Fukushima aktuell: Untersuchung unter dem Dach von Reaktor 1 angekündigt

Fukushima aktuell: Untersuchung unter dem Dach von Reaktor 1 angekündigt

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Artikelbild - AKW Fukushima: Blick auf die Reaktoren am 15. März 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Blick auf die Reaktoren am 15. März 2011 (Foto: TEPCO)

TEPCO sieht sich gezwungen, vom AKW Fukushima heute ein weiteres Leckproblem zu melden. Dabei befindet sich das Unternehmen derzeit in der Planung für ganz andere Maßnahmen.

Unterdessen blickt man bei der NRA in die Zukunft und erinnert TEPCO und die Regierung von Japan aktuell an ihre Aufklärungspflicht. Detaillierte Fukushima News gibt es jetzt, im Spreadnews Japan-Ticker vom 25. März 2016.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Untersuchung unter dem Dach von Reaktor 1 angekündigt
  • Wasserleck am gestoppten ALPS-Filtersystem
  • NRA fordert Aufklärung über Fukushima-Atommüll

Untersuchung unter dem Dach von Reaktor 1 angekündigt: Gestern kündigte TEPCO an, Untersuchungen unter den Trümmern des Daches von Reaktor 1 durchzuführen. Die Konstruktion war aufgrund einer Wasserstoffexplosion im März 2011 eingestürzt.

Das Unternehmen interessiert sich offenbar für den Zustand der Dachstruktur unter den Trümmern, um die Möglichkeit künftiger Räumarbeiten besser einschätzen zu können. Ab dem 28. März sollen Vorabtests für künftige Untersuchungen anlaufen.

Nachdem der Versuch, eine Kamera von der Seite einzuführen aufgrund der räumlichen Enge schwierig sei, will man nun prüfen, ob eine direkte Öffnung in der Decke den Zweck erfüllen könnte.

Um ein Aufwirbeln von radioaktivem Staub zu verhindern, wird ein Bindemittel versprüht werden, so dass die Schaffung einer Öffnung möglichst risikofrei verlaufen kann. Das berichteten Präfekturmedien.

Das Reaktorgebäude war nach der Katastrophe mit einem Stahlgerüst und einem Schutzmantel aus Metallplatten versehen worden, um das Gebäude vor Witterungseinflüssen zu schützen und den Austritt von radioaktivem Material etwas einzudämmen.

Wasserleck am gestoppten ALPS-Filtersystem: Am heutigen Freitag löste ein Leckdetektor am Multinuklid-Filtersystem ALPS gegen 19:42 Uhr einen Alarm aus.

Das ALPS befindet sich wegen des Austauschs von HIC-Behältern seit dem 16. März nicht in Betrieb. Der Kraftwerksbetreiber TEPCO teilte zunächst mit, man werde die Anlage überprüfen und ergänze später den bisherigen Bericht um aktuelle Informationen.

Demnach habe eine Kontrolle durch Angestellte am Adsorptionsturm 6A tatsächlich Wasser am Flansch einer Leitung nachgewiesen, das dort mit einer Geschwindigkeit von einem Tropfen pro Sekunde austrat. Die genauen Umstände werden noch untersucht.

Das Unternehmen betonte, dass kein Wasser aus dem Gebäude gelangen konnte, zumal das Gebäude durch eine Dammvorrichtung gesichert ist. TEPCO will nun die Ursache für das Wasserleck ermitteln.

Zuletzt hatte am Mittwoch ein Wasserleck in einem Gebäude den Betreiber beschäftigt. Dabei waren 5,3 Tonnen an cäsiumhaltigem Wasser ausgetreten.

NRA fordert Aufklärung über Fukushima-Atommüll: Shunichi Tanaka, Vorsitzender der Atomaufsichtsbehörde NRA sprach über die Notwendigkeit, das Verständnis der Bevölkerung über Nuklearabfälle aus dem Kernkraftwerk Fukushima Daiichi zu verbessern.

Auch wenn die Bergung geschmolzener Brennelemente erst für 2021 vorgesehen ist und bislang weder Zwischen- noch Endlagerstandorte für diese hochgradig radioaktiven Abfälle geklärt sind, müsse man bereits jetzt das Verständnis gewinnen.

Den Transfer an andere Standorte zu fordern sei einfach, jedoch keineswegs realistisch. Nicht zuletzt aufgrund von Vorbehalten in der Bevölkerung müsse davon ausgegangen werden, dass eine erste Lagerung auf dem Kraftwerksgelände selbst erfolgen muss.

Tanaka betonte, es sei wichtig, die Bevölkerung ehrlich zu informieren und ihnen genaue Antworten im Bezug auf die Schritte der Stilllegungsarbeiten zu geben – nicht zuletzt auch, um die Bereitschaft für Lagerstandorte zu gewinnen.

TEPCO erklärt bislang, die Entscheidung über die Lagerung des Atommülls werde mit der Regierung in Tokyo besprochen, sobald man das geschmolzene Material aus den Reaktoren geborgen habe.Die Bevölkerung würde genau über die Maßnahmen informiert.

Über das Gespräch mit dem NRA-Vorsitzenden berichtete die NHK.

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