Start Aktuelles Fukushima aktuell: Umgang mit Analysedaten bringt TEPCO harsche Kritik ein

Fukushima aktuell: Umgang mit Analysedaten bringt TEPCO harsche Kritik ein

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Artikelbild - AKW Fukushima: Labor in dem Grundwasseranalysen durchgeführt werden (Foto: TEPCO)
TEPCO-Labor für Grundwasseranalysen (Symbolfoto: TEPCO)

Gestern beklagte Japan die ausstehenden Medaillen und noch am selben Tag gab es die ersten beiden Auszeichnungen, wenn auch keine Goldmedaille dabei war. Keine Auszeichnung hat der Betreiber des AKW Fukushima heute erhalten, vielmehr gab es deutliche Kritik an Messmethoden und Informationspolitik.

Fukushima News sowie Neuigkeiten zu Neustartplänen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 12. Februar 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO wegen verheimlichter Messdaten kritisiert
  • Zusammenfassung der Risssituation
  • Geologische Vorbedingung für Neustart am AKW Oi erfüllt
  • Kein schnelles Ende von AKW-Sicherheitskontrollen

TEPCO wegen verheimlichten Messdaten kritisiert: Am heutigen Mittwoch kritisierte die Atomaufsichtsbehörde NRA den Betreiber des AKW Fukushima für sein mangelndes Verständnis bei der Handhabung radioaktiven Materials und die dadurch entstehenden Probleme.

TEPCO hatte Ende Januar 2014 eingeräumt, die Ergebnisse von 140 Strontium-Analysen, die zwischen Juni und November 2013 gemacht worden waren, vorsätzlich zurückgehalten zu haben (Spreadnews berichtete am 9. Januar 2014).

Nachdem die Atomaufsichtsbehörde NRA sich mit den wechselnden Erklärungen für die Zurückhaltung nicht mehr zufrieden gab, hatte TEPCO schließlich die ausstehenden Daten veröffentlicht und behauptet, sie jetzt erst zusammengestellt zu haben. Offenbar waren sie dem Unternehmen jedoch bereits seit Juli 2013 bekannt.

Kraftwerksbetreiber TEPCO betonte, man habe die Daten nicht vertuschen wollen. Vielmehr sei die starke Diskrepanz zwischen den Ergebnissen der Analysen der Grund gewesen. Man habe die Richtigkeit der Messergebnisse aufgrund der Schwankungen angezweifelt. Die Veröffentlichung sei jetzt erst erfolgt, da man sich nun der Korrektheit sicher sei.

Shunichi Tanaka, Vorsitzender der Atomaufsicht NRA rügte den Atomkonzern für sein vorgehen. Etwas derartiges dürfe nicht passieren. Der Fall hatte aufsehen erregt, nachdem ein Strontiumwert irrtümlich mit 900.000 Becquerel pro Liter beziffert worden war, obwohl die tatsächliche Konzentration bei fünf Millionen lag (Spreadnews berichtete am 7. Februar 2014).

Über die aktuellen Angaben berichtete die jiji.

TEPCO lässt Wasserproben, abhängig von deren Herkunft in drei unterschiedlichen Einrichtungen untersuchen. Da TEPCO nach Angaben einer Pressekonferenz die Laborarbeiten nicht von eigenen Mitarbeitern durchführen ließ, sondern die Analysen dort ausgelagert hatte, stellt sich die Frage nach der Beaufsichtigung der externen Arbeiten durch den Betreiber.

Zusammenfassung der Risssituation: Am heutigen Mittwoch fasste der Kraftwerksbetreiber TEPCO die gestrige Entdeckung von zwei langen Rissen im Boden des Lagertankbereichs H4 noch einmal in einer Meldung zusammen.

AKW Fukushima: Bodenriss im Lagertankbereich H4 (Osten) am 11. Februar 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Bodenriss im Lagertankbereich H4 (Osten) am 11. Februar 2014 (Foto: TEPCO)

Das Unternehmen bestätigte heute, es handele sich um zwei Risse von 12 bzw. acht Metern Länge. In dem Bereich habe Schnee gelegen.

Im Schmelzwasser sei eine Cäsium-Gesamtkonzentration von 58 Becquerel und 2.100 Becquerel an Strontium-90 pro Liter nachgewiesen worden.

Das Unternehmen schließe nicht aus, das Wasser in den Boden gelangt sein könnte. Änderungen an den Wasserpegeln der Lagertanks gebe es nicht (Spreadnews berichtete am gestrigen Dienstag).

Heute reichte das Unternehmen zudem zwei Fotos der Rissstellen nach. Auf den gestern an beiden Stellen gemachten Aufnahmen ist der jeweilige Riss zu sehen.

In einem Fall ist der angetaute Schnee sehr deutlich sichtbar (siehe links). Als Ursache für die Schäden am Beton vermutet der Elektrizitätsanbieter die Kälte.

Geologische Vorbedingung für Neustart am AKW Oi erfüllt: Japans Atomaufsichtsbehörde NRA bestätige am heutigen Mittwoch in einem Schlussbericht, die Behörde teile nunmehr die Ansicht der Betreiberfirma Kansai Electric.

Die untersuchte geologische Verwerfung F-6 wurde als inaktiv und nicht als anfällig für Beeinflussung durch die aktive Nachbarverwerfung eingestuft.

Damit ist das AKW Oi (Präf. Fukui) das erste von sieben Kraftwerken auf der Kontrollliste, für die diese geologische Vorbedingung zum Neustart von Reaktoren erfüllt ist.

Bei einer anderen Anlage, dem AKW Tsuruga, das sich ebenfalls in der Präfektur Fukui befindet, war dagegen im Mai 2013 die Aktivität einer Verwerfung unter einem der Reaktoren bestätigt worden. Der Betrieb von Reaktoren an derartigen Risikostandorten ist nach japanischen Bestimmungen verboten.

Der Vorsitzende der NRA, Shunichi Tanaka, erklärte, man habe die aktuelle Entscheidung zum AKW Oi Entscheidung auf Basis sorgfältiger Untersuchungen gemacht. Entsprechende Inspektionen am AKW Oi waren im November 2012 angelaufen. Über die Erfüllung des Kriteriums für Neustarts berichteten NHK und jiji

Kein schnelles Ende von AKW-Sicherheitskontrollen: Auch zur Frage der Sicherheitskontrollen von 16 Reaktoren äußerte sich die Leitung der Atomaufsichtsbehörde NRA. Demnach sei unwahrscheinlich, dass auch nur eine der Kontrollen vor Ende des Fiskaljahrs Ende März abgeschlossen sein wird. Das berichtete die Kyodo.

Die Überprüfung der Anlagen auf die Einhaltung der neuen Sicherheitsrichtlinien, ist neben der seismischen Unbedenklichkeit des Standorts die Grundvoraussetzung für die Stellung eines Neustartantrags von Reaktoren.

Zu den Bedingungen gehört die Anbringung von Filtern an den Lüftungen, um im Fall eines Zwischenfalls die Menge an freigesetztem radioaktiven Material zu verringern.

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