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Fukushima aktuell: Unsichere Bolzentanks werden weiter genutzt

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Artikelbild - AKW Fukushima: Bereich mit Tankbehältern am 9. Januar 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Bereich mit Tankbehältern am 9. Januar 2012 (Foto: TEPCO)

Das Risiko von Wasserlecks ist am AKW Fukushima heute wieder einmal aktuell geworden und ein Bericht über eine Entscheidung der Atomaufsichtsbehörde lässt für die Zukunft wenig gutes erahnen.

Die Einzelheiten der aus Japan aktuell gebrachten Fukushima News gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 11. Juli 2016.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Weiterverwendung unsicherer Bolzentanks genehmigt
  • Leck während Wassertransfers aufgetreten
Weiterverwendung unsicherer Bolzentanks genehmigt:

Ende vergangener Woche wurde TEPCO offenbar die Wiederverwendung der umstrittenen Bolzentanks für die Einlagerung von gefiltertem Wasser genehmigt. Das Unternehmen hatte einen entsprechenden Antrag bei der Atomaufsichtsbehörde NRA eingereicht.

Somit ist es dem Unternehmen möglich, nach der Filterung durch die ALPS-Filteranlage das Wasser in bereits zuvor genutzte Behälter zu leiten.

Ursprünglich hatte das Unternehmen die Abschaffung der Bolzentanks und ihre Ersetzung durch verschweißte Stahltanks geplant, sah sich jedoch aufgrund der ausbleibenden Effektivität des Eiswalls zum Antrag auf Wiederverwendung gezwungen.

Die Lagertanks bestehen aus Stahlplatten die durch Bolzen zusammengehalten und durch Dichtungsmaterial wasserdicht gehalten werden. Abnutzung der Dichtungsmaße kann jedoch zur Korrosion der Metallteile führen.

Nachdem es zu einem Großleck an einem Bolzentank gekommen war, hatte man Korrosion als Ursache festgestellt und das Risiko der Lagertanks zwar erkannt, allerdings zunächst die Bedeutung des Lecks heruntergespielt, bevor schließlich die Ausmusterung der Behälter geplant wurde.

Erst im vergangenen Monat war erstmals wieder eine undichte Stelle an einem Bolzentank entdeckt worden.

Da die ALPS-Einheiten nicht in der Lage sind Tritium herauszufiltern, ist keine Einleitung in das Meer möglich, so dass die radioaktiven Abwässer auf dem Kraftwerksgelände eingelagert werden müssen.

Über die Entscheidung zur Weiterverwendung der riskanten Behälter berichtete die Mainichi Shimbun unter Berufung auf Informationen aus Unternehmenskreisen.

TEPCO hatte durch die Verwendung bereits gebrauchter Lagertanks schon im Juli 2014 Kritik auf sich gezogen, jedoch die Vorwürfe von sich gewiesen.

Leck während Wassertransfers aufgetreten

Am heutigen Montag wurde gegen 10:40 Uhr der Austritt von Wasser während Transferarbeiten aus einem Behälter  im Lagertankbereich G1 in der Nähe zum Turbinengebäude von Reaktor 3 festgestellt. Durch eine Unterbrechung des Wassertransfers konnte der Austritt von weiterem Wasser gestoppt werden.

Das Wasser gelangte zu einem Abfluss, der in einem der Entwässerungskanäle mündet. Um eine Ausbreitung zu verhindern, wurde der Bereich mit Sandsäcken gesichert und das noch vorhandene Wasser entfernt.

Ein Vergleich mit dem dortigen Messposten wies keine Differenzen im Strahlungswert des Kanals vor und nach dem Austritt nach. Auch wenn der Abfluss feucht war, scheint somit keine wesentliche Menge dort hinausgelangt zu sein.

Ein Austritt in das Hafenbecken, wie dies durch die Leitung möglich gewesen wäre, wird von TEPCO als sehr unwahrscheinlich angesehen.

Eine Analyse des Wassers in dem Tank ergab eine Konzentration von Cäsium-134 in Höhe von 1,3 Becquerel und im Fall von Cäsium-137 von 6,0 Becquerel pro Liter. Die Gesamtbelastung durch Betastrahler lag bei 1.200 Becquerel.

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