Fukushima aktuell: Ungewisse Effektivität der Grundwasserverklappung

Fukushima aktuell: Ungewisse Effektivität der Grundwasserverklappung

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Artikelbild - AKW Fukushima: Erste Verklappung von radioaktiv vorbelastetem Grundwasser am 14. September 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Erste Verklappung von radioaktiv vorbelastetem Grundwasser am 14. September 2015 (Video: TEPCO)

„Ist die Verklappung bereits kontaminierten Grundwassers so erfolgreich wie erhofft?“ Diese Frage findet sich in den aktuellen Fukushima News und wird die Verantwortlichen wohl längerfristig beschäftigen.

Unterdessen zeigt sich TEPCO im Bezug auf seine Arbeitnehmer am AKW Fukushima heute gleich in mehrfacher Hinsicht bemüht. Die Details nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. Oktober 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Großes Warten auf Effekt der Grundwasserverklappung
  • TEPCO bietet Webseite für AKW-Arbeiter und Familien
  • TEPCO legt Bericht zum Arbeitsschutz für Fukushima-Arbeiter vor
  • Neustart des zweiten Reaktors am AKW Sendai erfolgt

Großes Warten auf Effekt der Grundwasserverklappung: Gestern wurde der vor einem Monat erfolgte Beginn der Verklappung bereits kontaminierten Grundwassers gefeiert.

Doch auch wenn die Einleitung von bislang 8784 Tonnen gefilterten Abwassers problemlos verlief, gibt es noch keinen Beleg für den positiven Effekt, den sich TEPCO und Regierung davon erhoffen.

Beide warten darauf, dass der tägliche Zufluss von 300 Tonnen Grundwasser in die Untergeschosse der Reaktorgebäude, wo es radioaktiv kontaminiert wird, nachlässt.

Masato Kino von der Abteilung zur Bewältigung der Wasserkontamination bei der Behörde für Rohstoffe und Energie (ANRE), hofft auf Ergebnisse Anfang kommenden Monats.

Es ist unklar, ob es möglicherweise Auswirkungen auf die Schaffung des so genannten „Eiswalls“ geben wird – eine unterirdische Barriere aus Erdschichten, die durch die Rohre eines Kühlkreislaufs zur Gefrierung gebracht werden sollen.

Trotz optimistischer Schätzungen zur verbleibenden Kapazität der Lagertanks und des Auslastungsgrads der ALPS-Filteranlage, befindet sich somit letztlich alles in einem Zustand des Abwartens. Über die gegenwärtige Erwartungshaltung der Verantwortlichen berichteten Präfekturmedien.

Bis zum offiziellen Einverständnis der präfekturalen Fischereiverbände im August, durfte das Unternehmen lediglich sauberes Grundwasser aus den Bergen in den Pazifik einleiten.

TEPCO bietet Webseite für AKW-Arbeiter und Familien: Am heutigen Donnerstag gab der Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi den Start einer neuen Webseite des Unternehmens bekannt.

Screenshot der Fukushima-Webseite "1For All Japan" (Copyright: TEPCO)
Screenshot der Webseite „1For All Japan“ (Copyright: TEPCO)

Der Name der Webseite „1FOR ALL JAPAN“ stellt ein Wortspiel mit der Bezeichung „F1“ (Japanisch „ichi efu“) für das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi dar.

Das Angebot richtet sich an die 7.000 Beschäftigten an der Anlage, sowie ihre Familien und bietet daher vor allem praktische Informationen.

Dazu gehören etwa der Speiseplan der AKW-Kantine und die Abfahrtzeiten der Busse. Doch zusätzlich sollen auch interessante Artikel, Interviews und ermutigende Mitteilungen dort gepostet werden. Über den Start der Webseite informierte der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

TEPCO legt Bericht zum Arbeitsschutz für Fukushima-Arbeiter vor: Als Teil der Maßnahmen zur Verhinderung von Arbeitsunfällen reichte der Elektrizitätskonzern gestern einen Bericht bei der zuständigen Stelle der Präfektur ein.

Das Unternehmen ließ sich bei der Ausarbeitung der erforderlichen Schritte zum Gesundheitsmanagement der Kraftwerksarbeiter von einer medizinischen Universität beraten.

Nach dem Todesfall eines AKW-Arbeiters im August war TEPCO angewiesen worden, Konzepte zum besseren Schutz der Arbeiter auszuarbeiten. Neben dem Unternehmen berichteten auch Präfekturmedien.

Neustart des zweiten Reaktors am AKW Sendai erfolgt: Wie das Betreiberunternehmen Kyushu Electric mitteilte, verlief der heutige Neustart von Reaktor 2 am AKW Sendai (Präf. Kagoshima) problemlos.

Es handelt sich um den zweiten Neustart eines Reaktors seit Inkrafttreten der verschärften Sicherheitsbestimmungen, die im Juli 2013 als Folge der Fukushima-Katastrophe erlassen worden waren.

Anlässlich des Ereignisses fanden sich etwa 70 Gegendemonstranten an der Anlage ein. Im August war bereits Reaktor 1 des AKW Sendai erneut hochgefahren worden.

Als weitere Neustartkandidaten gelten die Kernkraftwerke  Takahama (Präf. Fukui) und Ikata (Präf. Ehime). Dort haben Reaktoren bereits die Prüfung durch die Atomaufsichtsbehörde NRA erfolgreich absolviert.

Über den heutigen Neustart berichteten praktisch alle japanischen Medien, darunter Kyodo, jiji und NHK.

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