Fukushima aktuell: Übergangshäuser finden neue Heimat

Fukushima aktuell: Übergangshäuser finden neue Heimat

Langfristige Alternativen zum Abriss gesucht

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Artikelbild - Übergangshaussiedlung (Foto: Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)
Nicht nur in Fukushima präsent: Übergangshäuser in der Präfektur Miyagi (Foto: Copyright by Andreas Teichert/DTRG e.V.)

Auch wenn sich die Präfektur Fukushima heute um Normalität bemüht, so sind leerstehende Übergangshäuser immer noch ein sichtbares Zeugnis der früheren Ereignisse.

Wie mit diesem Erbe des 3/11 umgegangen wird und weitere Fukushima News sind jetzt Thema im Spreadnews Japan-Ticker vom 26. April 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Erstmals Übergangshäuser in einstige Sperrgebietsgemeinde verlegt
  • Zeitweiser Ausfall des Wassertransfers an Reaktor 2
  • Wiederaufbauminister tritt nach erneuten Äußerungen zurück
Erstmals Übergangshäuser in einstige Sperrgebietsgemeinde verlegt

Nach der weitgehenden Freigabe von Namie im vergangenen Monat, hat die Verwaltung die Umverlegung von fünf der so genannten Übergangshäuser aus Nihonmatsu in die einstige Sperrgebietsgemeinde beschlossen.

Es ist das erste mal, dass die kleinen Häuser in Fertigbauweise in ein früheres Evakuierungsgebiet zurückverlegt werden, um dort Obdach zu bieten.

Ehemalige Übergangshäuser finden kaum Nachbewohner und bislang gibt es erst drei Fälle, in denen die Gebäude nach Ende der Nutzung durch Evakuierte, anderweitig verwendet werden. Abnehmer gibt es somit derzeit kaum.

Den leerstehenden Übergangshäusern droht der Abriss, was durch die anfallenden Entsorgungskosten auch finanziell kritisch gesehen wird.

Zumindest in Namie haben die Gebäude einen neuen Verwendungszweck gefunden. Hier sind sie begehrt und sollen im Rahmen einer Projekts als Gästehäuser für Menschen dienen, die ihren einstigen Wohnort zeitweise besuchen.

Der Bedarf an den Übergangshäusern ist zumindest dort hoch, denn viele frühere Einwohner kommen zurück, um aufzuräumen, Reparaturen und sogar Renovierungen durchführen zu können.

Eine Übernachtungsmöglichkeit stärke den Bezug zum Ort und trage körperlich und seelisch dazu bei, sich wieder niederzulassen – so die Überzeugung der Verantwortlichen. Über die Wiederverwendung berichteten Präfekturmedien

Zeitweiser Ausfall des Wassertransfers an Reaktor 2

Am gestrigen Dienstag kam es gegen 21:19 Uhr zu einem automatischen Alarm, der auf Probleme an der Transferpumpe für angesammeltes Wasser von Reaktor 2 hinwies. Der Betrieb der Pumpe wurde daraufhin gestoppt und eine Untersuchung eingeleitet.

Wie heute bekannt wurde, gab es offenbar ein technisches Problem am dortigen Terminalserver. Nach einem Neustart um 23:13 Uhr traten keine weiteren Probleme auf, so dass Pumpbetrieb und Wassertransfer um 23:24 Uhr fortgesetzt wurden.

Nun versuche man die Hintergründe für den Zwischenfall zu ermitteln. Das teilte Kraftwerksbetreiber TEPCO mit.

Wiederaufbauminister tritt nach erneuten Äußerungen zurück

Masahiro Imamura, der Minister für den Wiederaufbau der Region Tohoku nach dem Großbeben und Tsunami, sowie der Kraftwerkskatastrophe 2011, war bereits wegen seiner Äußerungen über Evakuierte aus Fukushima heftig kritisiert worden.

Die Regierung Abe hatte jedoch den geforderten Rücktritt ausgeschlossen, obwohl dieser bei einer Pressekonferenz zu diesem Thema ausfällig geworden war.

Nachdem gestrige Äußerungen erneut für einen öffentlichen Aufschrei gesorgt hatten, zog der Minister nun die Konsequenzen und trat von seinem Posten zurück.

Auf einer Feierlichkeit in Tokyo hatte Minister Imamura im Rahmen einer Rede erklärt, es sei „gut, dass es  Tohoku war“, die von  Katastrophe getroffen wurde. Hätte sie sich in Nähe zum Großraum Tokyo ereignet, wäre es nämlich zu „schweren Schäden“ gekommen.

Opposition, Lokalpolitiker und die Bürger der Präfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi zeigten sich bestürzt und empört über den erneuten verbalen Ausrutscher des Ministers. Dies sei gleichermaßen eine Missachtung der Todesopfer und der Überlebenden, hieß es.

Noch am selben Tag reichte Imamura seinen Rücktritt vom Posten als Minister für Wiederaufbau ein und entschuldigte sich dafür, die Menschen in der Region gekränkt und durch seine Äußerungen verletzt zu haben.

Nachfolger aus Fukushima

Sein Nachfolger, Masayoshi Yoshino, dürfte ein glücklicheres Händchen bei der Wortwahl haben. Der Politiker stammt aus Iwaki, in der Präfektur Fukushima.

Über die Umstände des Rücktritts berichteten zahlreiche japanische Medien, darunter Kyodo, jiji, NHK und Präfekturmedien

 

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