Fukushima aktuell: Tourismus nach AKW-Katastrophe wieder im Aufschwung

Fukushima aktuell: Tourismus nach AKW-Katastrophe wieder im Aufschwung

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Artikelbild - Blick über den Inawashiro-See zum Berg Bandai (Foto: Σ64 cc-by)
Blick über den Inawashiro-See zum Berg Bandai (Foto: Σ64 cc-by)

Wie auch in anderen Teilen Japans, lief in der Präfektur Fukushima heute der Rückweg aus den Feiertagen an. Doch auch für Touristen wird die Region Tohoku offenbar wieder attraktiver.

Über die Hintergründe, sowie weitere Fukushima News, berichtet der Spreadnews Japan-Ticker vom 16. August 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Tourismus nach Tohoku-Katastrophen im Aufschwung
  • Keine Erdbebenschäden am AKW Fukushima Daiichi
  • TEPCO warnt vor Taifun
  • Ende des Totenfests Obon
Tourismus nach Tohoku-Katastrophen im Aufschwung

Eine positive Bilanz zieht der jüngste Tourismusbericht der Präfektur Fukushima, der Anfag des Monats bekannt gegeben wurde. Demnach zeigen sich deutliche Zeichen für eine Normalisierung.

Demnach sei am dem Ende des Fiskaljahrs 2015 mit 50,31 Millionen Touristen ein Anstieg der Besucherquote auf 90 Prozent des Werts vor der Kraftwerkskatastrophe 2011 festzustellen.

Den Erfolg führt die Präfektur auf die intensiven Werbebemühungen, die Freigabe von Bahnstrecken und die Wiedereröffnung von Touristenattraktionen, wie etwa Heißquellen (Onsen) zurück. Besonders gefragt waren demnach die Landschaft der Präfektur.

Doch fünfeinhalb Jahre nach den Tohoku-Katastrophen und dem Beginn der Fukushima-Krise, wollen Reiseveranstalter und örtliche Initiativen auch die harte Realität der Präfektur nicht in Vergessenheit geraten lassen.

Bereits seit 2013 bietet das Reisegroßunternehmen H.I.S. Studienreisen an, bei denen die Besucher über die Folgen informieren. Für Anfang Oktober ist die Beteiligung an der Reisernte in der Gemeinde Iitate vorgesehen, die derzeit immer noch evakuiert ist.

Mit „Nomado“ bietet auch eine Non-Profit-Organisationen entspechende Touren an, die bis in den 20-Kilometer-Radius des Sperrgebiets führen und einen Eindruck von Gebäudeschäden in Namie vermitteln, die aufgrund der Evakuierung noch nicht repariert werden konnten.

Ausländische Touristen sind jedoch auch bei ähnlichen Touren in den Präfekturen Miyagi und Iwate  jedoch bislang kaum vertreten, so dass auch die Wiederaufbaubemühungen dort weitgehend unbeachtet bleiben.

Über die verschiedenen Aspekte der touristischen Entwicklung berichteten Mainichi Shimbun, sowie Präfekturmedien.

Keine Erdbebenschäden an Fukushima-AKW

Das gestrige Erdbeben der Stärke 5,4 zu keinen Schäden an der Anlage. Mehrere Kontrollgänge hätten keine strukturellen Veränderungen gezeigt.

Auch die Strahlungswerte der dortigen Messposten seien unauffällig und wiesen keinen Anstieg von radioaktivem Material in der Umgebung nach.

Das zweite Kraftwerk, Fukushima Daini, zeige ebenfalls keine Auffälligkeiten. Das berichtete das Unternehmen in zwei aktuellen Meldungen.

TEPCO warnt vor Taifun

Angesichts des nahenden Taifuns Chanthu warnt der Elektrizitätsanbieter TEPCO wieder einmal seine Kunden, auf herabhängende Überlandleitungen zu achten und bittet darum, entsprechende Funde zu melden.

In der Vergangenheit hatte das Unternehmen trotz verschiedener Nachbesserungen an der Anlage des AKW Fukushima Daiichi mehrfach Probleme mit überlaufendem Wasser bei starken Regenfällen, so dass sich das Unternehmen in der Regel besonders vorbereitet.

Ende des Totenfests Obon

Nach dem Ende des buddhistischen Totenfests Obon kehrten auch viele Besucher der Präfektur Fukushima heute in ihre Wohnorte außerhalb der Heimat zurück. Wie jedes Jahr ist diese Reiseperiode landesweit mit starken Verkehrsbehinderungen verbunden.

Dennoch dürfte nicht nur die temporäre Sondergenehmigung für den Aufenthalt im Sperrgebiete viele Menschen erleichtert haben – fanden  doch in einigen Gemeinden, wie etwa Naraha, erstmals seit der Kraftwerkskatastrophen wieder Feierlichkeiten statt.

Evakuierte Einwohner konnten die Gräber ihrer Angehörigen besuchen und an den traditionellen Tänzen teilnehmen. Die Gemeinden hoffen vielfach, durch die Bewahrung regionaler Gebräuche das Gefühl der Zusammengehörigkeit zu erhalten.

Über das Ende des Obon und die einsetzende Reisewelle berichteten Präfekturmedien, sowie die NHK.

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