Fukushima aktuell: Überreste von Brennelementen in Reaktor 2 entdeckt

Fukushima aktuell: Überreste von Brennelementen in Reaktor 2 entdeckt

Spuren der Kernschmelze in Fukushima-Reaktor entdeckt

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Artikelbild - AKW Fukushima: Kleine Einheit des Myonen-Scanners am 16. März 2016 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Kleine Einheit des Myonen-Scanners am 16. März 2016 (Foto: TEPCO)

Nachdem es bereits erste Hinweise gab, wurden im Bezug auf das AKW Fukushima heute  Erfolge bei der Lokalisierung geschmolzenen Brennelemente bekannt. Darüber hinaus kündigt die Regierung in Japan aktuell besseren Schilddrüsenschutz für Kinder an.

Diese Fukushima News finden sich nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. Juli 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Reaktorscan lokalisiert Brennelemente in Reaktor 2
  • Jodgelee für Kinder in AKW-Nähe geplant
Reaktorscan lokalisiert Brennelemente in Reaktor 2

Ende vergangenen Monats lieferten Myonen-Scans erste Hinweise auf geschmolzene Brennelemente in Reaktor 2. Eine gestern bekannt gewordene Auswertung gibt nun weitere Informationen über den Verbleib des zusammengeschmolzenen Materials.

Demnach hätten sich etwa 200 Tonnen des Materials, sowie Trümmer am Boden des Reaktordruckbehälters gesammelt. Dies legen die Ergebnisse der Scans nahe.

Es ist somit das erste Mal, dass die gegenwärtige Lage der geschmolzenen Brennelemente genau eingekreist werden konnte. So banal diese Entdeckung wirken mag, so wichtig ist sie für die Entwicklung künftiger Bergungspläne.

Über diese Auswertung berichten Kyodo und Präfekturmedien unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen.

Für die Scans wurde erfasst, wie kosmische Teilchen (Myonen) den Reaktor durchdringen und lediglich von Material mit hoher Dichte, wie etwa Uran, von ihrer Bahn abgelenkt werden.

Durch die Erfassung dieser Abweichungen lässt sich am Computer die Position des radioaktiven Materials im Inneren des Gebäudes berechnen und darstellen.

Jodgelee für Kinder in AKW-Nähe geplant

Das Kabinettsbüro will in diesem Jahr eine neue Strahlenschutzmaßnahme im Fall von Reaktorunfällen an Familien in jenen Gebieten verteilen, die in einem 30-Kilometer-Radius um die Atomkraftwerke und Wiederaufarbeitungsanlagen des Landes wohnen.

Schilddrüse mit Strahlungsbelastung (Symbolbild, pd)
Kinderfreundlicher Schilddrüsenschutz bei AKW-Krisen entwickelt (Symbolbild, pd)

Bei der Freisetzung radioaktiven Materials während einer Reaktorkrise erfolgt in der Regel eine Anweisung zur Einnahme hochdosierter Jodtabletten, um die Ansammlung von radioaktiven Jod-Isotopen in der Schilddrüse zu verhindern.

Wurden Eltern bislang angewiesen, im Katastrophenfall die Jodtabletten zu zerkleinern und mit Sirup zu mischen, um sie Babys zu verabreichen, soll ihnen künftig ein fertiges Jodgelee zur Verfügung gestellt werden.

Den Verwaltungen in 24 Präfekturen erhalten für die etwa 110.000 Kinder entsprechende Lieferungen. Mit dem Versand der etwa 300.000 Pakete soll in diesem Herbst begonnen werden.

Es wird zwei Arten von Jodgelee geben, die sich nach dem Alter der Kinder richten. Beide verfügen über eine Haltbarkeitsdauer von drei Jahren. Über die geplante Einführung der Maßnahme berichtete die Kyodo.

 

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