Start Aktuelles Fukushima aktuell: Tunnelarbeiten weiter durch radioaktive Abwässer behindert

Fukushima aktuell: Tunnelarbeiten weiter durch radioaktive Abwässer behindert

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Artikelbild: Offizielles Foto des AKW Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Das AKW Fukushima Daiichi: (Foto: TEPCO)

Mit zehn Zentimeter tiefem Schnee hatten Kinder in Inawashiro Grund zur Freude. Wenig erfreulich dagegen die vom Kernkraftwerk Fukushima heute gemeldeten fehlenden Fortschritte. Weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. November 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Tunnelbetonierung durch kontaminiertes Wasser behindert
  • Maßnahmen gegen hohe Werte an Grundwassermessposten
  • Manganwert offenbar weiter angestiegen
  • Lagerstandortsuche überschreitet Zeitplan
  • Evakuierte fordern mehr Entschädigung von TEPCO

Tunnelbetonierung durch kontaminiertes Wasser behindert: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO heute mitteilte, werden die Arbeiten auf dem Kraftwerksgelände weiterhin durch kontaminiertes Wasser behindert.

Pläne, das Wasser aus unterirdischen Tunneln durch Spezialzement zu blockieren, so dass die früheren Kabelschächte leergepumpt werden können, konnten bislang nicht erfolgreich umgesetzt werden.

Vorbereitungen in Form erster Dämmmaßnahmen, um den Wasserdurchfluss zu begrenzen, begannen im April und galten am 6. November als abgeschlossen.

Doch der Umstand, das Wasserstände in den Untergeschossen der Reaktorgebäude und der Pegel in den unterirdischen Tunneln weiter den gleichen Schwankungen unterliegen, lässt auf mangelnde Effektivität dieser Vordämmung schließen.

Nun gab das Unternehmen bekannt, die Auffüllung mit Spezialbeton notfalls auch vor dem Abschluss der Pumparbeiten zu beginnen, berichtete die NHK.

Maßnahmen gegen hohe Werte an Grundwassermessposten: Ende Oktober hatte TEPCO eine weitere Erklärung für steigende Grundwasserwerte an einigen Messposten gefunden.

Die selbe Ursache scheint nun auch für die als Grundwasserbrunnen genutzten Entwässerungsleitungen Nr. 18 und 19, die sich westlich  von Reaktor 2 befinden, zu gelten. Dort waren im Oktober im Vergleich mit den anderen Grundwassermessposten durch hohe Cäsiumwerte aufgefallen.

Nachdem die Pumpen abgeschaltet wurden, haben sich nach Angaben von TEPCO die Werte wieder deutlich gesenkt. Ursächlich für das hohe Strahlungsniveau dort wird eine Verbindung zu den Grundwasserposten 16 und 17 vermutet.

Aus diesem Grund habe man am heutigen Freitag die Verbindung zu Posten Nr. 17 blockiert, um weiteren Einfluss zu verhindern, berichtet TEPCO und kündigte an, die Entwicklung weiter zu beobachten.

Manganwert offenbar weiter angestiegen: Eine aktuelle Analyse einer Grundwasserprobe ergab, im Vergleich zur Analyse der Probe vom 10. November höhere Werte an Mangan und Cäsium.

Die zuvor festgestellte Konzentration von Mangan-54 in Höhe von 54 Becquerel pro Liter, liegt nun bei 110 Becquerel pro Liter. Damit wurde ein neuer Höchstwert erreicht. Im Fall von Cäsium-134 stieg der Analysewert von einer Konzentration unterhalb des Nachweiswerts nun auf 920 Becquerel und  auch die Angaben zur Konzentration von Cäsium-137 in Höhe von 9 Becquerel pro Liter, stiegen auf 3.000 Becquerel.

Als Ursache für die höheren Werte werden Reparaturarbeiten vom Vormonat angeführt. Man werde die Entwicklungen weiter verfolgen, erklärte TEPCO.

Evakuierte fordern mehr Entschädigung von TEPCO: Mit insgesamt 2.837 Personen fordert die Hälfte der früheren Einwohner der Ortschaft Iitate, die immer noch Teil der Sperrzone ist, vom Kraftwerksbetreiber TEPCO höhere Entschädigungszahlungen.

Ihre aktuellen Forderungen umfassen eine mehr als Verdreifachung der monatlichen Entschädigungszahlungen von 100.00 auf 350.000 Yen, sowie eine offizielle Entschuldigung von TEPCO. Eine einmalige Zahlung soll zudem für die Zerstörung der sozialen Gemeinschaft entschädigen.

Als Begründung führen sie an, dass die Evakuierung Familien und ganze Gemeinschaften auseinandergerissen hat und die teilweiweise jahrhundertealte Geschichte dieser Ortschaften zerstöre.

Als Reaktion ließ TEPCO verlauten, man werde den genauen Inhalt der Forderungen prüfen und die Angelegenheit gemäß der Entschädigungsrichtlinien behandeln. Über die Forderungen berichteten Kyodo und NHK.

Lagerstandortsuche überschreitet Zeitplan: Wie Japans Umweltministerium am heutigen Freitag mitteilte, wird die Untersuchung von potentiellen Lagerstandorten in der Präfektur Miyagi aufgrund örtlicher Widerstände und des hereinbrechenden Schneefalls nicht wie geplant in diesem Monat abgeschlossen werden.

Nun hoffen die Verantwortlichen, die Prüfungen in fünf Präfekturen frühestens Ende Mai durchführen zu können. Das berichtete Kyodo und NHK.

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