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Fukushima aktuell: Trümmer bei Räumarbeiten in Abklingbecken von Reaktor 3 gestürzt

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 3: Sturz von Trümmern bei Räumarbeiten am 29. August 2014 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Sturz von Trümmern bei Räumarbeiten am 29. August 2014 (Foto: TEPCO)

Neben einem Missgeschick in Reaktor 3 ist die erneute Negativbeurteilung der Grundwasserverklappung ein wichtiger Teil der aktuellen Fukushima News. Ungeachtet dessen wurde am AKW Fukushima heute eine weitere Verklappung durchgeführt. Weitere Meldungen, etwa zur Strahlungsbelastung der Arbeiter, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 29. August 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Bediengerät in Abklingbecken von Reaktor 3 gestürzt
  • Grundwasserumleitung hat doch keinen Effekt
  • Weitere Grundwasserverklappung durchgeführt
  • Strahlungsbelastung von Fukushima-Arbeitern bekannt gegeben
  • Präfektur Fukushima stimmt Zwischenlagerplan formell zu

Trümmerteil in Abklingbecken von Reaktor 3 gestürzt: Gegen 13:45 Uhr stürzte bei Arbeiten zur Trümmerräumung des Abklingbeckens von Reaktor 3 eine Kontrollkonsole, die ursprünglich zur Steuerung des Brennelementekrans gedient hatte in das Abklingbecken.

Fukushima-Reaktor 3: Unterwasseraufnahme des Abklingbeckens, veröffentlicht am 29. August 2014 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Unterwasseraufnahme des Abklingbeckens, veröffentlicht am 29. August 2014 (Foto: TEPCO)

Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO offiziell meldet, hatte der Zwischenfall keine weiteren Folgen für den allgemeinen Betrieb. Das Objekt messe etwa einen Quadratmeter und wiege 400 Kilogramm.

Die Strahlungsbelastung im Bereich des Abklingbeckens liege mit 3,2 Millisievert pro Stunde im Normalbereich und auch Messgeräte zeigten keine Auffälligkeiten. Betriebsprobleme habe es nach Angaben des Unternehmens ebenfalls nicht gegeben.

Aufgrund des Umstands, dass bei der Trümmerräumung ferngesteuertes Arbeitsgerät eingesetzt wird, sei kein Kraftwerksarbeiter verletzt worden. Als Reaktion auf das Ereignis werde man jedoch bereits morgen mit einer Unterwasserkamera die aktuelle Lage innerhalb des Abklingbeckens, sowie mögliche Schäden an den Brennelementen prüfen. Neben TEPCO berichtete auch die NHK über den Zwischenfall.

Es ist nicht das erste Mal, dass bei Arbeiten unkontrolliert Objekte in das Becken gelangen. Im September 2012 war ein Stahlträger in das Abklingbecken von Reaktor 3 gestürzt.

Eine anschließend durchgeführte Untersuchung im Abklingbecken hatte damals festgestellt dass der Sturz des Stahlträgers folgenlos geblieben war. Zuletzt wurde im Dezember 2012 die erfolgreiche Bergung des Stahlträgers gemeldet.

Während die komplette Räumung des Abklingbeckens von Reaktor 4 bis November erwartet wird, ist die Bergung der Brennelemente in Reaktor 3 frühestens für das erste Halbjahr des kommenden Jahres angesetzt Derzeit befinden sich 556 Brennelemente im Becken.

Grundwasserumleitung hat doch keinen Effekt: Auch wenn das Sinken  des Grundwasserpegels um 20 bis 30 Zentimeter seit Beginn der Verklappung im Mai 2014 von Präfekturmedien zunächst als Erfolg präsentiert wurde, wird diese Einschätzung aufgrund aktueller Zahlen nicht allgemein geteilt.

Die Maßnahme habe im Zeitraum von Ende vergangenen Monats bis zum Stand vom 17. August an drei Grundwassermessposten lediglich eine Senkung um zehn Zentimeter bewirkt.

AKW Fukushima: Pumpe (li.) eines Grundwasserbrunnens am 9. April 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Pumpe (li.) einer der Grundwasserbrunnen am 9. April 2014 (Foto: TEPCO)

Damit sei die Effektivität der Umleitung von Grundwasser aus den Bergen und dessen Verklappung in den Pazifischen Ozean nicht zufriedenstellend.

Allein um die täglich anfallende Menge von 400 Tonnen Grundwasser um 100 Tonnen zu reduzieren, ist nach offiziellen Einschätzungen eine Senkung des Wasserpegels in den Grundwassermessposten von mehreren Zentimetern bis hin zu einem Meter erforderlich.

Als Ursache für die begrenzte Wirksamkeit sei neben dem langsamen Grundwasserfluss die bislang nicht geklärten Auswirkungen von Regenfällen auf den Wasserstand. Tatsächlich werden nach aktueller Einschätzung noch weitere Monate ins Land gehen, bis dauerhafte Effekte der Maßnahme zu erwarten seien. Das berichtete die NHK. Bislang gab es zwei Negativmeldungen zur Effektivität der Grundwasserumleitung.

Weitere Grundwasserverklappung durchgeführt: Während in Medienberichten die weiterhin andauernde Ineffektivität der Grundwasserumleitung bemängelt wird, führte Kraftwerksbetreiber TEPCO heute zwischen 10:02 Uhr und 18:32 Uhr erneut eine Verklappung durch.

Bei der Maßnahme wurden 2.117 Liter an sauberem Grundwasser aus den Bergen in den Pazifik geleitet. Zwischenfälle habe es im Verlauf der Arbeiten nicht gegeben, berichtet TEPCO.

Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter: Am heutigen Donnerstag übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO, die aktuellen Angaben zur Zahl der Beschäftigten an der Anlage, sowie zur Höhe der Strahlungsdosis an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales für den Juni 2014.

Artikelbild - Training zur Strahlungskontrolle am 6. August 2011 (Foto: TEPCO)
KW Fukushima: Übung der Strahlungsmessung am 6. August 2011 (Foto: TEPCO)

Nach Angaben von TEPCO , waren im Juni 2014 insgesamt 834 Arbeitskräfte für das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi neu eingestellt worden. Die maximale Strahlungsbelastung der Angestellten lag bei 16,43 Millisievert.

Im Bezug auf die inkorporierte Strahlenbelastung wurden wie zuvor, keine signifikanten Werte festgestellt.

Der nächste Bericht, der sich mit den Strahlungsdaten, mit Stand von Ende August befassen wird, soll gegen Ende September  eingereicht werden.

Präfektur Fukushima stimmt Zwischenlagerplan formell zu: Die Entscheidung zur Zwischenlagerung kontaminierter Abfälle war bereits getroffen worden, am heutigen Freitag wurde sie offiziell bekannt gegeben.

Yuhei Sato, Gouverneut der Präfektur erklärte gegenüber der Presse, man habe die von der Regierung vorgelegten Sicherheits- und Informationsmaßnahmen geprüft und bestätigt. Neben Treffen mit dem Minister für Wiederaufbau, Takumi Nemoto und Umweltminister Nobuteru Ishihara steht auch ein Gespräch mit Premierminister Shinzo Abe an. Das berichtete die Kyodo.

Auch wenn die Regierung somit die Erlaubnis der Präfektur hat, benötigt sie die Genehmigung von möglichen Privateigentümern für deren Grundstücke. Diesen steht es frei, die Flächen an die Regierung zu verkaufen, oder einen langfristigen Pachtvertrag abzuschließen.

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