Fukushima aktuell: Tödliches Strahlungsniveau in Reaktor 1

Fukushima aktuell: Tödliches Strahlungsniveau in Reaktor 1

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 1: Aufnahme von Objekten im Sicherheitsbehälter am 10. April 2015 (Foto: TEPCO/IRID)
Fukushima-Reaktor 1: Aufnahme von Objekten im Sicherheitsbehälter am 10. April 2015 (Foto: TEPCO/IRID)

Nach dem Ausfall des IRID-Roboters in Reaktor 1 und dem Entschluss, die Verbindung zu kappen, wurde durch den Betreiber des AKW Fukushima, heute das erfasste Datenmaterial auszugsweise vorgestellt. Die aus Japan aktuell vorliegenden Informationen verdeutlichen die Gefahren und Risiken, die Arbeiten im Inneren mit sich bringen. Einzelheiten der Fukushima-News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. April 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Tödliches Strahlungsniveau in Reaktor 1
  • AKW-Arbeiter wegen Taubheitsgefühl abtransportiert

Tödliches Strahlungsniveau in Reaktor 1: Der Kraftwerksbetreiber TEPCO veröffentlichte nun Daten und erstmals gemachten Aufnahmen aus dem Inneren des Sicherheitsbehälters von Reaktor 1.

Es handelte sich um das erste Mal, dass ein Roboter im Sicherheitsbehälter operierte, doch wenig später meldete TEPCO den Ausfall des Roboters. Zuletzt gab das Unternehmen an, der genutzte Roboter musste aufgegeben werden, nachdem er aus bislang ungeklärter Ursache manövrierunfähig geworden war.

Neben den dreistündigen Videoaufnahmen, auf denen neben Trümmerteilen unbekannter Herkunft, auch aufsteigender Wasserdampf zu sehen ist, der auf Verdunstung durch die Hitze der geschmolzenen Brennelemente zurückgeführt wird, sind die Daten von besonderem Interesse.

Die Radioaktivität im Inneren wurde an sechs Stellen gemessen und ein Höchstwert von 9,7 Sievert pro Stunde nachgewiesen. Dieser Grad an Radioaktivität ist ausreichend, um einen Menschen innerhalb von etwa 40 Minuten zu töten.

TEPCO sieht dann auch die Daten durch den verlorenen Roboter als Zeichen für die Widerstandsfähigkeit der Messgeräte gegen die massive Strahlung. Der Roboter hätte einem Einsatz von zwei bis drei Tagen standhalten können.

Hohe Radioaktivität schädigt die Elektronik dieser Geräte und ist in dem veröffentlichten Videoausschnitt von 2:39 Minuten Länge, an den weißen Störungen der Kamera sichtbar.

Die insgesamt 44 Arbeiter, die über eine Fernsteuerung an der Roboteroperation beteiligt waren, wiesen eine Höchstbelastung von 1,73 Millisievert auf. Acht von ihnen sind Beschäftigte von TEPCO, bei den übrigen handelt es sich um Angestellte von Subunternehmen.

Abgesehen von den Trümmerteilen, deren einstige Funktion und ursprüngliche Lage noch nicht gänzlich geklärt ist, zeigen die Aufnahmen keine baulichen Schäden. Über eine Art gelbliche Ablagerung, die auf dem Bodengitter zu liegen scheint, machte TEPCO bislang keine Angaben.

Über die Roboterdaten und Videoaufnahmen berichteten mehrere japanische Medien, darunter Kyodo, jiji, NHK und Präfekturmedien.

AKW-Arbeiter wegen Taubheitsgefühl abtransportiert: Gestern klagte der Angestellte eines Partnerunternehmens, der in der Materialverwaltung tätig war, über Taubheitsgefühl in den Gliedmaßen.

Eine Untersuchung im Notfallzentrum wurde einer Weiterverlegung ins Kashima-Krankenhaus in Iwaki veranlasst. Nach Angaben von TEPCO wurde kein radioaktives Material am Patienten festgestellt.

 

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