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Fukushima aktuell: Tornado-Katastrophenschutzübung am AKW durchgeführt

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Artikelbild - AKW-Katastrophenübung: Eintreffen der Feuerlöscheinheiten am Einsatzort, 13. März 2014 (Foto: TEPCO)
AKW-Katastrophenübung: Eintreffen der Feuerlöscheinheiten am Einsatzort, 13. März 2014 (Foto: TEPCO)

TEPCO ist nach eigenen Angaben bemüht, weitere Zwischenfälle am Kernkraftwerk zu verhindern und präsentiert von der Anlage in Fukushima, heute einige Fotos der gestern durchgeführten Katastrophenschutzübung. Neben dieser Meldung sind aber auch Zwischenlagerpläne, Erdbeben und Lebensmittelbestimmungen von Interesse.

Alle Meldungen nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. März 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Katastrophenschutzübung am AKW Fukushima
  • Zugeständnis bei Zwischenlagerplänen in Fukushima
  • Wasserspuren an Wand eines Turbinengebäudes
  • Erbeben der Stärke 6,2 in Westjapan
  • Bohnen aus Fukushima dürfen verkauft werden
  • Tests für Hospitalschiffeinsatz

Katastrophenschutzübung am AKW Fukushima: Der Kraftwerksbetreiber TEPCO hielt am gestrigen Donnerstag eine Katastrophenschutzübung ab, bei der erstmals auch heftige Winde und Tornados im Mittelpunkt standen.

An der Übung nahmen auch Beschäftigte von Partnerunternehmen teil. Grundlegendes Szenario der Maßnahme war eine Wetterwarnung vor heftigen Winden und Tornados.

Zu den einzelnen Trainingspunkten gehörten der Austritt von Wasser an einem Lagertank aufgrund von Tornadoschäden, eine Brandschutzübung, bei der ein Tornado als Brandursache identifiziert wurde, sowie die Wiederherstellung der Wassereinspeisung in die Reaktoren.

Fukushima-Katastrophenübung: Vorbereitung zum Wassertransfer bei Lagertankleck, 13. März 2014 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Katastrophenübung: Vorbereitung zum Wassertransfer bei Lagertankleck, 13. März 2014 (Foto: TEPCO)

Der Elektrizitätsanbieter begleitet seine Angaben durch eine Reihe von Fotografien, welche die eigentlichen Maßnahmen ebenso zeigen, wie die Evakuierung von Kraftwerksarbeitern auf dem Gelände im Fall eines Tornados.

TEPCO will mit dieser Übung vermutlich nicht nur die Kompetenz seiner Mitarbeiter erhöhen, sondern nach den Mängeln der letzten Monate auch seine Bereitschaft zum Schutz der Anlage demonstrieren.

Zugeständnis bei Zwischenlagerplänen in Fukushima: Wie Umweltminister Nobuteru Ishihara am heutigen Freitag signalisierte, sei die Regierung in Tokyo dazu bereit, Zwischenlager für radioaktiv kontaminierte Abfälle nur in zwei Orten der Präfektur Fukushima zu errichten. Zuvor hatte die Regierung drei derartige Lager geplant.

Im Dezember 2013 waren Futaba, Okuma und Naraha als geplante Standorte ausgewählt worden. Im Februar 2014 forderte Yuhei Sato, Gouverneur der Präfektur Fukushima, die Ortschaft Naraha von der Liste zu streichen. Dort sei eine Rückkehr für Einwohner aufgrund der vergleichsweise niedrigen Radioaktivität wahrscheinlich.

Die Zwischenlager sollen 30 Jahre lang als Deponie für radioaktiv kontaminiertes Material, das unter anderem in Form von Erdreich, Laub und Asche bei der Dekontamination der Region anfällt, dienen.

In Futaba soll das Lager eine Fläche von elf Quadratkilometern erhalten und die Lagerstatt in Okuma insgesamt drei Quadratkilometer umfassen. Ursprünglich hätte die Anlage in Naraha eine Fläche von drei Quadratkilometern umfasst.

Nach Angaben von Umweltminister Ishihara, befinde sich die Regierung in den letzten Phasen der Gespräche mit den Ortsverwaltungen. Eine Vorlage der endgültigen Entscheidung bei der Präfekturleitung Fukushima, wird noch für Ende dieses Monats erwartet. Das berichtet die jiji.

Wasserspuren an Wand eines Turbinengebäudes: Gegen 11:15 Uhr entdeckten Angestellte im südlichen Bereich des Turbinengebäudes von Reaktor 1, dass Wasser von der Decke aus an einer Wand hinabfloss. Dort bildete sich eine Wasserlache von 2 x 10 Metern. Nach ersten Angaben von TEPCO gelangte das Wasser nicht ins Freie.

Nach einigen Untersuchungen ergänzte TEPCO diese Angaben und erklärte, das Wasser fliesse über das Turbinengebäude in das Reaktorgebäude. Eine Analyse des angesammelten Wassers ergab, dass sie im Vergleich zur Wasserzurückhaltung des Gebäudes, wo die Werte zwischen 1.000.000 und 10.000.000 Becquerel pro Liter liegen, niedrig sind:

  • Cäsium-134: 17.000 Becquerel pro Liter
  • Cesium-137: 49.000 Becquerel pro Liter

Wie TEPCO abschließend bekannt gab, habe man zwischenzeitlich festgestellt, dass es sich um Regenwasser handelte, das bei den gestrigen Regenfällen durch das Dach gelangt war.

