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Fukushima aktuell: Umstrittene Recycling-Entscheidung war finanziell motiviert

Finanzielle Interessen beeinflussten Einschätzung von kontaminiertem Erdreich

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Artikelbild - Yen Geldscheine (Foto: pd)
Zeitplan für Ende der Finanzhilfen steht (Symbolfoto: pd)

Während schwere Regenfälle die Feuerwehr der Präfektur beschäftigten, lieferten in Fukushima heute freigegebene Dokumente zur Wiederverwendung von Dekontaminationsabfall neuen Stoff für Diskussionen.

Die Einzelheiten zu diesen Fukushima News, sowie weitere aus Japan aktuell gemachte Meldungen gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 3. August 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Recycling-Entscheidung für stark radioaktives Erdreich war finanziell motiviert
  • Stadt Iwaki plant Modellversuch gegen kontaminierte Straßengräben
  • Keine Auffälligkeiten nach doppeltem Luftbelastungsalarm
Recycling-Entscheidung für stark radioaktives Erdreich war finanziell motiviert

Die umstrittene, doch im Juni genehmigte Verwendung von zuvor stark radioaktiv belastetem Erdreich als Aufschüttung im Straßenbau, sofern die Belastung auf 8.000 Becquerel pro Kilogramm gesenkt werden kann, war finanziell motiviert.

Das geht aus einem Dokument hervor, dass bei einem vertraulichen Treffen des Umweltministeriums am 27. Januar ausgehändigt worden war und aus der Feder der japanischen Atomenergiebehörde JAEA stammt.

Das Umweltministerium veröffentlichte es am Montag auf seiner Webseite. In dem Papier werden Kontaminationsgrad, Reduzierung des Gesamtvolumens und die Kosten miteinander verglichen.

Die Einhaltung der allgemeinen Sicherheitsrichtlinien für die Wiederverwendung von radioaktivem Material würde eine Reduzierung auf 100 Becquerel pro Kilogramm und eine Volumenreduzierung von 40 Prozent mit Kosten in Höhe von 2,9127 Trillionen Yen mit sich bringen.

Durch die umstrittene Entscheidung, 8.000 Becquerel pro Kilogramm als Cäsiumgrenzwert zu akzeptieren, wird das Volumen zwar nur um 0,2 Prozent reduziert, allerdings auch nur 1,345 Trillionen Yen kosten und 99,8 Prozent des Erdreichs als „sicher“ klassifizieren.

Nachdem zwischen Januar und Mai insgesamt sechs Treffen hinter verschlossenen Türen stattgefunden hatten, gab das Ministerium Ende Juni die kosteneffektive Entscheidung bekannt. Über die Veröffentlichung der vertraulichen Papiere berichtete die Mainichi Shimbun.

Kritiker hatten vor der Freigabe des kontaminierten Erdreichs protestiert, und Sicherheitsbedenken, sowie die Sorge vor illegaler Entsorgung im Straßenbau geäußert.

Stadt Iwaki plant Modellversuch gegen kontaminierte Straßengräben

Die Stadt Iwaki plant die Beseitigung von radioaktiv belasteten Sedimenten aus Straßengräben selbst in die Hand zu nehmen. Im Rahmen der Initiative sollen zwischen Dezember 2016 und März 2017 die Ablagerungen entfernt werden.

Der entsprechende Modellversuch hierfür soll im Bezirk Onahama erfolgen und dort 3.192 Hektar betreffen. Der Bezirk war aufgrund der geringen Umgebungsradioaktivität und der schwachen Belastung der dortigen Ablagerungen gewählt worden.

Die Entfernung aus Gullis und Gräben auf einer Strecke von 78 Kilometern wird geschätzte 2.410 Kubikmeter Material betreffen. Die anfallenden Kosten von 570 Millionen Yen sollen von der Stadt gezahlt werden.

Aufgrund niedriger Cäsiumkonzentrationen von weniger als 2.000 Becquerel kann das Material in getrocknetem Zustand auf der Anlage für Industrieabfälle entsorgt werden. Das Modellprojekt soll die Effektivität der erforderlichen Maßnahmen ermitteln.

Sollte sich das Projekt als erfolgreich erweisen, soll es im kommenden Jahr in allen 11 Bezirken der Stadt anlaufen, ausgenommen davon ist lediglich ein Bezirk, wegen der dortigen Dekontaminationsarbeiten. Man hofft mit einer Fertigstellung im Fiskaljahr 2018.

Über die Ziele der Gemeinde berichteten Präfekturmedien.

Keine Auffälligkeiten nach doppeltem Luftbelastungsalarm

Nachdem es am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi gestern zwei mal zu Alarmen aufgrund gestiegener Umgebungsradioaktivität gekommen war, jedoch Kontrollen keine Auffälligkeiten nachweisen konnten, machte das Betreiberunternehmen TEPCO heute weitere Angaben.

Demnach hätte auch eine Analyse des Filterpapiers keinerlei Hinweise auf eine gestiegene Konzentration von radioaktiven Partikeln in der Luft ergeben, so dass offenbar tatsächlich ein doppelter Fehlalarm vorlag.

TEPCO gab bekannt, den Filter des betroffenen Messposten auszutauschen.

 

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