Start Aktuelles Fukushima aktuell: Ursache von Wasserstoffexplosionen ermittelt

Fukushima aktuell: Ursache von Wasserstoffexplosionen ermittelt

Bauliche Besonderheiten begünstigten die Katastrophe im März 2011

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Artikelbild - Fukushima Reaktor 3 am 16. März 2011 (Foto: Copyright by TEPCO)
Fukushima Reaktor 3 am 16. März 2011 (Foto: Copyright by TEPCO)

Sieben Jahre nach den Ereignissen, sind einige Umstände der Krise am AKW Fukushima heute immer noch ungeklärt. Doch einige Dinge lassen sich im Nachhinein nachvollziehen, wie die aus Japan aktuell gemeldeten Fukushima News zeigen.

Einen Einblick in die rekonstruierten Umstände der damaligen Katastrophe gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 28. März 2018.

Neue Erkenntnisse zu den Wasserstoffexplosionen am AKW Fukushima

Am gestrigen Dienstag wurde auf dem jährlichen Früjahrstreffen der Japanischen Atomenergiegesellschaft (AESJ) auch das Thema der Wasserstoffexplosionen am AKW Fukushima Daiichi als Folge der Kernschmelzen vom März 2011 behandelt.

Dabei ging es vor allem um die genaue Ursache – denn eigentlich wäre zumindest die Verpuffung von Wasserstoff in den Reaktorgebäuden, die zu den schweren Schäden führten, womöglich vermeidbar gewesen.

Beim Ausfall der Reaktorkühlung beginnt das Kühlwasser um die Brennelemente zu kochen und schließlich zu verdunsten, was im Zusammenhang mit anderen Faktoren zur Bildung von explosionsgefährlichem Wasserstoff führt.

Der damalige Kraftwerksleiter Masao Yoshida befahl seinerzeit, den sich aufbauenden Druck durch eine Notentlüftung über den Abluftkamin auszugleichen. Doch die Maßnahme zeigte nicht den gewünschten Erfolg und die Katastrophe nahm ihren Lauf.

Die Wissenschaftler sind nun zu dem Schluss gekommen, dass eine Ansammlung von Staub und Eiskristallen im so genannten „Abluftschalldämpfer“ des Kamins zu einer Verstopfung geführt habe.

Dadurch habe das Gas nicht vollständig austreten können und sei zurück in das Gebäude geströmt, wo es zur Explosion gekommen sei. Die Bildung von Eiskristallen wird mit dem massiven Temperaturunterschied zwischen Wasserdampf und Schalldämpfer erklärt.

Zu ihren Schlüssen kamen die Experten unter anderem aufgrund von Analysen der Strahlungswerte an den verbliebenen Abluftkaminen.

Da eine derartige Vorrichtung an vielen Kernkraftwerken Verwendung findet, sieht das Forscherteam die Notwendigkeit, Maßnahmen zur Verhinderung eines ähnlichen Effekts bei Störfällen an anderen Anlagen zu entwickeln.

Über diese Erkenntnis berichteten Präfekturmedien.