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Fukushima aktuell: Trockenbergung von Brennelementen wird schwierig

NRA-Vorsitzender sieht neues Bergungskonzept kritisch

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 3: Sicherheitsbehälter am 21. Juli 2017 (Foto: Coypright by TEPCO/IRID)
Fukushima-Reaktor 3: Blick in den Sicherheitsbehälter am 21. Juli 2017 (Foto: Coypright by TEPCO/IRID)

Neben Bedenken gegenüber neuen Bergungskonzepten und Berichten über weitere Schutzmantelarbeiten am AKW, werden aus der Präfektur Fukushima heute auch Straftaten gemeldet.

Die Einzelheiten dieser Fukushima News gibt es wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 2. August 2017.

Unsere heutigem Themen im Überblick:

  • NRA-Vorsitzender sieht Trockenbergung als schwierig an
  • TEPCO gewährt Presse Einblick in Schutzmantelarbeiten
  • Beeindruckender Wildwuchs im Sperrgebiet
  • Festnahmen nach illegaler Abfallentsorgung
NRA-Vorsitzender sieht Trockenbergung als schwierig an

Der Vorsitzende der japanischen Atomaufsichtsbehörde NRA, dämpfte heute im Gespräch mit Journalisten den Enthusiasmus über eine Methode zur Bergung geschmolzener Brennelemente aus Reaktoren. Diese war zuvor von einer Regierungsstelle empfohlen worden.

Nachdem die Auffüllung des Sicherheitsbehälters mit Wasser verworfen worden war – die Abdichtung sei kompliziert und das Risiko von auslaufendem Wasser hoch – hatte man als neues Konzept die „trockene Bergung“ vorgestellt.

Dabei soll das zusammengeschmolzene Material durch den seitlichen Zugriff mit einem Roboter geborgen werden. Ein zuvor aufgebauter Unterdruck soll das Aufwirbeln von radioaktivem Material in die Umgebung verhindern.

NRA-Vorsitzender Shunnichi Tanaka erklärte, der neue Plan sei „alles andere als einfach“, denn die Methode kam bislang noch nie zum Einsatz. Auch sei die Entfernung der radioaktiven Klumpen allein nicht die Lösung des Problems.

Da die Überreste der Brennelemente in höchstem Maße radioaktiv sind, sei ein Aufenthalt in der Nähe praktisch unmöglich, sobald es in Kontakt mit der Luft komme. Daher wäre es von besonderer Bedeutung, zunächst die Frage von Strahlenschutz und Abschirmung zu klären.

Über die Äußerungen von Tanaka berichtete die NHK.

Sonstiges

Im Bezug auf die genannten Punkte muss auch die geplante Lagerung in Spezialbehältern auf dem Kraftwerksgelände kritisch gesehen werden, die sich nach der Bergung anschließen würde.

Während die Arbeit mit Brennelementen unter Wasser bereits ein bekanntes Verfahren ist, wäre der Bergungseinsatz unter Ausnutzung von Luftdruck eine völlig neue Herangehensweise.

Ein neuer Entwurf über das künftige Vorgehen soll im September vorgelegt werden.

TEPCO gewährt Presse Einblick in Schutzmantelarbeiten

Am heutigen Mittwoch gewährte der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi einigen Medienvertretern, sich einen Eindruck von den Arbeiten am Hallendach des Schutzmantels von Reaktor 3 zu verschaffen.

Bereits vorgestern war mit der Installation des ersten Dachteils begonnen worden. Heute nun konnte man auf der Anlage den Transfer des zweiten Dachelements beobachten.

Fukushima-Reaktor 3: Anbringung des zweiten Dachteils am 2. August 2017 (Foto: Copyright by TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Anbringung des zweiten Dachteils am 2. August 2017 (Foto: Copyright by TEPCO)

Das Objekt hat eine Höhe von 17 Metern und wiegt 37 Tonnen. Durch den Kran wurde es an das gestern montierte Teil emporgehoben.

Doch mit diesen beiden halbkugelförmigen Komponenten, ist lediglich ein Achtel des gesamten Gebäudes abgedeckt.

Insgesamt 16 einzelne Dachelemente müssen dort angebracht werden, um die weiteren Arbeiten wie geplant durchführen zu können.

Das neue „Hallendach“ des Schutzmantels ist eine Vorbereitung für die Bergung von 566 Brennelementen aus dem Abklingbecken des Gebäudes. Mit dieser Großmaßnahme soll ab Mitte des Fiskaljahrs 2018 begonnen werden.

Nach der Räumung von Trümmern und der Überreste des zerstörten Brennelemente-Krans, soll unter der Kuppel eine neue Brennelementewechselmaschine zum Einsatz kommen und die Bergung durchführen.

Über die Medienpräsenz berichteten heute mehrere japanische Medien, darunter die Asahi Shimbun und NHK.

Beeindruckender Wildwuchs im Sperrgebiet

Bislang wurde vor allem die Rückeroberung der evakuierten Gemeinden durch wildlebende Tiere in den Medien behandelt – insbesondere da sie für zahlreiche Schäden verantwortlich sind.

Doch Drohnenaufnahmen aus den menschenleeren Gebieten ermöglichten nun einen Blick von oben. Diese zeigen, dass neben der Fauna auch die Flora ein Hindernis für künftige Rückkehrer sein wird.

Wie bereits bei den Waldbränden in der Präfektur Fukushima festgestellt wurde, ist ein nicht unwesentlicher Teil von asphaltierten Straßen und Flächen durch Pflanzenbewuchs beschädigt, der sich seinen Weg durch die Spalten und Risse im Material bahnt.

Davon betroffen sind auch die dort verbliebenen Fahrzeuge, die überwuchert werden und sogar eine einstige Wohnanlage für TEPCO-Angestellte, deren unfreiwilliger Bewuchs bereits bis in den ersten Stock vorgedrungen ist.

Von diesen bemerkenswerten Aufnahmen im Gebiet der Gemeinden Okuma und Futaba berichtete die Asahi Shimbun.

Festnahmen nach illegaler Abfallentsorgung

In der Stadt Iwaki wurden zwei Personen wegen des Verdachts festgenommen, gegen geltende Bestimmungen zur Abfallentsorgung verstoßen zu haben.

Bei den Verdächtigen handelt es sich um einen arbeitslosen 52 Jahre alten Mann, sowie einen 49 Jahre alten Bauarbeiter. Beide könnten Kontakte zur organisierten Kriminalität haben.

Ihnen wird vorgeworfen, insgesamt etwa acht Tonnen an Holzspänen und Betonbrocken illegal im Waldgebiet der Stadt entsorgt zu haben. Ob es sich dabei möglicherweise um radioaktiv belastetes Material aus Dekontaminationsarbeiten handelt, ist noch unklar.

Die beiden Männer räumten die gegen sie erhobenen Vorwürfe ein. Die Ermittlungen waren gestern eingeleitet worden, nachdem die Abfallentsorgungsbehörde erste Informationen über den Fund erhalten hatte.

Die illegale Entsorgung soll sich bereits am 22. Juni ereignet haben. Über die Straftat berichteten Präfekturmedien.

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