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Fukushima aktuell: Unerwartete Ergebnisse nach Strahlungsmessung in Reaktor 2

Ergebnisse der Radioaktivitätsmessung geben Rätsel auf

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 2: Kamera-Aufnahmen vom 19. Januar 2018 (Foto: Copyright by IRID/TEPCO
Fukushima-Reaktor 2: Kamera-Aufnahmen vom 19. Januar 2018 (Foto: Copyright by IRID/TEPCO

Im Zusammenhang mit jüngsten Strahlungswerten, rätselt der Betreiber des AKW Fukushima heute über unerwartete Messergebnisse. Gleichzeitig bietet TEPCO aber auch neue Fukushima News über die Entwicklungen durch den Eiswall.

In beiden Fällen gibt es die aus Japan aktuell gemeldeten Neuigkeiten jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 2. Februar 2018.

Unsere heutigen Themen zum Wochenende:

  • Aktuelle Informationen zum Eiswall am AKW Fukushima
  • Rätselraten nach unklaren Ergebnissen der Strahlungsmessung in Reaktor 2
Rätselraten nach unklaren Ergebnissen der Strahlungsmessung in Reaktor 2

Gestern wurden Angaben zu Strahlungsdaten aus Reaktor 2 veröffentlicht, die im Rahmen eines Kamera-Einsatzes ermittelt worden waren. Doch einige der erfassten Daten scheinen nun Fragen aufzuwerfen.

So wurde etwa am Betonfundament unter dem Sicherheitsbehälter eine hohe Radioaktivität mit Werten zwischen 15 und 42 Sievert pro Stunde nachgewiesen. Die Werte dort sind damit sogar höher als im eigentlichen Zielbereich der Mission.

Während des Einsatzes war eine Kamera an einem 13 Meter langen Teleskoprohr in den Sicherheitsbehälter eingeführt worden und hatte Bilder von Klumpen geliefert, die für Überreste geschmolzener Brennelemente (Corium) gehalten werden.

TEPCO räumte auf der Pressekonferenz ein, dass bislang ungeklärt sei, weshalb die Radioaktivität in der Nähe dieser vermeintlichen Brennelemente-Überreste niedriger sei, als an der Betonbasis.

Man halte jedoch aufgrund der Strahlungswerte weiter an der These fest, dass es sich bei dem gesichteten Material wirklich um Corium handelt und die Radioaktivität nicht von anderen Teilen ausgehe.

Man suche nun nach einer Erklärung für das Phänomen und tatsächlich wurden bereits erste Thesen als mögliche Erklärungsmodelle geliefert.

Zum einen sei zum Zeitpunkt der Messungen eine Abdeckung an den Messinstrumenten nicht entfernt worden, was eine Verfälschung der Werte zur Folge haben könnte.

Außerdem könnte das eingespeiste Kühlwasser einen Teil der radioaktiven Elemente aus den Klumpen ausgewaschen und an die Betonbasis gespült haben.

Welches Erklärungsmodell tatsächlich zutrifft, oder ob sich eine andere plausible Antwort finden lässt, hofft man durch weitere Analysen feststellen zu können. Über die unerwarteten Ergebnisse berichteten NHK und Präfekturmedien.

Aktuelle Informationen zum Eiswall am AKW Fukushima

Der Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi machte am gestrigen Donnerstag erstmals wieder ausführlichere Angaben zur Effektivität des so genannten „Eiswalls“ und kündigte weitere Veröffentlichungen an.

Der Gefrierungszustand, bei dem die Bodentemperatur unter den Gefrierpunkt sinkt, sei praktisch an fast allen Stellen der unterirdischen Barriere eingetreten.

Die Pegeldifferenz zwischen dem eingegrenzten Areal und der Hangseite der Anlage, betrage vier Meter und das herabfließende Grundwasser werde umgeleitet.

Der Wasserstand auf dem Boden der vollgelaufenen Turbinengebäude sei gegen Ende letzten Jahres zurückgegangen und ein Teil des Kellerbodens sichtbar geworden.

TEPCO will nun die Daten auswerten und bis März eine Effektivitätsbeurteilung des Eiswallprojekts vorlegen. Bis 2020 soll das Wasser aus den Turbinengebäuden gefiltert werden.

Das Unternehmen plant außerdem, den Pegel des angestauten Wassers in den Turbinengebäuden aller Reaktoren schrittweise zu senken.

Über die aktuellen Ergebnisse berichteten Präfekturmedien.

Hintergrund

Bei dem Eiswall handelt es sich um einen unterirdisch verlegten Kühlkreislauf, der um die Reaktorgebäude verläuft und in dessen Rohren ein Kühlmittel zirkuliert, um das umgebende Erdreich zu gefrieren und so eine natürliche Barriere zu schaffen.

Auf diese Weise soll eine Vermischung von heranströmendem, sauberen Grundwasser mit bereits stark radioaktiv kontaminiertem Abwasser aus den Reaktoren verhindert werden.

Das sonst entstehende radioaktive Wassergemisch ist nicht gänzlich zu filtern, so dass es nur zum Teil kontrolliert ins Meer verklappt werden kann, sondern bei einer hohen Tritiumkonzentration in Lagertanks auf dem Gelände riskant eingelagert werden muss.

Kritiker sehen den Eiswall jedoch skeptisch, da ein plötzlicher Abfall des Grundwassers auf der Kraftwerksseite zu einem schwallartigen Austritt des extrem radioaktiven Abwassers aus den Untergeschossen der Reaktoren führen könnte.

Daher ist auch das Leerpumpen der Turbinengebäude, in deren Keller sich große Wassermengen ansammelten, kritisch zu sehen, da beim Senken des dortigen Pegels das Risiko durch einen Nachfluss aus den Reaktoren besteht.

Zudem ist das Eiswall-Konzept bislang nur in sehr kleinem Maßstab genutzt worden und nicht auf langfristigen Betrieb ausgelegt. In der Vergangenheit war die Effektivität mehrfach in Frage gestellt und von TEPCO immer wieder betont worden.

 

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