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Fukushima aktuell: Untersuchung von Brennelementen durchgeführt

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 4: Mittelbereich eines Brennelements im Abklingbecken am 25. April 2014 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Mittelbereich eines Brennelements im Abklingbecken am 25. April 2014 (Foto: TEPCO)

Nach dem Ende der Urlaubsperiode der „Goldenen Woche“ in Japan, melden auch wir uns zurück und bieten, neben Informationen zur aktuellen Situation am AKW Fukushima, heute auch eine Zusammenfassung der Ereignisse der vergangenen Tage.

Aktuelle Fukushima News daher wieder im Spreadnews Japan-Ticker vom 5. Mai 2014.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Untersuchung von Brennelementen durchgeführt
  • Erdbeben der Stärke 6,0 erschüttert Tokyo
  • Großbritannien unterstützt Fukushima Stilllegung
  • Hälfte der Brennelemente geborgen
  • Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter
  • Alarm des Leckdetektors an Turbinengebäude von Reaktor 3
  • Zwei Gemeinden genehmigen Vorstellung von Zwischenlagerplänen
  • Evakuierung nach erneuter AKW-Katastrophe würde zwei Tage dauern
  • Cool Biz in Japan angelaufen

Untersuchung von Brennelementen durchgeführt: Um sich einen Eindruck vom tatsächlichen Zustand der Brennelemente im Abklingbecken von Reaktor 4 zu verschaffen, untersuchte Kraftwerksbetreiber TEPCO zwischen dem 22. und 25. April einige Brennelemente mit unterschiedlichen Maßen.

Hierzu wurde innerhalb des Beckens die äußere kastenförmige Ummantelung um das jeweilige Brennelement gelöst und eine visuelle Inspektion durchgeführt.

In einigen Fällen wurden an einzelnen Brennelementen zwar Verformungen an Hüllrohren aus Zirkonium festgestellt, jedoch hätten diese keinen Einfluss auf die Sicherheit der Handhabung.

Auch die Trümmerteile die sich zwischen einige dieser Brennelemente gemischt hatten, stellen nach Meldung von TEPCO keine Gefährdung bei der Weiterführung der Arbeiten dar.

Erdbeben der Stärke 6,0 erschüttert Tokyo: Am Montagmorgen gegen 5:18 Uhr erschütterte ein Erdbeben die Region Tokyo. Nach Angaben der japanischen Wetterbehörde, befand sich das Epizentrum an der Halbinsel Izu-Oshima, etwa 120 Kilometer südlich von Tokyo und lag in etwa 162 Kilometern Tiefe. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgegeben.

Der zunächst gemeldete Magnitudenwert von 6,2 wurde später auf 6,0 heruntergestuft. Schwere Nachbeben gelten aufgrund der Tiefe des Epizentrums als unwahrscheinlich. Dennoch handelt es sich um das schwerste Erdbeben der Region seit dem Tohoku-Großbeben vom März 2011. Bislang werden 17 Personen als verletzt gemeldet.

Für einige Bezirke der Hauptstadt Tokyo wurde eine Stärke von 5- („niedrige Fünf“) auf der siebenstufigen japanischen JMA-Skala angegeben. Für die angrenzenden Präfekturen ging man von einer Stärke von 4 aus. Das Beben war Medienberichten zufolge, in großen Teilen der Region Kansai, bis in die südliche Region Chugoku und die nördlich von Tokyo gelegene Region Tohoku zu spüren.

Die Betreiber von Kernkraftwerken meldeten keine Störungen.

Die U-Bahn in Tokyo stoppte aus Sicherheitsgründen. Auf der betroffenen Strecke kam es zu einer Verspätung von etwa zehn Minuten. Auch auf zwei Shinkansen-Schnellzustrecken gab es aus Sicherheitsgründen Verspätungen, die sich auf etwa 15 Minuten beliefen. Hierüber berichteten praktisch alle japanischen Medien.

Großbritannien unterstützt Fukushima Stilllegung: Am vergangenen Donnerstag unterschrieb TEPCO eine Vereinbarung mit dem britischen Atomunternehmen Sellafield Ltd. über künftige Zusammenarbeit. Die gemeinsamen Anstrengungen sollen der Stilllegung der Reaktoren des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi dienen.

Deal zur Fukushima-Stillegung: Tony Price (Sellafield Ltd.) und Naohiro Masuda (TEPCO) am 1. Mai 2014 (Foto: TEPCO
Deal zur Fukushima-Stillegung: Tony Price (Sellafield Ltd.) und Naohiro Masuda (TEPCO) am 1. Mai 2014 (Foto: TEPCO

Allerdings erfolgt die Hilfe der Briten nicht uneigennützig. Sellafield hat sowohl ein Interesse an der Wasseraufbereitung, die auf der japanischen Anlage Verwendung findet, als auch an der Robotertechnologie, auf die bei Arbeiten in stark kontaminierten Bereichen zurückgegriffen wird.

