Start Aktuelles Fukushima aktuell: Trümmerräumung dauert länger als geplant

Fukushima aktuell: Trümmerräumung dauert länger als geplant

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Artikelbild: Weg durch die Katastrophenregion Tohoku (Copyright: Andreas Teichert, DTRG e.V.)
Folgen der Fukushima-Katastrophe verlieren ihren Schrecken (Symbolfoto: Copyright: Andreas Teichert, DTRG e.V.)

Während der Besuch des Yasukuni-Schreins durch Premierminister Shinzo Abe zu internationaler Kritik führte, ist in der Präfektur Fukushima heute nicht die Entsorgung von Atommüll Thema, vielmehr geht es um das Problem der Trümmerräumung durch die Naturkatastrophen.

Zu den sonstigen Fukushima News gehören Angaben zur Strahlungsbelastung der Kraftwerksarbeiter. Weitere Meldungen im Spreadnews Japan-Ticker vom 26. Dezember 2013.

Unsere Themen am zweiten Weihnachtsfeiertag:

  • Experten diskutieren Umgang mit radioaktivem Tritium
  • TEPCO präsentiert 10-Jahres-Plan
  • Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter
  • Antrag auf Sicherheitsprüfung für Januar 2014 geplant
  • Trümmerräumung in Fukushima dauert länger als geplant

Trümmerräumung in Fukushima dauert länger als geplant: Das Umweltministerium veröffentlichte heute einen überarbeiteten Entwurf zur Entsorgung von Katastrophentrümmern des Tohoku-Erdbebens 2011 in der Präfektur Fukushima. Dabei musste die Behörde den hierfür erforderlichen Zeitraum weiter ausdehnen als geplant. Insgesamt war die Fertigstellung für elf Gemeinden geplant.

Insbesondere aufgrund der Ermangelung von geeigneten Lagerstätten, werde man das Material nicht wie geplant bis März 2014 entsorgen können. Nun soll zumindest für vier Gemeinden, darunter Minamisoma, der bisherige Termin beibehalten werden und die Trümmer in Lagereinrichtungen gebracht werden.

Für weitere vier Ortschaften sind ähnliche Maßnahmen bis Ende März 2015 geplant. Noch weiter musste der Termin bei zwei Ortschaften verschoben werden. Hier werden entsprechende Erfolge erst Ende März 2016 erwartet. Einzelheiten müssten mit den Ortsverwaltungen besprochen werden. Bei den Trümmern handelt es sich nicht um stark radioaktiv belastetes Material.

Eine weitere Korrektur musste das Umweltministerium auch im Bezug auf den geschätzten Umfang der Katastrophentrümmer vornehmen. Die Menge an Schutt  und sonstigem Material innerhalb der Präfektur wird auf etwa 802.000 Tonnen geschätzt, berichtet die NHK.

Experten diskutieren Umgang mit radioaktivem Tritium: Eine Gruppe von neun Experten trafen sich am Mittwoch im Industrieministerium, um die technologischen Herausforderungen beim Umgang mit kontaminiertem Wasser, das hohe Konzentration an Tritium aufweist, zu besprechen.

Die Filterung von Tritium gestaltet sich schwierig und daher spielt die Risikoeinschätzung von Lagerung und möglicher Verklappung dieser Abwässer eine besondere Bedeutung. Die Expertengruppe will bis zum März 2014 erste Ergebnisse vorweisen. Ziel ist es, die Methode zu ermittelt, die am erfolgversprechendsten ist.

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA war zuvor zu dem Schluss gekommen, die Verklappung von ausreichend gefiltertem Wasser, dass den offiziellen Sicherheitsstandards entspricht, sei eine sinnvolle Option. Gegenwärtig geht das Umweltministerium davon aus, dass künftig bis zu 800.000 Tonnen an kontaminiertem Wasser anfallen werden. Das berichtet die NHK.

Selbst wenn die Experten zu einer realistischen und durchführbaren Lösung des Tritiumproblems gelangen könnten, bedarf es immer noch der Zustimmung der Bevölkerung. Insbesondere Fischereikooperativen haben sich in der Vergangenheit in der Frage der Verklappung ablehnend geäußert.

TEPCO präsentiert 10-Jahres-Plan: Der gestern auf einem Treffen festgelegte Plan sieht für das kommende Jahr zunächst einen Neustart von zwei der sieben Reaktoren am AKW Kashiwazaki-Kariwa vor. Derzeit laufen die notwendigen Sicherheitskontrollen durch die Behörden. Anschließend sollen 2015 Neustarts von zwei weiteren Reaktoren der Anlage folgen.

Bei den verbliebenen drei Reaktoren wird mit längeren Wartezeiten gerechnet, da dort zunächst Arbeiten notwendig sind, um die nationalen Sicherheitsstandards zu erfüllen. Weitere Punkte des Plans betreffen Kosten und Strompreise des Unternehmens. TEPCO hofft nach Angaben der NHK am morgigen Freitag die Genehmigung für den Plan zu erhalten

Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter: Am heutigen Donnerstag übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO die aktuellen Angaben zur Zahl der Beschäftigten an der Anlage, sowie zur Höhe der Strahlungsdosis an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales für den November 2013.

Nach Angaben von TEPCO  waren im November 2013 insgesamt 527 Arbeitskräfte für das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi neu eingestellt worden.
Die maximale Strahlungsbelastung lag bei 14,71 Millisievert. Im Bezug auf die inkorporierte Strahlenbelastung wurden keine signifikanten Werte festgestellt.

Der nächste Bericht, der sich mit den Strahlungsdaten mit Stand von Ende November befassen wird, soll gegen Ende Januar 2014 eingereicht werden.

Antrag auf Sicherheitsprüfung für Januar 2014 geplant: Wie das Unternehmen Nuclear Fuel Ltd. am heutigen Donnerstag mitteilte, plane man, am 7. Januar 2014 einen Antrag auf Sicherheitskontrolle der Wiederaufarbeitungsanlage Rokkasho (Präf. Aomori) zu stellen. Bis Oktober 2014 will man die Einrichtung neu starten können.

Eine derartige Prüfung ist Voraussetzung für eine Genehmigung zum Neustart von Nuklearanlagen. Wie die Atomaufsichtsbehörde NRA nach Angaben der Kyodo erklärte, sei nicht absehbar, welche Zeit die Prüfung in Anspruch nehmen werde. Es wäre die erste eingeleitete Sicherheitsprüfung einer Wiederaufarbeitungsanlage seit Inkrafttreten der neuen Regelungen am 18. Dezember 2013.

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