Fukushima aktuell: UN-Ausschuss sieht kein besonderes Krebsrisiko

Fukushima aktuell: UN-Ausschuss sieht kein besonderes Krebsrisiko

UNSCEAR-Papier dürfte erneut für Diskussionen sorgen

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Artikelbild - UN-Hauptquartier (Foto: worldsislandinfo cc-by)
Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York (Foto: http://www.worldsislandinfo.com cc-by)

Schilddrüsenkrebs als mögliche Strahlungsfolge ist nicht nur in Fukushima heute nach wie vor ein aktuelles Thema. Weitere Fukushima News befassen sich mit Verzögerungen bei AKW-Arbeiten und der Austragung olympischer Wettkämpfe in Fukushima.

Einzelheiten, etwa zu den Hintergründen und Ursachen, finden sich jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 18. November 2016.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • UN-Papier 2016: Kein Zusammenhang zwischen Krebs und AKW-Katastrophe
  • TEPCO rechnet mit Verzögerung der Brennelemente-Bergung
  • Baseball-Präsident sieht kein Fukushima-Risiko für Olympia 2020
UN-Papier 2016: Kein Zusammenhang zwischen Krebs und AKW-Katastrophe

Bei einem Treffen in der Stadt Aizu-Wakamatsu äußerte sich Malcolm Crick, Generaldirektor beim „Wissenschaftlichen Ausschuss der Vereinten Nationen zur Untersuchung der Auswirkungen der atomaren Strahlung (UNSCEAR)“ zu den jüngsten Ergebnissen einer Untersuchung.

Bereits im Jahr 2014 hatte ein umstrittener UNSCEAR-Bericht für Aufsehen gesorgt und in Folge war Kritik am Bericht nicht ausgeblieben. Nun legt man bei den Vereinten Nationen mit einer neuen Stellungnahme nach.

Demnach hätten Folgeuntersuchungen die Einschätzung verschiedener Organisation im Bezug auf die freigesetzte Menge an radioaktivem Material in Luft und Gewässern bis 2013 bestätigt und die bisherigen Einschätzungen nicht substantiell verändert..

Da schon bald nach Beginn der Fukushima-Krise 2011 erste Schutzmaßnahmen getroffen wurden, sehe man die Strahlungsbelastung im Vergleich zum Tschernobyl-Unglück 1986 weiterhin als extrem niedrig an

Auch das Auftreten von Schilddrüsenkrebs bei Kindern in Fukushima unterscheide sich nach wie vor deutlich von den Entwicklungen, die man als Folge der Tschernobyl-Krise festgestellt habe.

Crick führt die zahlreichen Meldungen über gutartige Veränderungen, oder Krebs im Frühstadium nicht auf einen tatsächlichen Anstieg, sondern auf Überdiagnosen aufgrund extrem sorgfältiger Kontrollen zurück.

Auch Roy Shore von der Expertengruppe der UNSCEAR erklärte am Dienstag, im Fall von Fukushima lägen nach seiner Einschätzung keine Bedingungen vor, die bei länger anhaltenden niedrigen Strahlungsdosen eine Gesundheitsgefahr begünstigen würden.

Über das UNSCEAR Fukushima Whitepaper 2016 berichteten Präfekturmedien.

TEPCO rechnet mit Verzögerung der Brennelementebergung

Wie der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi der Atomaufsichtsbehörde am heutigen Freitag mitteilte, werden sich die Vorbereitungsarbeiten für die künftige Bergung von Brennelementen aus dem Abklingbecken von Reaktor 3 verzögern.

Die ursprünglich für April geplante Errichtung eines Schutzmantels um das Gebäude, wird sich auf Januar kommenden Jahres verschieben. Ursache sind die Dekontamination und Anbringung der Bleiplatten zur Strahlungsabschirmung, die länger als gedacht benötigen.

Zunächst will das Unternehmen etwa ein halbes Jahr brauchen, um ein Stahlgerüst und einen Brennelementekran zu errichten, bevor man dann die Abdeckung anbringen wird.

Wann tatsächlich die Bergung der 556 Brennelemente aus dem Abklingbecken beginnen wird, bleibt damit vorerst offen, da der Plan, vor dem April 2018 die Bergung anlaufen zu lassen, scheitern könnte. Das berichtete die NHK.

Baseball-Präsident sieht kein Fukushima-Risiko für Olympia 2020

Seit der Bekanntgabe, mit Baseball und Softball könnten die Wettbewerbe von zwei Olympischen Disziplinen in der Präfektur Fukushima durchgeführt werden, gab es Diskussionen um diese Entscheidung

Riccardo Fraccari, Präsident der „World Baseball Softball Confederation“ (WBSC) bemüht sich nun, Befürchtungen zu zerstreuen, dass internationale Top-Stars es ablehnen könnten, bei olympischen Veranstaltungen in der Präfektur Fukushima teilzunehmen.

Als Erfolgserlebnisse könnte seit diesem Sommer bereits die Austragung einer Jugend-Weltmeisterschaft in Iwaki genannt werden. Ausgehend von den ihm vorliegenden Daten gäbe es keine Hinweise auf eine Gefährdung durch Wettkämpfe in der Präfektur.

Allerdings müsse für alle drei möglichen Austragungsorte dort – das „Azuma Baseball Stadium“ in Fukushima Stadt, das „Koriyama Baseball Stadium“ in Koriyama und das „Iwaki Green Stadium“ in Iwaki, die Bedingungen genau geprüft werden.

Die Größe der Felder, die Verkehrsanbindung und viele weitere Faktoren müssten berücksichtigt werden, so dass sich Fraccari trotz Nachfragen noch nicht auf einen Standort festlegen wollte.

Auch Behauptungen, er werde vom IOC unter Druck gesetzt, die Bewerbung von Fukushima zu akzeptieren, wies er zurück. Er werde seine Entscheidung allein auf Basis der Fakten fällen

Fraccaris Empfehlung wird dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) vorgelegt. Die endgültige Entscheidung wird bei einem IOC-Treffen vom 6. bis 8. Dezember fallen. Über die Entwicklungen berichteten mehrere japanische Medien, darunter die Kyodo.

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