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Fukushima aktuell: Transfer kontaminierter Abfälle verzögert sich

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Artikelbild - Schwarze Säcke (Foto: Prof. Haruhiko Okumura)
Präf. Fukushima: Abtransport radioaktiver Abfälle ab November möglich (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura,cc-by)

Hatte es zuletzt eine Erfolgsmeldung gegeben, steht der Abtransport kontaminierter Abfälle innerhalb der Präfektur Fukushima heute wieder in den Sternen. Auch weitere Fukushima News über einen Arbeitsunfall bieten kein positives Gegengewicht. Diese und weitere Meldungen nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. Januar 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Abfalltransporte in das Zwischlager verzögern sich
  • Erneut Arbeitsunfall am AKW Fukushima
  • Autowrack wird als Mahnmal erhalten

Abfalltransporte in das Zwischlager verzögern sich: Gestern berichteten wir an dieser Stelle über den aktuellen Fortschritt für den Bau des geplanten Zwischenlagers, gibt es doch nach der Einwilligung durch die Gemeinde Okuma auch das Einverständnis der Verwaltung von Futaba für den Zwischenlagerbau.

Doch nun gab das Umweltministerium bekannt, man habe sich dazu entschlossen, den Transport der radioaktiv kontaminierten Abfälle an den künftigen Lagerstandort auf dem Gebiet der beiden Gemeinden zunächst zu verschieben.

Ursprünglich war der erste Transport für Ende dieses Monats vorgesehen. Als Grund für die Änderung im Zeitplan werden die Verzögerungen beim Bau des Zwischenlagers genannt. Einmal fertig soll dort Material von 1.000 offiziellen Standorten und mehr als 75.000 Privatgrundstücken übergangsweise eingelagert werden.

Nachdem örtliche Verwaltungen auf den Abtransport drängen, waren Anfang Dezember 2014 bereits informelle Absprachen zum Vorabtransport erfolgt. Doch schon Ende des gleichen Monats erfolgte eine erste Prognose zur Verspätung der Abfallbeseitigung. Wann der Abtransport nun erfolgen kann ist offenbar noch unklar.

Über die offizielle Bekanntgabe der Verschiebung berichtete die NHK. Das fragliche Material stammt aus den Räumarbeiten und Dekontaminationsmaßnahmen in der Präfektur Fukushima und umfasst vor allem radioaktiv belastetes Laub und Erdreich.

Erneut Arbeitsunfall am AKW Fukushima: Am heutigen Donnerstag kam es am Nachmittag im Lagertankbereich G5 zu einem Arbeitsunfall, bei dem ein Beschäftigter verletzt wurde. Der Angestellte eines Partnerunternehmens zog sich an einer Schleifmaschine eine Verletzung der linken Hand zu.

AKW Fukushima: Das J-Village Medical Center im Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Das J-Village Medical Center im Oktober 2011 (Foto: TEPCO)

Nach einem ersten Transport in des Notfallzentrum, wurde die Notwendigkeit einer weitergehenden medizinischen Behandlung festgestellt und gegen 13:36 Uhr ein Rettungswagen angefordert, der den Verletzten später in das Krankenhaus Iwaki abtransportierte.

Nach Angaben des Kraftwerksbetreibers wurde keine radioaktive Kontamination am Körper des Beschäftigten festgestellt. Über den Zwischenfall berichtete das Unternehmen selbst.

Zuletzt hatte ein Bericht die steigende Zahl an verletzten AKW-Arbeitern bestätigt und diese Entwicklung mit dem Anstieg der Arbeitskräfte auf der Kraftwerksanlage statistisch relativiert.

Noch in dieser Woche hatte sich am Dienstag ein Kraftwerksbeschäftigter eine Nackenverletzung zugezogen

Autowrack wird als Mahnmal erhalten: Der Entschluss, dass Stahlskelett eines Verwaltungsgebäudes in Minamisanriku (Präf. Miyagi) mindestens bis 2031 als Denkmal für die Opfer des Tohoku-Tsunami 2011 zu erhalten, wurde bereits gefällt – nun soll auch in der Präfektur Fukushima ein Symbol der Katastrophe bewahrt werden.

In Tomioka (Präf. Fukushima) soll das Wrack eines Streifenwagens künftige Generationen an die Naturkatastrophe erinnern. Zudem wird es ein Denkmal für die Beamten Yoichi Masuko und Yuta Sato sein, die im Wagen saßen, als der Tsunami sie traf, während sie Bürger in Sicherheit dirigieren wollten.

Einer der Beamten wurde später als Todesopfer identifiziert, vom zweiten Mann fehlt bis heute jede Spur.

Ähnlich wie die Stahlstruktur in Minamisanriku, sollte das zurückgelassene Fahrzeug zunächst als Schrott entsorgt werden. Doch im Dezember vergangenen Jahres beschloss die Stadtverwaltung dem Drängen der Bürger nachzugeben, und es zu erhalten.

So kam es, dass sich heute Verwaltungsvertreter, Polizeibeamte und Einwohner dort versammelten und zunächst eine Schweigeminute abhielten, bevor die Arbeiten zur Konservierung des Fahrzeugs begannen.

Nach einer Strahlungsmessung und einer Reinigung des Innenraums wurde das Fahrzeug abtransportiert, um es in einer Automobilfabrik gründlich zu reinigen und einer Rostschutzbehandlung zu unterziehen.

Nach Abschluss aller Arbeiten wird das Fahrzeug ab Anfang März öffentlich in einem Park in der Nähe der örtlichen Polizeiwache ausgestellt werden. Das berichteten Regionalmedien, sowie die NHK.

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