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Fukushima aktuell: Umverlegung riskanter Abwasserleitung abgeschlossen

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Artikelbild - AKW Fukushima: Neue Mündung der Entwässerungskanals K am 27 März 2016 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Neue Mündung der Entwässerungskanals K am 27 März 2016 (Foto: TEPCO)

Mit dem Abschluss aufwändiger Arbeiten, kann der Betreiber des AKW Fukushima heute einen guten Wochenstart melden. Doch Probleme gibt es auf dem Gelände weiterhin, wie die übrigen Fukushima News zeigen.

Andere Themen, die im Bezug auf die AKW-Krise in Japan aktuell von Belang sind, betreffen die Zwischenlagerpläne und die Wiederbelebung der Fischzucht. Die Meldungen gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 28.  März 2016.

Unsere Themen zum Wochenbeginn im Überblick:

  • TEPCO schließt Verlegung riskanter Abwasserleitung ab
  • Hintergrundinformationen zum Leckalarm am ALPS
  • Regierung sieht gute Aussichten für Zwischenlagergrundstücke
  • Erster Zuchtlachs aus Naraha ausgesetzt
  • 70 Prozent der Fukushima-Evakuierten unsicher über Rückkehr

TEPCO schließt Umverlegung riskanter Wasserleitung ab: Kraftwerksbetreiber TEPCO veröffentlichte heute Material, dass den Abschluss sicherheitsrelevanter Arbeiten am AKW Fukushima Daiichi zeigt.

AKW Fukushima: Geschlossenes Ende der Entwässerungsleitung K am 28. März 2016 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Geschlossenes Ende der Entwässerungsleitung K am 28. März 2016 (Foto: TEPCO)

Nach Angaben des Unternehmens konnte der Verlauf der Abwasserleitung K so geändert werden, dass sie nun im Hafenbecken und nicht länger im offenen Meer mündet. Die bisherige Öffnung des Kanals sei erfolgreich versiegelt worden.

Dadurch wird nicht nur das Risiko von unkontrollierten Wasseraustritten über diese Abwasserleitung erhöht, sondern TEPCO wird auf diese Weise auch einen unschönen Makel los.

Bereits im Juli und August 2015 war bekannt geworden das radioaktives Regenwasser durch die Entwässerungsleitung K ins Meer gelangte. TEPCO begleitete diese Meldung mit Videoaufnahmen, die unter anderem die neue Mündung zeigen.

Hintergrundinformationen zum Leckalarm am ALPS: Am vergangenen Freitag war es zum Wasserleck am Multinuklid-Filtersystem ALPS gekommen. Während des Wochenendes lieferte Kraftwerksbetreiber TEPCO weitere Einzelheiten.

So sei das Wasser auf einer Bodenfläche von 2 x 3 Metern ausgetreten. Insgesamt habe es sich um etwa acht Liter Flüssigkeit gehandelt. Eine Analyse ergab den Nachweis von radioaktivem Cäsium, sowie Betastrahlern, zu denen Strontium gehört.

Insgesamt lag die Cäsiumbelastung bei 840 Becquerel pro Liter. Die höhere Konzentration wies dabei Cäsium-137 in Höhe von 690 Becquerel auf. Die Gesamtbelastung der Betastrahler habe bei 19.000 Becquerel pro Liter gelegen.

Aufgrund dieser Werte geht TEPCO davon aus, dass das Wasser aus dem Filtersystem stammt. Es gelangte jedoch nicht in die Umwelt und die Arbeiten zur Entfernung der Wasserlache bereits abgeschlossen. Man untersuche nun die genauen Umstände.

Regierung sieht gute Aussichten für Zwischenlagergrundstücke: Das japanische Umweltministerium gab am Sonntag bekannt, innerhalb von fünf Jahren 40 bis 70 Prozent der benötigten Fläche sichern und 20 bis 60 Prozent aller kontaminierten Abfälle dort einlagern zu können.

Die Behörde legte einen Fünfjahresplan vor, der vorsieht, bis zum Fiskaljahr 2020 zwischen 640 und 1.150 Hektar der insgesamt benötigten Fläche von 1.600 Hektar zur Verfügung zu haben. Somit könnten dort zwischen fünf bis 12,5 Millionen Kubikmeter kontaminierter Abfälle  entsorgt werden.

