Start Aktuelles Fukushima aktuell: Tötung von Tieren in AKW-Sperrzone soll ausgeweitet werden

Fukushima aktuell: Tötung von Tieren in AKW-Sperrzone soll ausgeweitet werden

3088
0
TEILEN
Artikelbild - Präfektur Fukushima: Straßensperre nach Namie (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Zukunftspläne für schwer kontaminierte Gebiete sehen Rückkehr vor (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Die Bemühungen um eine Rückkehr einstiger Einwohner in die Sperrzone, haben Auswirkungen auf die mittlerweile dort lebenden Tiere. Doch sind im Zusammenhang mit den Folgen der Katastrophe am AKW Fukushima Daiichi heute auch weitere Themen, etwa die Umweltbelastung, von Interesse.

Einzelheiten der Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 6. Mai 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Tötung von Tieren um AKW Fukushima soll ausgeweitet werden
  • 100. Atomkraftgegner-Demonstration in Tokyo
  • Strahlungsbelastung von Fukushima-Wäldern halbiert
  • Diebstahl von Wiederaufbaugeldern verhindert

Tötung von Tieren um AKW Fukushima soll ausgeweitet werden: Nachdem große Teile um das AKW Fukushima nach der Katastrophe im März 2011 zum Sperrgebiet erklärt und evakuiert wurden, nimmt in dem menschenleeren Gebiet sowohl die Zahl an Wildtieren, als auch an verwilden Nutz- und Haustieren zu.

Aufgrund der Tatsache, dass diese Tiere teils nicht unerheblichen Schaden an den unbewohnten Häusern und landwirtschaftlich genutzten Flächen verursachen, hatte die Regierung bereits in die Vergangenheit die Tötung aller Rinder um das AKW Fukushima durchführen lassen.

Da eine Rückkehr für einige der gesperrten Ortschaften nicht auszuschließen ist, will das Umweltministerium nun auf diese Probleme reagieren und plant eine Ausweitung der bislang durchgeführten Keulung von Wildschweinen und deren Kreuzungen mit freien Hausschweinen.

Straßensperre in der Präfektur Fukushima (Foto: Prof. Haruhiko Okumura cc-by)
Sperrgebiet in Fukushima: Tiere werden zum Problem (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura cc-by)

Nachdem bereits zwischen November 2013 und Februar 2014 in vier Ortschaften insgesamt mehr als 200 dieser beiden Tiergruppen gekeult worden waren, erwies sich die Maßnahme nach Angaben des Umweltministeriums als noch nicht ausreichend.

Aus diesem Grund und um eine mögliche Rückkehr einstiger Einwohner zu erleichtern, sollen noch in diesem Monat weitere Keulungen in drei angrenzenden Ortschaften durchgeführt werden. Über die aktuellen Pläne berichtete die NHK.

100. Atomkraftgegner-Demonstration in Tokyo: Am vergangenen Freitag fand im Tokyoter Bezirk Chiyoda, unweit des Büros des Premierministers, die 100. Demonstration gegen Atomkraft statt. Doch das Jubiläum, von dem die Asahi Shimbun am Sonntag berichtete, wird durch sinkende Teilnehmerzahlen überschattet.

Die Organisatoren, die aus 11 Bürgerrechtsgruppen und Einzelpersonen besteht, spricht von 3.000 Teilnehmern. Dies sei das Dreifache der durchschnittlichen Teilnehmerzahl. Die größte bisherige Demonstration der Atomkraftgegner im Juni 2012 hatte mehr als 200.000 Menschen auf die Straße gebracht.

Das schwindende Interesse wird von den Protestlern darauf zurückgeführt, dass die Politik es vermeide, die Atomenergie zu einem Diskussionsthema zu machen und die Bevölkerung ohne Impulse in ihrem Alltag versinke.

Den ersten Freitagsprotest fanden 29. März 2012 statt und entwickelte sich zu einem wöchentlichen Event. Die Organisatoren versuchen nun nicht nur, die passive Bevölkerung mehr zu motivieren, sondern gewinnen der geringen Zahl an Teilnehmern noch etwas positives ab – der gemeinsame Protest schweiße die Gruppe zusammen.

Strahlungsbelastung von Fukushima-Wäldern annähernd halbiert: Auf einem Treffen mit Vertretern der Forstwirtschaft der Präfektur Fukushima, legte die Präfekturverwaltungen nun Zahlen zur Strahlungsbelastung in den Wäldern der Präfektur vor.

Berg Adatara in der Präfektur Fukushima (Foto: pd)
Wälder der Präfektur Fukushima: Verwaltung gibt gesunkene Belastung bekannt (Foto: pd)

Demnach sei die durchschnittliche Strahlung von 0,91 Mikrosievert, die im Jahr 2012 durch Messungen an 362 Stellen ermittelt worden war, mittlerweile auf 0,44 Mikrosievert gesunken. Damit hat sich die Belastung nahezu halbiert. Auch die Menge an radioaktivem Material in den neu gewachsenen Blättern betrage nur ein Fünftel des Werts, der vor Beginn der Katastrophe gemessen worden sei.

Eine Beobachtung der Messwerte in den Wäldern und die Freigabe von aktuellen Erkenntnissen werde es weiterhin geben, erklärte die Präfekturverwaltung.

Die offiziellen Zahlen stellen eine Erleichterung für die Forstplanung der Präfektur dar, nachdem Angestellte aus Angst vor radioaktiver Belastung die Wälder nicht mehr betreten hatten. Die Prognose, in den nächsten 20 Jahren werde der Wert auf 30 Prozent des jetzigen Stands sinken, dürften Verwaltung und Arbeiter ebenfalls beruhigen. Hierüber berichtete die NHK.

Diebstahl von Wiederaufbaugeldern verhindert: Am Sonntag wurde in Minamisanriku (Präf. Miyagi) ein 76 Jahre alter, arbeitsloser Mann verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, Bargeld in Höhe von 21.820 Yen, das zur Finanzierung von Katastrophenschutzmaßnahmen vorgesehen war und sich auf einem Tisch für Blumenopfer befand, an sich genommen zu haben.

Während des Verlaufes der „Goldenen Woche“, hatten mehrere Urlauber die Verwaltungsgebäude für Katastrophenschutz besucht. Der mutmaßliche Täter räumt die Vorwürfe nur teilweise ein. Über den Fall berichtete die Kyodo.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here