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Fukushima aktuell: Unterwasserkamera zeigt Schäden in Reaktor 3

Aufnahmen liefern neue Informationen über den Zustand von Fukushima-Reaktor 3

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 3: Führungsrohr für Kontrollstäbe im Juli 2017 (Foto: Copyright by IRID/TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Führungsrohr für Kontrollstäbe im Juli 2017 (Foto: Copyright by IRID/TEPCO)

Mit Details über den Zustand eines Reaktors lieferte das AKW Fukushima heute wieder einmal Schlagzeilen – doch tatsächlich sind die weiteren Fukushima News nicht weniger interessant.

So geht es um die Aufhebung einer Evakuierungsanordnung und das Krebsrisiko von Kindern der Präfektur. Einzelheiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 30. November 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • TEPCO gibt Ergebnisse von Unterwassermission in Reaktor 3 bekannt
  • Freigabe von Okuma im Gespräch
  • Unklarheit bei regionaler Verteilung von Schilddrüsenkrebs
TEPCO gibt Ergebnisse von Unterwassermission in Reaktor 3 bekannt

Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi gab heute die Ergebnisse der Bildanalysen bekannt, die auf Grundlage von Aufnahmen während einer Robotermission in Reaktor 3 im Juli diesen Jahres gemacht wurden.

Demnach konnte festgestellt werden, dass der Boden des Druckbehälters vermutlich in großem Umfang beschädigt ist, da ein Gegenstand dort weiter hinab sank. Es handelt sich bei dem Objekt um das Kabel einer Vorrichtung  zur Einführung von Kontrollstäben.

Fukushima-Reaktor 3; Thermometer-Kabelschaden im Juli 2017 (Abb. vergrößert, Copyright by IRID/TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3; Thermometer-Kabelschaden im Juli 2017 (Abb. vergrößert, Copyright by IRID/TEPCO)

Auch wurde entdeckt, dass ein Thermometerkabel teilweise fehlte, da es offenbar aufgrund des heißen geschmolzenen Materials, dass aus dem Boden des Druckbehälters tropfte, beschädigt wurde und so zwölf Thermometer ausfielen.

Ebenfalls nachgewiesen wurde eine starke Bewegung der Wasseroberfläche im Sicherheitsbehälter, sowie die wahrscheinliche Ursache für dieses Phänomen.

Durch den Umstand, dass nicht nur der Hauptteil des Druckbehälterbodens beschädigt ist, sondern auch angrenzende Bereiche, verursacht der Zufluss von Wasser, das zur Kühlung eingeleitet wird, die Bewegung der Wasseroberfläche.

Die Temperaturmessungen ergaben eine vergleichsweise konstante Temperatur von 30° Celsius, die sich durch die geschmolzenen Brennelemente und das eingeleitete Kühlwasser ergaben.

Auch bei den übrigen Werten wurden keine Auffälligkeiten nachgewiesen. Über diesen aktuellen Stand berichteten neben TEPCO auch Präfekturmedien.

Hintergrund

Derzeit laufen am Gebäude von Reaktor 3 Bauarbeiten zur Anbringung eines Schutzmantels und technischer Vorrichtung zur Bergung von Brennelementen aus dem Abklingbecken. Der Bergungsbeginn ist für kommenden Herbst geplant.

Erst am Montag war das Kühlsystem des Beckens zeitweise ausgefallen.

Freigabe von Okuma im Gespräch

Wie am heutigen Donnerstag bekannt wurde, ist für die Sperrgebietsgemeinde Okuma, für die bis heute eine vollständige Evakuierungsanordnung gilt, offenbar eine Teilaufhebung geplant. Termin hierfür ist der April 2019.

Wenn die Teilaufhebung wie geplant durchgeführt wird, wäre es das erste Mal überhaupt, dass eine der beiden Gemeinden, auf deren Gebiet sich das havarierte Kernkraftwerk Fukushima Daiichi befindet, wieder für einstige Bewohner freigegeben wird.

Nach Gesprächen mit der Regierung und dem Gemeinderat sollen als Vorbereitung die kurzfristigen Besuchszeiten für den Aufenthalt in der Ortschaft verlängert, und sogar Übernachtungen ermöglicht werden.

Ziel der geplanten Teilfreigabe ist ein Wohngebiet im westlichen Teil der Ortschaft. Dort leben gerade einmal 383 Personen, was einem Anteil von vier Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht.

Über die Freigabepläne für das Jahr 2019 berichteten Präfekturmedien.

Unklarheit bei regionaler Verteilung von Schilddrüsenkrebs

Mediziner verschiedener Institutionen bestreiten seit langem einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Nachweis von Schilddrüsenkrebs bei Kindern und der Strahlungsexposition durch die Katastrophe am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi.

Am heutigen Donnerstag trafen sich die Mitglieder einer Gruppe zur Auswertung der Ergebnisse öffentlicher Schilddrüsenkontrollen, die in mehren Versuchsreihen bei Kindern in der Präfektur Fukushima durchgeführt wurden.

Eine statistische Auswertung zeigte bereits, dass in 13 Gemeinden, die im Küstenbereich der Präfektur liegen, die Rate von bestätigten Krebserkrankungen, sowie entsprechenden Verdachtsfällen höher liegt, als in anderen Gebieten.

Der Verantwortliche von der medizinischen Universität erklärte, gegenwärtig sei es schwierig, den tatsächlichen kausalen Zusammenhang mit der AKW-Krise zu bewerten.

Im Fall der Tschernobyl-Katastrophe 1986 war es in den vier bis fünf Folgejahren zu einem starken Anstieg der Krebsfälle gekommen. Um im Fall der Fukushima-Krise einen Einfluss auf die Rate bestätigen, oder ausschließen zu können, bedürfe es weiterer Kontrollen.

Über das Treffen berichteten Präfekturmedien.

 

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