Fukushima aktuell: Ungeklärte Wasserstandsschwankungen in Lagertanks

Fukushima aktuell: Ungeklärte Wasserstandsschwankungen in Lagertanks

AKW-Betreiber sucht nach Ursachen

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Artikelbild - AKW Fukushima: Bereich mit Tankbehältern am 9. Januar 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Bereich mit Tankbehältern am 9. Januar 2012 (Foto: TEPCO)

Die Möglichkeit eines unkontrollierten Wassertransfers beschäftigt den Betreiber des AKW Fukushima heute ebenso, wie bekannt gewordene Versäumnisse an einer anderen Anlage.

Weitere Fukushima News, die aus Japan aktuell gemeldet werden, befassen sich mit einem Verstoß gegen die Lebensmittelsicherheit. Einzelheiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 13. Oktober 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Ungeklärte Wasserstandsschwankungen in Lagertanks
  • Pilzvertrieb nach Grenzwertüberschreitung gestoppt
  • TEPCO muss weitere Wartungsmängel einräumen
Ungeklärte Wasserstandsschwankungen in Lagertanks

Am heutigen Donnerstag wurde gegen 8:00 Uhr am Bolzentank B7 ein sinkender Pegelstand festgestellt. Von Mitte September bis zum jetzigen Datum sank der Wasserstand um sechs Zentimeter. Das entspricht einer Menge von etwa 3.700 Litern.

Parallel dazu wurde am angrenzenden Tank B9 ein Anstieg um etwa fünf Zentimeter festgestellt. Die Behälter sind durch ein Ventil miteinander verbunden, dass zwar geschlossen war, aber möglicherweise dennoch Ursache des Wassertransfers.

Beide Behälter sind von Betonbarrieren als Dämme umgeben und weder eine Kontrolle der Leitungen, noch Strahlungsmessungen wiesen Besonderheiten auf. Daher geht TEPCO davon aus, dass kein Austritt in andere Bereiche der Anlage erfolgte.

Über die Beobachtungen berichteten der Kraftwerksbetreiber TEPCO und Präfekturmedien.

Pilzvertrieb nach Grenzwertüberschreitung gestoppt

Am gestrigen Mittwoch veranlasste die Stadt Tamura, dass in Restaurants keine Wildpilze der Sorte Kotake mehr verwendet werden dürfen, nachdem der Strahlungsgrenzwert für Lebensmittel überschritten wurde.

Bei den Trockenpilzen waren 570 Becquerel pro Kilogramm an radioaktivem Cäsium nachgewiesen worden. Der zulässige Grenzwert liegt bei 100 Becquerel pro Kilogramm. Die Entsorgung aller Kotake-Pilze in diesem Lokal wurde angeordnet.

Etwa 23 Personen sollen die Pilze in frittierter Form als Tempura gegessen haben. Bislang gäbe es keine Berichte über gesundheitliche Beschwerden von Kunden.

Die Behörden waren am Dienstag durch einen anonymen Bericht auf den Umstand hingewiesen geworden und hatten Ermittlungen eingeleitet.

Da ein landesweites Betriebsverbot besteht, gelangen solche Produkte normalerweise nur durch lokalen Direktverkauf in den Handel. Auch  in diesem Fall hatten die Mitarbeiter die Pilze offenbar nur zum privaten Verzehr vorgesehen.  Über den Fund berichteten Präfekturmedien.

Ungenehmigter Direktverkauf war zuvor bei der  Zitrusfrucht Yuzu und Bambussprossen aufgetreten. In diesen Fällen war der Grenzwert jedoch nicht überschritten worden.

TEPCO muss weitere Wartungsmängel einräumen

Der gestrige Stromausfall im Großraum Tokyo durch einen Brand in einer TEPCO-Anlage in Niiza (Präfektur Saitama) hat offenbar Gemeinsamkeiten mit Entdeckungen an der Elektrizitätsversorgung am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi.

Im Fall des AKW Fukushima war ein jahrzehntelanger Wartungsmangel an dortigen Hochspannungsleitungen entdeckt worden, der jedoch bislang ohne Folgen blieb.

Nun wurde auch im Fall des Brandes in Niiza ein drastischer Mangel an Kontrollen festgestellt. Bei der dortigen Anlage handelt es sich um einen unterirdischen Tunnel, in dem insgesamt 18 Kabel verlaufen, die Elektrizität an Umspannwerke in Tokyo liefern.

Aktuellen Berichten zufolge wurden die Kabel im Tunnel seit über 35 Jahren nicht ersetzt. Möglicherweise waren daher Alterungserscheinungen ursächlich für den Brand, der 586.000 Haushalte, Regierungsgebäude und Bahnstrecken zeitweise ohne Strom lies.

Über die neuen Erkenntnisse zu den Kabeln berichtete die jiji.

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