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Fukushima aktuell: Trümmerräumung für Reaktor 1 angekündigt

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Artikelbild - Blick auf Fukushima-Reaktor 1 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Blick auf Trümmer an Reaktor 1 (Foto: TEPCO)

Neu veröffentlichter Zeitplan mit altbekannten Hindernissen, so könnte man die Meldungen zum AKW Fukushima heute zusammenfassen. Doch die Details der Fukushima News zeigen, welch komplexer Sachverhalt sich hinter dieser Aussage verbirgt. Die Hintergründe nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 23. September 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Trümmerräumung an Reaktor 1 für 2015 angekündigt
  • Weitere Verklappung von Grundwasser erfolgt

Trümmerräumung an Reaktor 1 für 2015 angekündigt: Am gestrigen Montag gab TEPCO bei einem Treffen mit Regierungsvertretern in Iwaki, seine aktuellen Pläne zur Entfernung von Trümmern am Gebäude von Reaktor 1 am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi bekannt.

Demnach soll  mit den Räumarbeiten im Winter kommenden Jahres begonnen werden. Zu den massiven Schäden an dem Gebäude war es durch eine Wasserstoffexplosion als Folge der Kernschmelzen der Tohoku-Katastrophen im März 2011 gekommen.

Problematisch für die Bergung ist der Umstand, das hierfür der um das Gebäude errichtete Schutzmantel wieder demontiert werden muss, so dass eine starke Freisetzung von radioaktivem Material weit über den Bereich des Kraftwerks hinaus befürchtet wird.

Die Besorgnis scheint berechtigt, denn bereits Arbeiten an Reaktor 3 führten zur Kontamination von Reisfeldern. Sowohl Regierung, als auch das Unternehmen versprachen jedoch, ausreichende Schutzmaßnahmen zu treffen.

Neben der zuvor angekündigten Nutzung von chemischen Bindemitteln, die ein Aufwirbeln von kontaminiertem Staub minimieren sollen, versprach der Elektrizitätsanbieter auch die Nutzung von Windschutzschilden und sagte darüber hinaus zu, die Belastung genau zu überwachen und Informationen über einen massiven Anstieg umgehend an örtliche Verwaltungen zu melden.

Auch Yosuke Takagi, Vizeminister für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI), der Regierungsverantwortliche für die Bewältigung der Krise, erklärte gegenüber der Presse, die Sicherheit der Maßnahmen stehe an erster Stelle und müsse vor Beginn der Arbeiten gewährleistet werden.

Wann die zuvor notwendige Demontage des derzeitigen Schutzmantels um Reaktor 1 begonnen werden soll, ist bislang noch offen. Inoffiziell wird jedoch davon gesprochen, bereits kommenden Monat mit dem Abbau zu beginnen, bevor die Räumung erfolgt. Über die Terminbekanntgabe der Trümmerarbeiten berichteten jiji und Präfekturmedien.

Die Errichtung von Gerüsten und Schutzmänteln an den Reaktorgebäuden ist nicht ungewöhnlich. So waren in der Vergangenheit etwa provisorische Hüllen durch stabilere Schutzmäntel ersetzt worden. Neben der eigentlichen Hülle werden unter anderem auch Geräte zur Filterung angebracht und Öffnungen am Gebäude gedämmt.

Die Ummantelung an Reaktor 1 entstand im Oktober 2011. Diese Maßnahmen sollen Witterungseinflüsse von den beschädigten Gebäuden fernhalten und insbesondere das Eindringen von Regenwasser verhindern. Auch die Verbreitung von radioaktivem Material wird so zumindest gedämmt.

Die Entfernung von Trümmern aus den Gebäuden ist Voraussetzung für die Bergung von Brennelementen aus dem Abklingbecken von Reaktor 1. Bei planmäßigem Verlauf sollen die eigentlichen Bergungsarbeiten in der zweiten Hälfte des Fiskaljahrs 2016 anlaufen.

Weitere Verklappung von Grundwasser erfolgt: Am heutigen Dienstag wurde auf dem Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi erneut Grundwasser verklappt. Die Gesamtmenge des zwischen 10:03 Uhr und 16:40 Uhr eingeleites Wassers beläuft sich auf 1.620 Tonnen.

Es handelt sich um Grundwasser aus den Bergen, das vor dem Erreichen des Kraftwerksgeländes in Sondertanks umgeleitet, auf radioaktive Belastung kontrolliert und anschließend in den Pazifischen Ozean eingeleitet wird. Die Grundwasserumleitung erwies sich lange als wenig effektiv.

Erst vergangene Woche hatte TEPCO schließlich erklärt, man könne eine Wirksamkeit der Grundwasserumleitung bestätigen. Vergleichszahlen als Belege für die Behauptung legte das Unternehmen jedoch offenbar nicht vor.

1 KOMMENTAR

  1. mit anderen Worten, die verdammte Lügerei von der Regierung und Tepco geht ungeniert weiter. ausserdem gibt es eine nachrichtensperre der USA. warum? da sollte schon im Mai 2014 der Atommüllteppich an den Küsten der USA angeschwemmt werden. keiner hakt da nach! oder ist der Müll wieder Richtung Japan unterwegs?

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