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Fukushima aktuell: Transportbehälter aus Lagerbecken geborgen

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Artikelbild: Offizielles Foto des AKW Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Das AKW Fukushima Daiichi: (Foto: TEPCO)

Mit dem dritten Tag der Arbeiten am Lagerbecken von Reaktor 4 ist ein weiterer Arbeitsschritt geschafft – konnte doch erstmals ein vollständig gefüllter Transportbehälter erfolgreich aus dem Becken geborgen werden. Doch neben diesen Arbeiten sind auch andere Themen ein Teil der heutigen Fukushima News.

So geht es unter anderem um Kontrollen durch internationale Experten und die Stilllegung weiterer Reaktoren. Einzelheiten jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 20. November 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Transportbehälter aus Lagerbecken geborgen
  • IAEA will Stilllegungsarbeiten in Fukushima beobachten
  • TEPCO will intakte Fukushima-Reaktoren stilllegen

Transportbehälter aus Lagerbecken geborgen: Wie gestern vom Betreiber angekündigt, wurde am heutigen Mittwoch mit den Arbeiten zur Bergung des Transportbehälters aus dem Lagerbecken von Reaktor 4 begonnen.

Fukushima-Reaktor 4: Bergung des Transportbehälters aus dem Abklingbecken  (Simulation: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Bergung des Transportbehälters aus dem Abklingbecken (Simulation: TEPCO)

In dem Behälter befinden sich 22 Brennelemente, die bei Arbeiten am Montag und Dienstag aus ihren Halterungen gelöst und in den Transportbehälter gehoben worden waren (Spreadnews berichtete zuletzt am 19. November 2013). In gefülltem Zustand beträgt das Gewicht des Behälters 91 Tonnen.

Zu den Sicherheitsmaßnahmen des Krans gehört auch ein System, dass im Falle eines Erdbebens die Erschütterungen ausgleichen und massives Pendeln verhindern soll.

Nach Angaben von TEPCO gelang es, den Transportbehälter mit 22 Brennelementen ohne besondere Vorkommnisse aus dem Lagerbecken zu bergen. Im Anschluss an die Bergung folgte dann die Dekontamination der Oberfläche des Behälters, um das Strahlungsniveau zu senken und die Kontrollen auf mögliche Strahlungslecks. Damit sind die heutigen Arbeiten abgeschlossen.

Für den morgigen Donnerstag ist der Transport der Brennelemente aus dem Gebäude heraus geplant.

IAEA will Stilllegungsarbeiten in Fukushima beobachten: Ab kommenden Montag will die Internationale Atomenergiebehörde IAEA ein Team an das AKW Fukushima Daichi entsenden. Insbesondere die Bergung von Brennelementen aus dem Lagerbecken von Reaktor 4 und die Bewältigung des radioaktiv kontaminierten Wassers ist dabei von Bedeutung.

Fukushima-Reaktor 4: Besichtigung durch internationale Experten am 13. November 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Besichtigung durch internationale Experten am 13. November 2013 (Foto: TEPCO)

Im Vergleich zu einem ersten Bericht von Anfang dieses Monats will man auch die Kontrollen der Meeresbelastung um das Kraftwerk begutachten.

Die Untersuchung durch 19 Experten der IAEA unter Leitung von Juan Carlos Lentijo, erfolgt nach Angaben der Einrichtung auf Wunsch der japanischen Regierung.

Neben der Kontrolle der Kraftwerksanlage gehören auch Gespräche mit Regierungsvertretern und Verantwortlichen des Betreiberunternehmens TEPCO. Abschließend wird der Regierung ein Bericht vorgelegt.

Die Experten sollen bis zum 4. Dezember im Land bleiben. Hierüber berichteten Kyodo, jiji, Yomiuri Shimbun und NHK.

TEPCO will intakte Fukushima-Reaktoren stilllegen: Der Kraftwerksbetreiber TEPCO ist offenbar zu dem Schluss gekommen, auch die Reaktoren 5 und 6, an denen ein Dieselgenerator schlimmeres verhinderte und sich keine Kernschmelzen ereigneten, ebenfalls stillzulegen.

Nicht nur Fukushima-Reaktor 5 droht das aus (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 5 am 15. September 2011 (Foto: TEPCO)

Damit entspricht der Elektrizitätsanbieter einem Aufruf des Premierministers Shinzo Abe. Dieser hatte im September eine entsprechende Maßnahme gefordert. Allerdings werden die Reaktorgebäude nicht abgerissen. Vielmehr plant TEPCO dort ein Forschungszentrum einzurichten, an dem Technologien zur Bergung von geschmolzenen Brennelementen entwickelt werden sollen.

Ob diese Pläne umgesetzt werden können, wird auch von Gesprächen mit den Verwaltungen der Präfektur Fukushima, sowie der Ortschaften Futaba und Okuma, auf deren Gelände sich die Anlage befindet, abhängen. Zunächst werde man die verantwortlichen Stellen über den Plan detailliert in Kenntnis setzen und ausführlich erläutern.

Eine offizielle Entscheidung zu Stilllegung könnte möglicherweise bereits im kommenden Monat erfolgen. Die bisherigen Stilllegungskosten der Fukushima-Anlage werden bislang zunächst auf fünf Trillionen Yen geschätzt. TEPCO geht dagegen von zwei Trillionen Yen aus.

Gegenwärtig versucht das Unternehmens bereits Gelder für diesen Schritt an den beiden Reaktoren einzuplanen, muss jedoch aufgrund von neuen Bezuschussungsregelungen, die seit Oktober gelten, mit hohen Zusatzkosten rechnen, sollte die Entscheidung im laufenden Fiskaljahr bis März 2014 fallen.

Der Betreiber hat die Erlaubnis, diese Defizit durch Strompreiserhöhungen auszugleichen. Über die ersten Meldungen zu den Stilllegungsplänen berichteten Kyodo, jiji und NHK.

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