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Fukushima aktuell: Ungeeignete Lagertanks für radioaktives Wasser genutzt

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Artikelbild - AKW Fukushima: Bereich mit Tankbehältern am 9. Januar 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Bereich mit Tankbehältern am 9. Januar 2012 (Foto: TEPCO)

Durch ein Großleck war im vergangenen Jahr das Risiko durch bestimmte Lagertankbehälter deutlich geworden. Nun scheint es, als ob am AKW Fukushima heute noch ein weiteres, bislang ungenanntes Risikoszenario durch die Wassertanks besteht. Diese und weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 23. Juli 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO benutzt gebrauchte Lagertanks
  • TEPCO will Gefriermaßnahmen für Tunnel steigern

TEPCO benutzt gebrauchte Lagertanks: Wie jetzt erst bekannt wurde, nutzte der Kraftwerksbetreiber TEPCO zunächst nicht nur Bolzentanks, die weniger sicher sind als verschweißte Tanks – mindestens 20 bis 30 der Behälter befanden sich in gebrauchtem Zustand, waren also an anderer Stelle bereits eingesetzt wurden.

Während TEPCO versichert, die Behälter hätten dennoch eine Lebensdauer von fünf Jahren, bezieht sich die Mainichi Shimbun auf interne Quellen eines Lieferunternehmens, das ab Mai 2011 auch Secondhand-Lagertanks geliefert hatte, nachdem die Fertigung nicht mehr den Bedarf am AKW Fukushima Daiichi decken konnte.

Diese Quelle erklärte, man könne keineswegs eine fünfjährige Nutzung garantieren. Da die Behälter zudem im Baugewerbe, etwa zur Einlagerung von Bauschlamm zum Einsatz kamen,wären die Lagertanks auch nicht langfristig für absolute Wasserdichte ausgelegt.

Im August 2013 war es zu einem ersten Großleck am AKW Fukushima Daiichi gekommen, bei dem etwa 300 Tonnen an stark radioaktivem Wasser ausgetreten waren. Auch bei diesem Zwischenfall war seinerzeit ein Bolzentank betroffen.

Fukushima-Wassertank: Spuren des Leckverlaufs an Bolzenlöchern am 7. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Wassertank: Spuren des Leckverlaufs an Bolzenlöchern am 7. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)

Damals war Kritik laut geworden, nachdem bekannt wurde, dass sowohl der Lecktank, als auch zwei weitere Behälter zunächst an anderer Stelle zusammengebaut, dann demontiert und an anderer Stelle wieder zusammengesetzt worden waren.

Ob es sich bei dem leckgeschlagenen Tank um  eines der gebrauchten Exemplare handelte, wollte TEPCO nicht kommentieren.

Mehrere Privatdetekteien hatten bereits von der hohen Gewinnspanne für Lagertanklieferanten berichtet, die sich durch den hohen Bedarf ergeben. So konnten die Unternehmen zunächst Tanks die aufgrund ihres Alters als „geminderte Ware“ deklariert waren, verkaufen, bevor anschließend neue Behälter geliefert wurden.

Tatsächlich wurde noch, etwa ein Jahr nach dem Beginn der Nutzung von verschweißten Behältern, weiterhin Bolzentanks gefertigt – nach Angaben einer internen Quelle der Mainichi Shimbun, offenbar um Geld zu sparen. Erst im September 2013, als die Regierung mit öffentlichen Geldern beim Tankkauf nachhalf, wurde die Bolzentankproduktion gestoppt.

Auch wenn der Tanklieferant mit Sitz im Tokyoter Bezirk Chuo, ab Oktober 2012 das Elektrizitätsunternehmen mit verschweißten Tanks zu beliefern begann, befinden sich die lediglich durch Bolzen und Kunstharzdichtung gesicherten Lagertanks alten Typs immer noch auf der Anlage im Gebrauch – darunter auch die Secondhand-Behälter, da sie nicht ausgemustert wurden.

Nach Angaben von TEPCO sind mit Stand vom 22. April 2014 insgesamt 332 Bolzentanks und 552 geschweißte Stahltanks an der Kraftwerksanlage im Einsatz. Ab September sollen auch die bislang verbliebenen Bolzentanks ersetzt werden.

TEPCO will Gefriermaßnahmen für Tunnel steigern: Am heutigen Mittwoch informierte TEPCO die Atomaufsichtsbehörtde NRA über zusätzliche Schritte die ergriffen werden, um das durch unterirdische Tunnel durch die Einspeisung von Chemikalien aushärten und gefrieren zu lassen. Bisherige Versuche waren aufgrund der Strömung fehlgeschlagen.

TEPCO-Zentrale in Tokyo (Foto: Yusuke Kawasaki cc-by)
TEPCO-Führung will Tunnelproblem schnell lösen (Symbolfoto: Yusuke Kawasaki cc-by)

Das Wasser stammt aus den Kühlmaßnahmen der ersten Tage nach Ausbruch der Katastrophe und war in unterirdische Gerätetunnel gelaufen. Mit Grundwasser gemischt gelangt es nun in das Meer.
Die Arbeiten zur Bewältigung dieses Problems. liegen bereits drei Monate hinter dem Zeitplan.

Ende des kommenden Monats will das Unternehmen nicht nur weitere Rohre für die Chemikalien zur Aushärtung anbringen, sondern auch vermehrt Eis in die Tunnel leiten und an Stellen, bei denen der Einsatz von Rohren nicht durchführbar ist, Sandsäcke zur Blockade nutzen. Unklar ist, ob dies den gewünschten Erfolg bringen wird.

Die NRA hatte bereits erklärt, sollte der Kraftwerksbetreiber nicht in der Lage sein, die Tunnel durch die chemische Vereisung zu blockieren, sei auch ein Scheitern des Eiswall-Projekts als Grundwasserbarriere um die Reaktorgebäude und den Küstenbereich zu erwarten, da sich beide Barriereprojekte an einigen Punkten überschneiden.

Die NRA nutzte das heutigen Treffen dazu, das Elektrizitätsunternehmen nicht nur anzuweisen, die notwendigen Maßnahmen zügig durchzuführen, sondern kritisierte den AKW-Betreiber auch für die zu optimistische Einschätzung zu Beginn der Maßnahme. Hierüber berichtete die NHK.

1 KOMMENTAR

  1. Wasserleitung für Isotopenschlämme ins Landesi8nnere .-Sperrzone wo weniger Strahlenbelastung und Raum und Zeit für Entsorgungsbauwerke nicht nur Tanks scheint die geeignete Lösung falsch ist Verklappung der Plutoniumzerfallsreihe ins Meer oder Dampf in die Atmosphäre zuzulassen absolut tödlich ist die Falle Wassersarkopharg und Japangraben auf Jahrtausende entstünde mflüchtiges Tritiumgas und tödliches Standardwasser des Gesamtplaneten

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