Erbeben der Stärke 6,2 in Westjapan: Am heutigen Freitagmorgen erschütterte um 2:07 Uhr (Ortszeit) ein Erdbeben der Magnitude 6,2 den Westen Japans. Eine Tsunamiwarnung wurde jedoch für keine der Regionen ausgegeben. Das Erdbeben ereignete sich in einer Tiefe von 78 Kilometern in der Iyonada-Inlandsee.

Verwaltungsgebäude von Sukumo, Präf. Kochi (Foto: pd)
Verwaltungsgebäude von Sukumo, Präf. Kochi (Foto: pd)

Die stärksten Erschütterungen wurden in Seiyo (Präf. Ehime) gemessen. Dort wurde 5+ auf der siebenstuftigen japanischen Skala gemeldet. In Kure (Präf. Hiroshima), Sukumo (Präf. Kochi) und Usuki (Präf. Oita) wurden Erschütterungen der Stärke 5- gemeldet.

Ersten Berichten zufolge gab es in den Präfekturen Hiroshima, Kochi, Oita, Okayama und Yamaguchi insgesamt 21 Verletzte. In 14 Fällen spricht man von leichten Verletzungen. Zu ihnen zählen Verletzungen, als ältere Personen aus den Betten fielen, eine Knöchelverletzung und der Sturz eines ein Monate alten Säuglings, als die Mutter ihn auf der Flucht fallen ließ.

Der AKW-Betreiber Shikoku Electric meldet keine Störungen am Kernkraftwerk Ikata, in Ikata (Präf. Ehime). Die Reaktoren zeigten keine Auffälligkeiten. Auch Chugoku Electric, Betreiber des AKW Shimane in Matsue (Präf. Shimane), meldet keine Auffälligkeiten.

Bei etwa 8.000 Haushalten in den Städten Hiroshima und Higashi-Hiroshima fiel zeitweise der Strom aus. Der Bahnbetreiber JR West erklärte, auf der Strecke zwischen Okayama und Shin-Yamaguchi werde der Schnellzug Shinkansen mit reduzierter Geschwindigkeit fahren.

Auch der Straßenverkehr war teilweise beeinträchtigt. So kam es auf der Sanyo-Autobahn und der Hiroshima-Autobahn zu Sperrungen, um Auswirkungen des Erdbebens auf der Strecke zu untersuchen. Über das Erdbeben berichteten Kyodo, jiji und NHK.

Bohnen aus Fukushima dürfen verkauft werden: Am gestrigen Donnerstag, genehmigte die Regierung den Verkauf von Azuki-Bohnen und Sojabohnen, die in vier Gemeinden der Präfektur Fukushima angebaut werden.

In allen Proben sei der allgemeine Lebensmittelgrenzwert von 100 Becqurel pro Kilogramm nicht überschritten worden, teilten die Behörden mit.

Bei Überschreitungen werde man die betroffenen Waren umgehend entsorgen. Das im Dezember 2012 erlassene Verkaufsverbot aufgrund hoher Cäsumwerte in den Produkten, hatte zuvor zum Stopp aller Lieferungen geführt. Über die genehmigte Wiederaufnahme berichteten örtliche Medien.

Tests für Hospitalschiffeinsatz: Aufgrund der Erfahrungen aus den Tohoku-Katastrophen, will die Regierung nun eine Übung durchführen, um die Tauglichkeit von privaten Schiffen als Hospitalschiffe zu ermitteln.

US-Hospitalschiff USNS Comfort (Foto: pd)
Ein US-Lazarettschiff (Symbolfoto: pd)

Da im Katastrophenfall konventionelle Transportwege vielfach blockiert sind, jedoch die Zahl an Verletzten sprunghaft ansteigt, während gleichzeitig auch Kliniken bauliche Schäden erleiden – bei den Tohoku-Katastrophen wurden 300 der insgesamt 380 Kliniken der Region beschädigt –  stellen Hospitalschiffe eine Ergänzung  dar.

Aufgrund der hohen Kosten will die Regierung durch eine Übung prüfen, in welchem Umfang kurzfristig angemietete Privatschiffe zur Versorgung von Verletzten geeignet sind. Grundlage dieser Übung wird das Szenario eines schweren Erdbebens, mit einem Epizentrum unter Japans Haupstadt Tokyo werden.

Im weiteren Verlauf wird medizinisches Gerät verladen und in die Nähe des Katastrophengebiets gebracht werden. Durch Zusammenarbeit mit der Organisation für medizinische Katastrophenhilfe (DMAT) und anderen Stellen, sollen der Bedarf an Ausrüstung und ausreichend Arbeitsplatz ermittelt werden.

Zu den Aufgaben der Mannschaft eines Hospitalschiffs gehören die Durchführung von Operationen bei Schwerverletzten, Dialyse und Infusionen, sowie allgemeine Behandlung von Verletzten. Neben der medizinischen Versorgung bietet so ein Schiff auch die Möglichkeit einer Nostromversorgung und kann als Auffanglager dienen.

Abseits der eigentlichen Übung werden Gespräche mit Privatunternehmen geführt, wie im Katastrophenfall Schiffe schnell und unkompliziert für einen derartigen Notfalleinsatz  angemietet werden können. Insbesondere bei einer Inselkette wie Japan, ist ein Hospitalschiff-Konzept von Vorteil. Über die Pläne berichtete die Yomiuri Shimbun.

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