Fukushima aktuell: Überschwemmung riss hunderte Säcke kontaminierter Abfälle mit sich

Fukushima aktuell: Überschwemmung riss hunderte Säcke kontaminierter Abfälle mit sich

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Artikelbild - Lagerung von Kunststoffsäcken mit Dekontaminationsabfall am 31. Mai 2015 (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Lagerung von Kunststoffsäcken mit Dekontaminationsabfall am 31. Mai 2015 (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Wie aus der Präfektur Fukushima aktuell bekannt wurde, ist die Freisetzung von Plastikbehältern mit kontaminierten Abfällen weitreichender als bislang angenommen. Das Problem weitet sich somit weiter aus.

Weitere Fukushima News befassen sich mit weiteren Regenwasserlecks. Einzelheiten der aus Japan aktuell gemeldeten Neuigkeiten, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. September 2015.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Fast 400 Säcke mit Dekontaminationsabfall gelangte in Flüsse
  • Regenwasserleck am Damm von Lagertankbereich H6

Fast 400 Säcke mit Dekontaminationsabfall gelangte in  Flüsse: Erneut weiten sich die Probleme um radioaktiv belastete Abfälle, die nach schweren Regenfällen in Flüsse gespült worden waren, weiter aus.

Sowohl die Anzahl, als auch die Berichte über Schäden an den Säcken haben sich weiter erhöht. Zuvor war die ursprüngliche Zahl von 82 fortgespülten Müllsäcken bereits auf 240 erhöht worden.

Nun gehe man davon aus, dass 395 Behältnisse durch die heftigen Regenfälle fortgespült wurden. Auch wenn die Mehrzahl von 314 Säcken wieder geborgen werden konnten, ist das Problem hierdurch noch nicht gelöst.

Denn die Hälfte der bislang wiedergewonnenen Abfallsäcke sind gerissen und der Inhalt gelangte bereits in die Umwelt.

Nach Darstellung von Umweltminister Yoshio Mochizuki handelt es sich um Zweige und Gräser, die erst vor kurzem entfernt worden waren und nur einen geringen Kontaminationsgrad aufweisen.

Die mögliche Gefahr für die Umwelt sei als gering anzusehen, so Minister Mochizuki.

Die Mehrzahl der Plastiksäcke soll bei der Dekontamination von Iitate angefallen sein und neben Zweigen, Laub und Gräsern auch kontaminiertes Erdreich enthalten.

Sie waren übergangsweise auf landwirtschaftlichen Nutzflächen nahe des Flusses Niida gelagert worden. Über die erneute Erhöhung der bisherigen Anzahl berichteten Kyodo und NHK.

Regenwasserleck am Damm von Lagertankbereich H6: Am frühen Montagabend entdeckten Angestellte eines Partnerunternehmens gegen 17:35 Uhr, dass Regenwasser aus dem Damm am Lagertankbereich H6 austrat.

Offenbar gibt es mehrere Leckstellen, zu denen ein Rohr durch die Betonbarriere und das Verbindungsstück einer flachen Stahlplatte gehören.

An dem Rohr wurde eine etwa fünf Zentimeter messende Öffnung und an der Verbindung zwischen zwei Stahlplatten weitere Öffnungen von einem Zentimeter Breite festgestellt.

Das Wasser gelangte jedoch nur aus der inneren Betonbarriere und nicht über die äußere Barriere hinaus. Das berichtete TEPCO noch am gestrigen Abend.

Am heutigen Dienstag aktualisierte das Unternehmen die bisherigen Angaben. So habe man gestern um 19:25 Uhr mit der Sicherung des ausgetretenen Wassers mit Absorptionsmaterial begonnen und die Arbeiten um 21:39 Uhr abschließen können.

Das angesammelte Wasser sei dann in Behälter des Lagertanks H4 abgeleitet worden. An den drei Leckstellen wurden Abdichtungsmaßnahmen durchgeführt.

Heute morgen um 7:25 Uhr habe man dann den Stopp des Wasseraustritts an allen betroffenen Stellen melden können.

Im Bezug auf die Konzentration von radioaktivem Material in dem Wasser, konnte lediglich das Wasser innerhalb des Damms analysiert werden, da die ausgetretene Menge zu gering sei.

Demnach lag die Belastung mit Cäsium-134 unter dem Nachweiswert und im Fall von Cäsium-137 bei 1,7 Becquerel pro Liter. Die Gesamtmenge an Betastrahlern wird mit 300 Becquerel pro Liter angegeben.

Über die neuen Erkenntnisse berichtete ebenfalls der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

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