Start Aktuelles Fukushima aktuell: Tsunami-Experte sagt gegen TEPCO aus

Fukushima aktuell: Tsunami-Experte sagt gegen TEPCO aus

Nach Seismologen belastet nun auch ein Tsunami-Experte den AKW-Betreiber TEPCO

1352
0
TEILEN
Artikelbild - AKW Fukushima: Eintreffen des Tsunami am 11. März 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Eintreffen des Tsunami am 11. März 2011 (Foto: TEPCO)

Die Frage nach der Vermeidbarkeit der Kernschmelzen beschäftigt sowohl die Justiz, als auch den Betreiber des AKW Fukushima heute noch. Wie die Fukushima News immer wieder zeigen, wird TEPCO bei Anhörungen nicht in ein positives Licht gerückt.

Welche Vorbehalte jüngst geäußert wurden, erfährt man nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 13. Juni 2018.

Tsunami-Experte sagt gegen TEPCO aus

Bei der Anhörung vor einem Gericht in Tokyo erklärte Nobuo Shuto, emeritierter Professor der Tohoku-Universität und Tsunami-Experte, im Rahmen seiner Aussage, dass Ereignisse wie die Kraftwerkskatastrophe am AKW Fukushima Daiichi vermeidbar gewesen wären.

Es müsse dabei immer berücksichtigt werden, dass ein Tsunami auch die Risiko-Kalkulationen übertreffen kann. Durch die richtigen Maßnahmen wäre die Krise vermeidbar gewesen.

Allerdings seien Betreiber von Kernkraftwerken häufig nur schwer von der Schaffung baulicher Sicherheitsmaßnahmen wie Flutbrechern und Abdichtungen von Gebäuden zu überzeugen – zu groß ist nach Angaben von Shuto die Angst vor den enormen Kosten dieser Schritte.

Shuto veröffentlichte im Jahr 2002 die Methode zur Tsunami-Einschätzung, die als Standard für die Wahl von Schutzmaßnahmen an Kernkraftwerken in ganz Japan gilt. Über die Aussage berichteten Präfekturmedien.

Im Rahmen des Prozesses werden frühere Mitglieder der Führungsspitze des Elektrizitätsunternehmens angeklagt, durch Nachlässigkeit den Tod der Opfer fahrlässig begünstigt zu haben und somit verantwortlich zu sein.