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Fukushima aktuell: Ungeklärter Tod eines AKW-Arbeiters

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Artikelbild - Offizielles Foto des AKW Fukushima Daiichi (Foto: Copyright by TEPCO)
Tod eines Arbeiters am AKW Fukushima Daiichi (Foto: Copyright by TEPCO)

Der September begann am AKW Fukushima heute mit einer Todesmeldung. An anderer Stelle war man dagegen mit Konzepten zur Brennelemente-Bergung, Recycling-Plänen und einem erneuten Fehlalarm beschäftigt.

Die aktuellen Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 1. September 2017.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Todesfall am AKW Fukushima
  • Testweise Aufschüttung mit kontaminiertem Erdreich abgeschlossen
  • NDF spricht sich für Trockenbergung von Brennelementen aus
  • Weiterer Staubmessposten-Fehlalarm innerhalb weniger Wochen
Todesfall am AKW Fukushima

Wie der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi heute meldet, musste am gestrigen Donnerstag aufgrund der schlechten körperlichen Verfassung eines Kraftwerksarbeiters, der Rettungsdienst verständigt werden.

Der Krankenwagen wurde gegen 15:00 Uhr verständigt, nachdem der Notfall am Gebäude für Partnerunternehmen eingetreten war. Im Krankenhaus wurde gegen 16:12 Uhr der Tod des Patienten festgestellt.

Bei dem Verstorbenen handelt es sich um den Mitarbeiter eines Partnerunternehmens. Weitere Einzelheiten liegen nicht vor.

Testweise Aufschüttung mit kontaminiertem Erdreich abgeschlossen

Im April und Mai diesen Jahres berichteten wir über ein Bauprojekt in Minamisoma, in dessen Rahmen radioaktiv kontaminiertes Erdreich recycelt wurde. Jetzt wurden die Arbeiten an einem aufgeschütteten Erdwall offiziell abgeschlossen.

Derartige Aufschüttungen könnten sowohl als Dämme, als auch als Fundament für Straßen genutzt werden. Bei der Arbeit war Erdreich genutzt worden, dass zuvor bei Dekontaminationsarbeiten angefallen war.

Wie das Umweltministerium mitteilte, hätten die Arbeiten keine wesentlichen Veränderungen bei der Umgebungsradioaktivität hervorgerufen und auch die Konzentration von radioaktivem Cäsium in der Luft wies keine großen Abweichungen auf.

Um die Sicherheit für die Umwelt gewährleisten zu können, will man auch nach der Fertigstellung des Erdwalls die Strahlungswerte der Umgebung kontrollieren, um so das Vertrauen der Bevölkerung zu stärken. Das berichten Präfekturmedien.

Hintergrund

Die Regierung plant, die große Menge an Dekontaminationsabfällen, durch die Wiederverwendung von kontaminiertem Erdreich zu verringern. Verwendungszweck für das Material wären im Wesentlichen öffentliche Bauprojekte.

Doch es gibt auch Kritik am Recycling. So befürchten Skeptiker die Anwendung doppelter Standards, um so viel Material wie möglich in den Baumaßnahmen verschwinden zu lassen – ein Vorwurf, den das Umweltministerium zurückweist.

Obwohl nur Erdreich mit einer Belastung von bis zu 8.000 Becquerel pro Kilogramm zugelassen werden soll, reagieren sowohl die örtlichen Gemeindeverwaltungen, als auch die Bevölkerung ablehnend auf die Pläne.

NDF spricht sich für Trockenbergung von Brennelementen aus

Am gestrigen Donnerstag sprach die NDF, eine Organisation die mit der Stilllegung des AKW Fukushima Daiichi beauftragt ist, eine Empfehlung zur Nutzung der so genannten Trockenbergung von Brennelementen aus.

Die bisherigen Pläne, die Behälter im Inneren der Reaktorgebäude zur Abschirmung vor Radioaktivität mit Wasser zu fluten, hätten sich nach Ansicht der NDF aufgrund der erforderlichen Reparaturarbeiten als nicht praktikabel erwiesen.

Die NRA sieht die Trockenbergung allerdings ebenfalls als schwieriges Vorhaben an, das nach Ansicht des Vorsitzenden Shunnichi Tanaka alles andere als einfach sei.

Eine Entscheidung der Regierung und des Kraftwerksbetreibers TEPCO darüber, welche Methode tatsächlich Anwendung finden soll, wird im Laufe dieses Monats erwartet. Einzelheiten und konkrete Schritte sollen dann im kommenden Fiskaljahr geklärt werden.

Nach Ansicht des Präsidenten der NDF wird vermutlich eine Kombination der verschiedenen Ansätze nötig sein werden, um den bisherigen Zeitplan einhalten zu können.

So würde etwa der Zugriff von der Seite, wie er bei einer „trockenen Bergung“ zum Einsatz käme, vergleichsweise wenig Platz beanspruchen, so dass eine Koordination mit weiteren Bergungsmaßnahmen von oben denkbar wäre.

Über die offizielle Empfehlung der Trockenbergung berichteten die Asahi Shimbun, sowie Präfekturmedien.

Weiterer Staubmessposten-Fehlalarm innerhalb weniger Wochen

Der Alarm eines Messpostens zur Überwachung der Luftbelastung auf dem Gelände des AKW Fukushima Daiichi, stellte sich erneut als Fehlalarm heraus. Die gegen 11:34 Uhr gemeldeten Luftwerte führten zunächst zur Unterbrechung der Demontage-Arbeiten an Reaktor 1.

Nachdem sich die Werte von selbst normalisierten, kein anderer Messposten Alarm schlug, der Wind außerhalb des AKW-Geländes heranwehte und das Filterpapier nur natürliche Radionuklide aufwies, wurde das Ereignis als Fehlalarm klassifiziert.

Die Arbeiten an Reaktor 1 wurden gegen 13:00 Uhr wieder aufgenommen und nach einem Austausch des Filterpapiers der Messposten um 13:21 Uhr neu gestartet. Bislang traten keine weiteren Störungen auf.

Bereits vor etwa zwei Wochen hatte ein Staubmessposten einen Fehlalarm ausgelöst. Über den erneuten Zwischenfall berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

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