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Fukushima aktuell: Transfer stark radioaktiver Brennelemente erfolgreich verlaufen

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Vorbereitungen zum Gemeinschaftsbecken-Transfer am 29. November 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: So problemlos werden (Foto: TEPCO)

Die Bergung ungenutzter Brennelemente in der vergangenen Woche verlief erfolgreich, so dass am Dienstag mit der riskanten Bergung von abgebrannten Brennelementen begonnen werden konnte. Wie der Betreiber des AKW Fukushima heute mitteilte, ist auch diese Maßnahme erfolgreich beendet worden.

Andere Meldungen, etwa über den Umgang mit Kraftwerksarbeitern und verabsäumte Berichte, zeigen das Unternehmen dagegen weniger positiv. Diese und weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 29. November 2013.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Erster Transfer stark radioaktiver Brennelemente erfolgreich verlaufen
  • Gewerkschaft wirft TEPCO und Subunternehmen Ausbeutung vor
  • Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter
  • TEPCO meldete Änderungen an Kernkraftwerken jahrelang nicht
  • Regierung soll stärker nach Atommülllagern suchen

Erster Transfer stark radioaktiver Brennelemente erfolgreich verlaufen: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO heute mitteilte, wurde der erste Transport von abgebrannten Brennelementen aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 in das gemeinsame Lagerbecken eines anderen Gebäudes erfolgreich abgeschlossen.

Bei dem ersten Brennelemente-Transport waren zuvor 22 ungenutzte Brennelemente aus dem Abklingbecken in einen Transportbehälter gehoben, der Behälter aus dem Becken gezogen, dekontaminiert und in das Gemeinschaftsbeckens transportiert worden.

Die jetzt durchgeführte Aktion wurde mit abgebrannten Brennelementen durchgeführt, die eine stärkere Radioaktivität aufweisen.

Transportbehälter bei Vorbereitungen zum Gemeinschaftsbecken-Transfer am 29. November 2013 (Foto: TEPCO)
Transportbehälter bei Vorbereitungen zum Gemeinschaftsbecken-Transfer am 29. November 2013 (Foto: TEPCO)

Anders als zuvor zeigen die von TEPCO hierzu veröffentlichten Aufnahmen nicht die Arbeiten innerhalb des Abklingbeckens, sondern Arbeiten die am Gemeinschaftsbecken durchgeführt wurden.

Somit hat der Betreiber den Zustand im Abklingbecken und das Anheben der Brennelemente, sowie den Transfer in den Transportbehälter ebenso dokumentiert, wie die Arbeiten am Gemeinschaftsbecken.

Lediglich zum Transport zwischen den Gebäuden liegt kein offizielles Bildmaterial von TEPCO vor. Dies geschieht nach Angaben des Unternehmens aus Sicherheitsgründen um Terroristen und Kriminellen keine Hinweise auf die genauen Vorgänge zu geben.

Die gesamten Bergungsarbeiten und Transporte aus Reaktor 4 sollen bis Ende kommenden Jahres abgeschlossen sein. Über den aktuellen Erfolg berichtete neben dem Elektrizitätsunternehmen auch japanische Medien, darunter die Kyodo.

Gewerkschaft wirft TEPCO und Subunternehmen Ausbeutung vor: Eine Gewerkschaft für Vertrags- und Leiharbeiter fordert Entschädigungen für einen früheren Kraftwerksarbeiter, der nicht hinreichend über seine Rechte und Lohnverhältnisse aufgeklärt worden  –  und daher von TEPCO und mindestens einem Subunternehmen ausgebeutet worden sei.

Diesbezüglich reichte die Organisation eine Beschwerde beim Arbeitsausschuss der Präfekturleitung Tokyo ein.

AKW Fukushima: Stark radioaktive Trümmer am 31. März 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Schriftzug „Kiken“ (Gefahr) kennzeichnet stark radioaktive Trümmer am 31. März 2011 (Foto: TEPCO)

Der 41 Jahre alte Mann aus der Präfektur Nagano, hatte im Juni 2012 einen Arbeitsvertrag mit einem der Subunternehmen des Kraftwerksbetreibers geschlossen und für einen Tageslohn von 13.000 Yen jeweils zwei Stunden an der Trümmerbeseitigung in der Nähe des Reaktorgebäudes 1 mitgewirkt.

Diese Arbeit mit hoher Strahlungsbelastung war jedoch nicht im Einstellungsgespräch behandelt worden. Auch über das Anrecht auf Gefahrenzulagen für Arbeiten in Bereichen mit hoher Radioaktivität wurde er nicht informiert. Zudem habe er für seine Unterbringung selbst aufkommen müssen.

Der Subunternehmer wies ihm zunächst wie zugesagt, weitgehend risikofreie Arbeiten zu. Der folgende Wechsel zu den Räumungsarbeiter in Reaktornähe erfolgte ohne seine Einwilligung. Als er am 19. Juni dazu gezwungen wurde, sich an der Beseitigung von Glas aus der Nähe des Reaktorgebäudes zu beteiligen protestierte er – und wurde am nächsten Tag entlassen.

