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Fukushima aktuell: Trümmerbergung erhöht Risiko für Kühlung eines Abklingbeckens

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 3: Brücke des Brennelemente-Krans im Abklingbecken am 16. Februar 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Brückentrümmer des Brennelemente-Krans im Abklingbecken am 16. Februar 2013 (Foto: TEPCO)

Erfolge am ALPS und der Grundwasserumleitungen sind positive Meldungen, die TEPCO am AKW Fukushima heute präsentieren kann. Eine weitere Maßnahme die Fortschritte bringen soll, birgt dagegen neues Risikopotential. Doch auch im Kleinen ist die Arbeit dort nicht ungefährlich, wie die Verletzung eines Arbeiters zeigt.

Die Fukushima News wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 24. April 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Kühlungsstopp für Entfernung von Krantrümmern erforderlich
  • Filter von ALPS-Einheit A nach Störung wieder angelaufen
  • Pumpe der Grundwasserumleitung erneut gestartet
  • Angestellter eines Partnerunternehmens verletzt sich bei Arbeiten

Kühlungsstopp für Entfernung von Krantrümmern erforderlich: Kraftwerksbetreiber TEPCO gab bekannt, dass man am  gestrigen Mittwoch mit Arbeiten zur Bergung eines 35 Tonnen schweren Krans, zum Transport von Brennelementen aus dem Abklingbecken von Reaktor 3 begonnen habe.

Das jetzige Trümmerstück im Becken gehört zu den Schäden, die nach dem Tohoku-Erdbeben und Tsunami im März 2011, durch die Verpuffung von Wasserstoff in dem Reaktorgebäude entstanden waren. Die nun begonnenen Bergungsarbeiten weisen jedoch ein besonderes Risiko auf.

Um zu verhindern, das austretendes Öl das Kühlsystem des Abklingbeckens verunreinigt, wurde die Kühlung für die Dauer der Arbeiten abgestellt. Lediglich an Wochenenden, wenn die Bergungsarbeiten ruhen, soll die Kühlung weitergeführt werden.

Der Kran soll Anfang Juni endgültig geborgen sein. Dann erst wird es möglich, auch im Bezug auf das Abklingbecken von Reaktor 3, an die Bergung der dort befindlichen Brennelemente zu denken. Über den Beginn der Arbeiten berichtete die Kyodo.

Filter von ALPS-Einheit A nach Störung wieder angelaufen: Nachdem der vorgestern durchgeführte Neustart der ALPS-Einheit A abgebrochen werden musste, begann der Kraftwerksbetreiber mit der Suche nach dem Grund für fehlende Filterung, die für die erneute Eintrübung des Wassers verantwortlich gemacht wird.

AKW Fukushima: Bedienung des ALPS-Filtersystems am 4. April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: ALPS-Einheit A nach Fehlschlag erneut gestartet (Foto: TEPCO)

Da die hohe Kalziumkonzentration vermutlich darauf zurückzuführen ist, dass bei der Querstromfiltration keine ausreichende Karbonausfällung erfolgt war, so dass insbesondere die Einspeisung von Natriumkarbonat untersucht wurde.

Die Kontrollen ergaben, dass ein manuelles Ventil, das für den Zufluss des Natriumkarbonats zuständig ist, geschlossen war, so dass der für die Filterung notwendige Stoff nicht einfliessen konnte.

Da die Anlage außer diesem offenbar menschlichen Fehler keine Schäden Schäden aufwies, wurde nach Angaben von TEPCO der Betrieb am gestrigen Abend um 20:24 Uhr wieder aufgenommen.

Pumpe der Grundwasserumleitung erneut gestartet: In der vergangenen Woche musste eine Pumpe der Grundwasserumleitung aufgrund hoher Tritiumwerte gestoppt werden. Heute nahm TEPCO den Betrieb wieder auf, nachdem drei weitere Messergebnisse unter dem Grenzwert lagen. Das berichtet die NHK.

Der Start der Grundwasserumleitung Anfang April soll aus den Bergen kommendes Grundwasser in Lagertanks umleiten, bevor es durch radioaktiv belastetes Wasser aus den Untergeschossen vom Gebäuden der Reaktoranlage kontaminiert werden kann. Nach einer einmonatigen Kontrolle soll das Wasser in den Pazifik verklappt werden.

AKW Fukushima: Pumpe (li.) einer der Grundwasserbrunnen am 9. April 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Pumpe (li.) einer der Grundwasserbrunnen am 9. April 2014 (Foto: TEPCO)

Neben dem Einsatz des Multinuklid-Filtersystems ALPS und der dauerhaften Bodenfrostung durch eine unterirdische Eisbarriere, ist die Grundwasserumleitung einer der drei wichtigsten Schritte zur Bewältigung der Tonnen an radioaktivem Abwasser, die täglich an der Anlage anfallen.

Das Unternehmen erklärte, sollte der selbst gesetzte Grenzwert an einem der Grundwasserbrunnen überschritten werden, erwäge man die Einstellung der Pumparbeiten an dieser Pumpe. Ingesamt werden 12 Brunnen und ihre Pumpen zur Grundwasserumleitung eingesetzt.

Angestellter eines Partnerunternehmens verletzt sich bei Arbeiten: Gegen 11:13 Uhr zog sich ein Angestellter eines Partnerunternehmens bei Arbeiten auf dem Gelände der Verbrennungsanlage eine Verletzung an einem Finger zu.

Nachdem eine Untersuchung im medizinischen Notfallzentrum den Verdacht auf einen offenen Bruch des Kleinfinger-Endglieds der rechten Hand ergab, wurde um 11:29 Uhr der Krankenwagen angefordert und der Patient um 11:54 Uhr abtransportiert. Wie TEPCO meldet, fand sich am Körper keine radioaktive Kontamination.

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