Hauptproblem der Stilllegung, für die ein Zeitraum von mindestens 40 Jahren angesetzt ist, stellen die Brennelemente dar, die nach der Kernschmelze nun nicht mehr auf konventionelle Weise entfernt werden können. Über die Kooperation berichteten auch jiji und NHK.

Hälfte der Brennelemente geborgen: Mit Stand vom 30. April sind bislang 770 der insgesamt 1.533 Brennelemente vom Abklingbecken des Reaktor 4 in das Gemeinschaftsbecken transferiert worden. Somit konnte bislang die Hälfte der Brennelemente erfolgreich umgelagert werden.

Insgesamt 748 der 1331 bereits abgebrannten und 22 der 202 ungenutzten Brennelemente wechselten im Rahmen von 35 Transporten ihren Standort.

Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter: Am 30. April übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO, die aktuellen Angaben zur Zahl der Beschäftigten an der Anlage, sowie zur Höhe der Strahlungsdosis an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales für den März 2014.

Fukushima-Arbeiter vor Abfahrt des Busses am 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Arbeiter vor Abfahrt des Busses am 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)

Nach Angaben von TEPCO , waren im März 2014, insgesamt 710 Arbeitskräfte für das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi neu eingestellt worden.

Die maximale Strahlungsbelastung lag bei 17,34 Millisievert. Im Bezug auf die inkorporierte Strahlenbelastung wurden keine signifikanten Werte festgestellt.

Der nächste Bericht, der sich mit den Strahlungsdaten mit Stand von Ende April befassen wird, soll gegen Ende Mai eingereicht werden.

Alarm des Leckdetektors an Turbinengebäude von Reaktor 3: Am vergangenem Donnerstag, dem 1. Mai, kam es gegen 11:07 Uhr zu einem Alarm des Leckdetektors im Westteil des Turbinengebäudes von Reaktor 3.

Bei einer Kontrolle vor Ort wurde durch die Decke eindringendes Regenwasser festgestellt. Aufgrund der zuvor aufgetretenen Regenfälle wird der Alarm auf das Regenwasser zurückgeführt.

Auch bei einem weiteren Alarm, der um 11:22 Uhr im Turbinengebäude von Reaktor 5 auftrat, handelte es sich nach Angaben von TEPCO um einen Fehlalarm, der durch Regenwasser ausgelöst worden war.

Zwei Gemeinden genehmigen Vorstellung von Zwischenlagerplänen: Die Verwaltungen der Gemeinden Okuma und Futaba, haben sich mit der Regierung darauf verständigt, dass Regierungsvertreter den Einwohnern die Pläne zum Bau von Zwischenlagern für radioaktiv belastetes Erdreich erläutern dürfen.

Präfektur Fukushima: Absperrung einer Zonengrenze (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Präfektur Fukushima: Eine der zahlreichen Absperrungen (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Bislang hatten die Gemeindeverwaltung diese Anträge abgelehnt. Nun jedoch habe man das Einverständnis erteilt, da die Einwohner ihrerseits mehr Aufklärung über den drohenden Bau der Zwischenlager forderten.

Die genauen Umstände und Zeitpunkte sind noch Thema von Gesprächen. Dies berichteten jiji und NHK.

Evakuierung nach erneuter AKW-Katastrophe würde zwei Tage dauern: Eine am 30. April veröffentlichte Prognose der Präfekturverwaltung Fukushima kommt zu dem Schluss, dass die Evakuierung nach einer erneuten AKW-Katastrophe vor Ort bis zu 50 Stunden dauern könnte, wenn man von der geschätzten Maximalzahl von 550.000 Flüchtlingen ausgeht.

Grundlage dieser Zahlen war die hypothetische Annahme, das die derzeitig noch Evakuierten bereits in ihre einstigen Wohnorte zurückgekehrt waren und Radioaktivität in Höhe von 0,5 Millisievert pro Stunde, von Ostwinden auf 13 Gemeinden verteilt werden würde. Das berichtete die Asahi Shimbun.

Cool Biz in Japan angelaufen: Am ersten Mai begann, noch während der Urlaubszeit der „Goldenen Woche“ die diesjährige Cool Biz Kampagne.

Tokyo vor dem Super Cool Biz 2013 (Copyright:: KJ)
Tokyo vor dem Super Cool Biz 2013 (Copyright: KJ)

Im Rahmen der im Jahr 2005 eingeführten Aktion, werden Angestellte von Behörden und Unternehmen dazu angehalten, bis Ende Oktober lockere Hemden, ohne Krawatten zu tragen.

Durch die Maßnahme sollen die Klimaanlagen auf 28°Celsius heruntergeschaltet und so das Klima geschont, sowie Energie gespart werden.

Nachdem es in Folge der Tohoku-Katastrophen 2011 zu Stromausfällen gekommen war, wird die Kampagne zwischen Juni und September nun sogar zum „Super Cool Biz“ ausgeweitet, so dass in diesem Zeitraum sogar Hawaiihemden als akzeptable Kleidung am Arbeitsplatz gelten. Hierüber berichteten mehrere japanische Medien, darunter die Mainichi Shimbun.

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