Start Aktuelles Fukushima aktuell: Umstrittene Vollgefrierung des Eiswalls genehmigt

Fukushima aktuell: Umstrittene Vollgefrierung des Eiswalls genehmigt

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Artikelbild - AKW Fukushima: Beaufsichtigung der Eiswall-Entwicklung (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Beaufsichtigung der Eiswall-Entwicklung im Juli 2016 (Foto: TEPCO)

Offenbar bekam der Betreiber des AKW Fukushima heute schon den Freibrief für die Schließung des Eiswalls. Erst am Montag berichteten wir über den entsprechenden Antrag des Betreibers.

Welche Fukushima News sich daraus noch ergeben werden, bleibt abzuwarten, immerhin hat TEPCO in seinem Gesamtkonzept zur Stilllegung gleich mehrere Baustellen.

Die Informationen über den jüngsten Entschluss gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 28. Juni 2017.

Vollständige Gefrierung des Eiswalls genehmigt

Am heutigen Mittwoch hielt die Atomaufsichtsbehörde NRA ein offizielles Treffen ab, um den zuvor eingereichten Eiswall-Antrag des AKW-Betreibers TEPCO auf vollständige Gefrierung der letzten Teilabschnittes zu beraten.

Die Anlage ist seit dem Start des Eiswalls im März 2016 nunmehr seit 15 Monaten in Betrieb, jedoch wurde der unterirdische Rohrverlauf um die Reaktorgebäude 1 bis 4 aufgrund von Einwänden bislang nicht gänzlich geschlossen.

Als Ergebnis der heutigen Gespräche genehmigte die NRA den Antrag und erlaubt damit dem Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi das letzte Teilstück von etwa sieben Metern ebenfalls zu schließen. Der Abschluss des vorletzten Teils erfolgte im März 2017.

TEPCO kündigte an, die Arbeiten zum Schließen der Barriere einzuleiten, sobald eine offizielle Genehmigung veröffentlicht wurde. Das berichteten Präfekturmedien, sowie die NHK

Hintergrund

Auf dem Gelände verlaufen in einer Tiefe von 30 Metern etwa 1.500 Rohre, die in einer Strecke von 1,5 Kilometern die Reaktorgebäude 1-3 umschließen. In den Rohren zirkuliert ein Kühlmittel, um das umgebende Erdreich zu gefrieren.

Durch diese Maßnahme will TEPCO die Vermischung von sauberem Grundwasser mit radioaktiv kontaminierten Abwässern aus den Untergeschossen der Gebäude verhindern und auf diese Weise die Gesamtmenge an kontaminiertem Wasser drastisch reduzieren.

In der Vergangenheit gab es nicht nur Streitigkeiten um die Effektivität der Maßnahme, sondern auch Sicherheitsbedenken wegen des Eiswalls.

Den Befürchtungen, ein plötzlicher Abfall des Grundwasserpegels in dem Areal könnte zum schwallartigen Erguss von kontaminiertem Wasser führen, war TEPCO in seinem Bericht entgegen getreten – und überzeugte nun offenbar auch die NRA.

Tatsächlich scheint zumindest eine Wirkung der Maßnahme vorhanden zu sein, denn nach Darstellung von TEPCO sank die täglich anfallende Menge an kontaminiertem Wasser von 400 auf nunmehr 100 Tonnen pro Tag.

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