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Fukushima aktuell: Touristentouren durch das Sperrgebiet geplant

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Artikelbild - Delegation der IAEA bei Fukushima-Besuch am 18. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)
Delegation der IAEA bei Fukushima-Besuch am 18. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)

Wird der Name des Kernkraftwerks Fukushima heute noch nicht mit Tourismus assoziiert, könnte sich dies ab Oktober zumindest zum Teil ändern. Dabei soll es zwar nicht um Profit gehen, kontrovers dürfte dies dennoch aufgefasst werden. Diese und weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. August 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Touristenführungen in Fukushima-Sperrgebiet geplant
  • Neustart von Pumpe an Grundwassermessposten
  • Tritiumwert an Grundwasserposten

Touristenführungen in Fukushima-Sperrgebiet geplant: Einwohner der Ortschaft Okuma, auf deren Gelände ein Teil der Kraftwerksanlage Fukushima Daiichi steht, planen Touristenführungen durch ihren Wohnort. Sie hoffen, auf diese Weise die Erinnerung an die Kraftwerkskatastrophe wach zu halten.

Die geplanten Bustouren sollen Teil eines zweitägigen Ausflugs aus Tokyo sein und ab Oktober zunächst einmal pro Monat stattfinden. Dabei sollen das Rathaus von Okuma und ein Einkaufsviertel in einigen Kilometern Entfernung zum Kernkraftwerk besichtigt werden. Als Sicherheitsmaßnahme werden die Touristen zum Tragen von Schutzanzügen verpflichtet. Nach der Rückkehr erfolgt eine Strahlungskontrolle.

Die Gemeinde liegt innerhalb des Sperrgebiets, so dass der Bus in diesem Bereich nicht verlassen werden darf. Die Besucher können sich zudem einen Eindruck von den Wiederaufbauarbeiten außerhalb des Sperrgebiets verschaffen.

Das Tourismusangebot erfolgt, nachdem Bürger die Besorgnis geäußert hatten, die Katastrophe am Kernkraftwerk könne in Vergessenheit geraten. So erklärt auch Chieko Watanabe, als Vertreterin des Projekts, ihr sei durchaus bewusst, dass dieses Angebot von einigen Personen negativ aufgefasst werden könnte. Allerdings sei es wichtiger, die Folgen der Ereignisse vom März 2011 im Gedächtnis zu behalten. Über den umstrittenen Tourismusplan berichtete die NHK.

Derartige Pläne sind nicht neu. Das „Fukuichi Kanko Project“ plant die Erschließung der Katastrophe für den Tourismus und bereits im August 2013  hatte es erste Pläne für ein „Fukushima Gate Village“ gegeben –  eine Tourismus-Siedlung am Rand der Sperrzone, etwa 40 Kilometer vom Kraftwerk entfernt. Die Unterbringung von Gästen in strahlungsgeschützten Hotels, der Besuch eines Museums und Einkaufsangebote sollen zudem die Wirtschaft und Beschäftigungssituation vor Ort verbessern.

Neustart von Pumpe an Grundwassermessposten: Bereits am 5. August war am Grundwasserposten Nr. 12, ein Tritiumwert von 1.900 Becquerel pro Liter nachgewiesen worden. Da dies über dem zulässigen Wert von 1.500 Becquerel liegt, wurde am 6. August der Betrieb der Pumpe ausgesetzt.

Nachdem jüngst ein Pumpenproblem entdeckt worden war, nahm die Pumpe des Grundwasserpostens am heutigen Freitag wieder ihre Arbeit auf. Dabei wurden keine technischen Probleme festgestellt. Die Tritiumkonzentration wird nun besonders sorgfältig auf Anstiege hin überwacht. Weder an dem Lagertank des Grundwasserpostens, noch am übrigen Gerät gab es Probleme.

Tritiumwert an Grundwasserposten: Vorgestern berichteten wird über die ersten Betastrahlungswerte der Kontrollposten E-13 und E-14 im Bereich H4. Diese lagen vergleichsweise niedrig. Die heute veröffentlichten Zahlen zur Belastung mit radioaktivem Tritium lagen mit 530 Becquerel pro Liter (E-13) und 610 Becquerel pro Liter (E-14) deutlich höher. Anderweitige Veränderungen wurden nicht festgestellt.

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