kommenden Jahres vorgesehen. Das berichteten Präfekturmedien.