Daraufhin trat der Entlassene der Gewerkschaft bei und forderte Tarifgespräche und die Rücknahme der Kündigung. Der im Oktober geäußerten Aufforderung, sich zu einer Tarifrunde an den Verhandlungstisch zu setzen, kamen weder TEPCO, dessen Hauptvertragspartner und die Subunternehmen nicht nach.

Die Gewerkschaft erklärte, angesichts der Tatsache, dass TEPCO seinen Hauptvertragspartnern pro Arbeitskraft vermutlich 50.000 Yen täglich zahlt, werfe man den beteiligten Unternehmen nun unlautere Arbeitspraktiken vor und habe Beschwerde beim Arbeitsausschuss eingereicht. Über den Fall berichteten Kyodo und Mainichi Shimbun.

Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter: Am heutigen Freitag übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO die aktuellen Angaben zur Zahl der Beschäftigten an der Anlage, sowie zur Höhe der Strahlungsdosis an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales für den Oktober 2013.

Nach Angaben von TEPCO , waren im Oktober 2013 insgesamt 561 Arbeitskräfte für das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi neu eingestellt worden.
Die maximale Strahlungsbelastung lag bei 15,22 Millisievert, Im Bezug auf die inkorporierte Strahlenbelastung wurden keine signifikanten Werte festgestellt.

Der nächste Bericht, der sich mit den Strahlungsdaten mit Stand von Ende November befassen wird, soll gegen Ende Dezember eingereicht werden.

TEPCO meldete Änderungen an Kernkraftwerken jahrelang nicht: Der Elektrizitätskonzern TEPCO hat über einen Zeitraum von mehreren Jahren nicht die vorgeschriebenen Berichte über Änderungen an der Ausstattung von drei Kernkraftwerken vorgelegt. Das räumte das Unternehmen am heutigen Freitag ein.

AKW Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)
Das AKW Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)

Im Zeitraum zwischen August 2008 und April 2011 wurden fünf dieser Fahrlässigkeiten begangen. Dabei entfallen auf die AKW Fukushima Daiichi und Fukushima Daini jeweils eine dieser Verstöße. Die übrigen drei fanden sich im Zusammenhang mit der Anlage Kashiwazaki-Kariwa.

Zu den nicht gemeldeten Änderungen gehörten die Anpassung einer Dampfleitung an Reaktor 6 des AKW Fukushima Daiichi und eine Kapazitätsvergrößerung des Abklingbeckens im Reaktor 5 des Kraftwerks Kashiwazaki-Kariwa.

Die Betreiber der Anlagen sind durch die Verträge über finanzielle Staatshilfen im Katastrophenfall dazu verpflichtet, Anpassungen der Ausstattung der Anlage zu melden. So hat TEPCO nach der Katastrophe von Fukushima bislang 120 Milliarden Yen an Finanzmitteln erhalten, berichtet die jiji. Ob die Regierung nun Teile der Summe einfordern wird, ist unklar.

Regierung soll stärker nach Atommülllagern suchen: Auf einem Treffen von Industrievertretern am gestrigen Donnerstag forderte ein Expertenausschuss, die Regierung in Tokyo solle sich bei der Suche nach potentiellen Lagerstätten für Atommüll stärker einbringen.

Symbolbild: Atommüllfass (Foto: pd)
Regierung und neue Kriterien für Atomülllager entscheidend (Symbolbild: pd)

Die bisherigen Pläne für eine unterirdische Lagerung der Abfälle sei die gegenwärtig erfolgversprechendste Option.

Nachdem die bisherigen Befragung in Gemeinden zum großen Teil auf Widerstand gestoßen ist und die Regierung die Lager gegenüber der Bevölkerung nicht ausreichend überzeugend als sicher darstellen konnte, bedürfe es nun eines Kurswechsels.

Anstatt die Einwilligung der Gemeinden als erstes Kriterium bei der Auswahl potentielle Lagerstätten zu behandeln, sollten diese nun aufgrund von wissenschaftlichen Erkenntnissen, etwa über die geologische Stabilität der Region ausgewählt werden.

Auch sollten nicht nur Vertreter der Gemeinden, sondern auch normale Bürger bei entsprechenden Treffen zur Entscheidungsfinden teilnehmen.

Offenbar sehen die Experten die Vorlage von wissenschaftlichen Daten als überzeugenderes Argument für die Bevölkerung an, als die bisherigen Versicherungen der Regierung.

Das Industrieministerium will diese Vorschläge in den Energieplan einbringen, der gegen Ende des Jahres zusammengestellt wird.

Nach Ansicht von Hiroya Masuda, Leiter des Expertenausschusses, sind bei Heranziehung wissenschaftlicher Kriterien, vermutlich weniger als 70 Prozent des Landes überhaupt für die Lagerung von Atommüll geeignet. Ein großer Teil dürfte aufgrund vulkanischer Aktivität und geologischen Verwerfungen ohnehin ausscheiden. Das berichtete die NHK.

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