Auf dem Gelände, dass sich über Bereiche der beiden Sperrgebietsgemeinden Futaba und Okuma erstreckt, soll ein Zwischenlager für radioaktiv belastetes Erdreich, Laub und anderes Material entstehen, dass im Zuge der Dekontaminationsarbeiten anfällt.

Die Schaffung des Zwischenlagers würde die Aussicht auf ein Ende der provisorischen Lagerung auf Schulhöfen, Sportanlagen und Privatgrundstücken bedeuten. Doch bislang ist lediglich ein Prozent der benötigten Fläche gesichert.

Umweltministerin Tamayo Marukawa kündigte an, einen Finanzplan für die Entschädigung von Grundstückseigentümern zu erstellen und weitere Gespräche zu führen. Gegenwärtig haben nur 82 der insgesamt etwa 2.300 Eigentümer entsprechende Verträge abgeschlossen.

Über die Ankündigung der Regierung berichteten jiji und NHK.

Erster Zuchtlachs aus Naraha ausgesetzt: Am Samstag fand in Naraha eine Veranstaltung statt, die für viele Menschen nicht nur praktischen Nutzen, sondern auch besondere symbolische Bedeutung haben dürfte.

Insgesamt wurden etwa 5.000 junge Lachse aus Eimern in den Fluss Kidogawa gelassen. Es ist das erste Mal seit der AKW-Katastrophe, dass keine Jungtiere aus anderen Gegenden verwendet, sondern aus der Aufzucht in Naraha freigelassen wurden.

Doch auch wenn das Gebiet dort seit vergangenem September nicht mehr zum Sperrgebiet gehört, ist es noch ein weiter Weg zur Normalität.

Zwar sei es gelungen 1,3 Millionen Fischbrut zu gewinnen – doch dies ist immer noch weniger als ein Zehntel der Zahlen, die vor der Kraftwerkskatastrophe erzielt wurden. Nun hofft man auf Laichen und Rückkehr der Lachse.

Über den symbolischen Erfolg berichtete die Asahi Shimbun.

70 Prozent der Fukushima-Evakuierten unsicher über Rückkehr: Eine Umfrage der Präfekturverwaltung Fukushima bei Evakuierten innerhalb und außerhalb der Präfektur, zeigt eine großen Unentschlossenheit bei den Betroffenen.

Die Fragebögen waren an 12.539 Haushalte geschickt worden. Erste Vorabergebnisse stammen aus einer Umfrage von 9.944 Haushalten, von denen 6.091 gültige Antworten gaben.

Obwohl Ende März 2017 das kostenlose Unterbringungsprogramm der Regierung endet, gaben lediglich 1.774 der Befragten (30 Prozent) an, eine Entscheidung für ihren Wohnort ab April getroffen zu haben. Die Mehrheit von 4.285 Befragten gab dagegen an, noch unsicher zu sein,

Die Mehrheit der Menschen, die innerhalb der Präfektur blieben, wollen dort auch nach Ablauf der Frist bleiben, während 70 Prozent der Personen, die gänzlich aus der Präfektur flohen, keine Rückkehrabsichten in die Präfektur haben.

Ab Mai will die Regierung mit den Evakuierten sprechen, um ihnen beim Neuanfang nach ihren eigenen Wünschen zu helfen

Die Präfektur gab bereits bekannt, nach Ablauf der kostenlosen Unterbringung zumindest für einkommensschwache Haushalte und Alleinerziehende weiter finanzielle Unterstützung leisten zu wollen.

So soll für das erste Jahr nach Fristablauf die Hälfte der Mieten bis zu 30.000 Yen monatlich und im zweiten Jahr zumindest ein Drittel der Mieten bis zu 20.000 Yen monatlich übernommen werden. Das berichtete die Mainichi Shimbun.

Einen Einblick, welche Gedanken die Evakuierten in den vergangenen fünf Jahren beschäftigten, erfahren sie in unserer Interview-Serie „Stimmen aus Fukushima„.

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