Fukushima aktuell: Tsunamiwarnung nach schwerem Erdbeben

Fukushima aktuell: Tsunamiwarnung nach schwerem Erdbeben

Tsunami-Warnung nach Erdbeben in der Präfektur Ibaraki

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Artikelbild: Einsatzkarte für Katastrophenhilfe nach der Fukushima-Katastrophe (Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)
Einsatzkarte für Katastrophenhilfe nach der Fukushima-Katastrophe (Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)

Am heutigen Montag kam es gegen 6:00 Uhr Ortszeit (22:00 Uhr deutscher Zeit) zu einem starken Erdbeben. Ersten Meldungen zufolge wies es eine Magnitude der Stärke 7,3 auf. Die US-Erdbebenwarte gab die Stärke mit 6,9 an.

Später wurden die Angaben der japanischen Medien auf 7,4 korrigiert. Es erfolgten bereits mehrere Nachbeben.

Betroffen ist vor allem Nordostjapan und somit auch die Region Tohoku, wo sich 2011 das Großbeben ereignete und ein Tsunami die größte Kraftwerkskatastrophe in der Geschichte Japans auslöste.

Auch in Japans Haupstadt Tokyo, sowie in Yokohama war das Beben spürbar und brachte einige Gebäude zum schwanken.

Das Epizentrum befand sich nach ersten Berichten in der Präfektur Ibaraki in etwa zehn Kilometern Tiefe. Zahlreiche Erdbeben-Apps gaben automatisch Alarm. Spätere Angaben verordneten das Epizentrum dagegen vor der Küste der Präfektur Fukushima.

Tsunamiwarnung für Fukushima

Die Behörden gaben für die Küsten der Präfektur Fukushima eine Tsunamiwarnung aus. Nach Schätzungen der Wetterbehörde ist mit Tsunami von bis zu drei Metern zu rechnen.

Für die Nachbarpräfekturen Miyagi und Iwate, sowie die Präfekturen Aomori und Ibaraki wurde ein Warnhinweis auf mögliche Tsunami ausgegeben.

Gegen 8:09 Uhr wurde der Warnhinweis für die Präfektur Miyagi heraufgestuft und auch dort eine Tsunami-Warnung ausgesprochen. Eine solche Warnung ist mit der Aufforderung zur sofortigen Evakuierung der Küstenregion verbunden.

Um 8:36 Uhr wurde laut Medienberichten ein etwa ein Meter hoher Tsunami vor der Küste der Kernkraftwerke Fukushima Daiichi und Daini gemeldet. Es gab dort jedoch keine Schäden.

Evakuierungsanordnung für zwei Präfekturen ausgeben

Japanischen Fernsehberichten zufolge wird ein erster Tsunami für Iwaki (Präfektur Fukushima) erwartet. Die Einwohner der Ortschaft wurden zur Evakuierung aufgefordert

Um 7:00 Uhr wurde ein Tsunami von 60 Zentimeter  vor dem Hafen Onahama in Iwaki gesichtet. Spätere Meldungen berichten aus dem Hafen von Soma von einer Welle mit 90 Zentimetern Höhe.

Aus der Stadt Ishinomaki (Präf. Ibaraki) wurde ein 80 Zentimeter hoher Tsunami gemeldet und die Präfektur Ibaraki berichtete von einem Tsunami mit 50 Zentimetern Höhe, während in Iwate und Miyagi jeweils 30 Zentimeter hohe Tsunami beobachtet wurden.

Aus Sendai (Präf. Miyagi) wurde ersten Meldungen zufolge ein Tsunami von 1,40 Metern Höhe gemeldet.

Status am AKW Fukushima Daiichi

Kraftwerkbetreiber TEPCO erklärte gegen 6:47 Uhr man prüfe die Kernkraftwerke auf mögliche Schäden und halte die Öffentlichkeit auf dem Laufenden.

Kurz vor 7:00 Uhr gab das Unternehmen bekannt, man habe keine Störungen an beiden Kernkraftwerken festgestellt, es sei lediglich in einem Teil des Gebiets, das vom Unternehmen versorgt wird, der Strom ausgefallen.

Status am AKW Fukushima Daini

Unbestätigten Berichten gegen 7:23 Uhr zufolge habe es am zweiten Kernkraftwerk Fukushima Daini einen Stromausfall gegeben.

Später erklärte TEPCO, das Reinigungssystem für das Kühlsystem der Abklingbecken in Reaktor 3 habe automatisch gestoppt. Die Stromversorgung für wichtige Teile der Anlage sei jedoch nicht betroffen.

Da die Wassertemperatur im Lagerbecken für abgebrannte Brennelemente zum Zeitpunkt des Stopps bei 28,7 Grad Celsius lag und ein Temperaturanstieg von 0,2 Grad pro Stunde erwartet wird, gibt es vorerst keinen Grund zur Besorgnis.

Es gibt nun einen Zeitraum von sieben Tagen, bis der Sicherheitswert von 65 Grad erreicht ist. Gegen 7:51 gab Regierungssprecher Yoshihide Suga bekannt, das keine unmittelbare Gefahr durch Radioaktivität drohe.

Später meldete der Kraftwerksbetreiber TEPCO, dass die Kühlung seit 7:47 Uhr wieder planmäßig laufe.

Sonstiges

In Osaka war das Beben nicht zu spüren, aber auch dort reagierten Smartphone-Apps auf die Warnung. Spezielle Katastrophenschutz-Apps für Touristen sollen im Notfall Hilfe bieten.

Als Service für Ausländer können beim TV-Anbieter NHK über den Zweikanal-Ton mehrsprachige Meldungen zugeschaltet und verfolgt werden.

In der Stadt Koriyama (Präf. Fukushima) machten sich Menschen dennoch weiterhin auf den Weg zur Arbeit.

An einer Raffinerie in Iwaki ist es offenbar zu einem Brand gekommen. Zunächst gab es keine Berichte über Verletzte. Gegen 6:40 Uhr wurde die Löschung gemeldet.

Bei Zügen kam es teilweise zu Verspätungen, da die Shinkansen-Schnellzüge bei Erdbeben automatisch halten.

Gegen 7:53 Uhr ließ die japanische Regierung über ihren Sprecher erklären, bislang gäbe es keine Berichte über nennenswerte Schäden.Jedoch meldete die Präfekturfeuerwehr Fukushima später einige Leichtverletzte.

Demnach wurde in der Ortschaft Yabuki eine Frau Mitte 70 von einem umstürzenden Regal getroffen und in Fukushima Stadt habe ein 60 Jahre alter Mann ebenfalls leichte Verletzungen erlitten.

Mit Stand von 1:17 (MEZ) bzw. 9:17 (JST) beenden wir diesen Nachrichten-Ticker und melden uns später wieder.

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