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Fukushima aktuell: Übergelaufener Behälter am ALPS-Filtersystem

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Artikelbild - AKW Fukushima: Situation am ALPS nach dem Überlaufen am 16. April 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Situation am ALPS nach dem Überlaufen am 16. April 2014 (Foto: TEPCO)

Das ALPS-Filtersystem sorgt am Kernkraftwerk Fukushima heute erneut für Probleme – nun ist ein Behälter der Anlage übergelaufen. Doch auch an anderer Stelle des Kraftwerks gibt es Probleme und im Bezug auf Transparenz zeigt sich die japanische Regierung nicht von seiner besten Seite.

Diese Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 16. April 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Übergelaufener Behälter am ALPS-Filtersystem
  • Öllachen in Turbinengebäude:
  • Schätzungen zur Strahlungsdosis ein halbes Jahr lang zurückgehalten

Übergelaufener Behälter am ALPS-Filtersystem: Am heutigen Mittwoch entdeckten Angestellte eines Partnerunternehmens gegen 12:19 Uhr , dass es an einem der so genannten High Integrity Container” (HIC) der Multinuklid-Filteranlage ALPS zum Überlaufen einer Flüssigkeit gekommen war.

Untersuchungen ergaben, dass es sich um eine Mischung aus gefiltertem Wasser und Adsorptionsmittel handelt, da an dieser Stelle des Filtersystems eine Einspeisung durch den Adsorptionsturm erfolgt.

Der HIC-Behälter war bei der Reinigung übergelaufen. Er gehört nur zu einer der drei Einheiten des ALPS-Systems und war somit Teil der Wasserfilterung. Insgesamt sollen 1,1 Tonnen Wasser übergelaufen sein.

Das ausgetretene Wassergemisch blieb nach Angaben von TEPCO innerhalb der Abgrenzung des Gebäudes und breitete sich auf einer Fläche von etwa 8 x 9 Metern aus. Nach einem zeitweisen Halt der Transferpumpe wurde der Wasseraustritt um 13:24 Uhr als gestoppt bestätigt.

Das Wasser weist nach Betreiberangaben eine Konzentration an Betastrahlern wie etwa Strontium, in Höhe von 3,8 Millionen Becquerel Cäsium-137 in Höhe von 6.700 Becquerel auf.

Wie das Unternehmen erklärte, weise die Anlage keine Schäden auf, auch Arbeiter seien bei dem Zwischenfall nicht verletzt worden.

Zusätzlich zu diesem Zwischenfall meldete die ALPS-Anlage gegen 12:36 Uhr einen Alarm, der auf Probleme an einem Filter für Karbonationen, wie etwa von Calcium und Magnesium, die andernfalls die Adsorption von Strontium behindern würden, hinwies. Gegenwärtig untersuche man, ob ein kausaler Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen bestehe.

Über das jüngste Problem am krisengeschüttelten Multinuklid-Filtersystem berichtete neben dem Betreiber TEPCO auch Kyodo und NHK.

Öllachen in Turbinengebäude: Am gestrigen Dienstag entdeckten Angestellte des Kraftwerksbetreibers TEPCO gegen 15:20 Uhr, dass im Bereich des Öltanks eines Hebekrabs im Turbinengebäude von Reaktor 2 an zwei Stellen Öllachen von 2×1 Meter und 5 x 1 Meter auftraten.

Nachdem die Feuerwehr Futaba um 15:29 Uhr informiert worden war, habe man den weiterhin auftretenden Ölaustritt am Boden des Behälters entdeckt. Eine Vorrichtung zur Aufnahme des austretenden Öls wurde angebracht. Eine Aufnahme des bereits ausgetretenen Öls durch geeignete Adsorptionsmittel soll folgen.

Schätzungen zur Strahlungsdosis ein halbes Jahr lang zurückgehalten: Die japanische Regierung hielt Einschätzungen zur Strahlungsbelastung von Rückkehrern in die Präfektur sechs Monate lang zurück, obwohl an der Hälfte der untersuchten Bereiche, das langfristige Ziel von einem Millisievert pro Jahr überschritten wurde.

Die Strahlungsbelastung von Personen sollte unter ein Millisievert pro Jahr (0,23 Mikrosievert pro Stunde) gesenkt werden.

Im vergangenen Juni hatten das Nationale Institut der radiologischen Wissenschaften (NIRS), gemeinsam mit der Japanischen Atomenergiebehörde JAEA, auf Anordnung der Regierung an 43 Standorten in Tamura, Kawauchi und Iitate Messungen der Umgebungsradioaktivität durchgeführt und Einschätzungen zur Belastung von Einzelpersonen getätigt.

Die Messungen ergaben jedoch, dass an 27 der 43 Standorte eine Umgebungsradioaktivität über 0,23 Mikrosievert pro Stunde bestand und somit eine jährliche Belastung der Standorte von über einem Millisievert erreicht wurde.

Untersuchungen im vergangenen Herbst an einem Dutzend Standorte zeigten zwar, dass die Belastung für Personen durchschnittlich 30 Prozent niedriger war, als die Umgebungsradioaktivität und daher Menschen vermutlich nicht derartig belastet würden – trotzdem waren diese Daten der Regierung offenbar zu heikel.

Die Arbeitsgruppe des Kabinettsbüros veröffentlichte den bereits Mitte Oktober vorliegenden Zwischenbericht, bei keinem der Treffen mit Einwohnern der Stadt Tamura (Bezirk Miyakoji), sondern erst, nachdem die Evakuierungsaufforderung für den Bezirk Miyakoji aufgehoben worden war.

Anfang April war lediglich ein Abriss veröffentlicht worden. Die Asahi Shimbun stellte daraufein eine Anfrage und erhielt die Untersuchungsergebnisse. Gleichzeitig veröffentlichte die Regierung die Informationen auf der Webseite des Industrieministeriums und erklärte, man habe die Daten ohnehin am 18. April veröffentlichen wollen.

Obwohl man noch Feinabstimmungen des Berichts geplant hatte, habe man sich zur jetzigen Veröffentlichung entschieden, da die Anfrage der Zeitung zeige, dass das allgemeine Interesse größer als erwartet ist.

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