Start Aktuelles Fukushima aktuell: US-Atombehörde befürwortet Verklappung radioaktiver Abwässer

Fukushima aktuell: US-Atombehörde befürwortet Verklappung radioaktiver Abwässer

2736
1
TEILEN
Artikelbild: Sitz der US-Atomaufsicht NRC (Foto: pd)
US-Atomaufsicht NRC befürwortet Verklappung von radioaktiven Fukushima-Abwässern (Foto: pd)

Die Regierung von Premierminister Shinzo Abe kann mit der heutigen Verabschiedung des Geheimhaltungsgesetzes einen Erfolg für sich verbuchen, der auch von einigen Atomkraftkritikern sehr negativ gesehen wird. Die Unterstützung einer US-Behörde, welche zur Verklappung radioaktiver Abwässer in Japan ermutigt dürfte ebenfalls ein gemischtes Echo finden.

Einzelheiten zu diesen Fukushima News sowie weitere Meldungen zum Thema Fukushima heute wie immer im Spreadnews Japan-Ticker vom 6. Dezember 2013.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • US-Atombehörde befürwortet Verklappung in Fukushima
  • Japans Regierung will Ruinen als Katastrophendenkmäler erhalten
  • Japans Geheimhaltungsgesetz verabschiedet

US-Atombehörde befürwortet Verklappung in Fukushima: Allison Macfarlane, Vorsitzende der US-Atomaufsicht NRC, unterstützte am heutigen Freitag den am Mittwoch vorgetragenen Vorschlag von Experten der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, schwach radioaktive Abwässer des AKW Fukushima Daiichi in den Pazifischen Ozean einzuleiten.

Nach Abschluss einer Mission in Japan, hatte die Expertengruppe einen vorläufigen Bericht vorgelegt, in der die Verklappung von gefiltertem Grundwasser des Kraftwerksgeländes als Maßnahme angeregt wurde.

Japans Regierung erklärte bereits, man werde den Vorschlag prüfen. (Spreadnews berichtete am 4. Dezember 2013 über die Entwicklungen).

Allison M. Macfarlane, Vorsitzender der US Nuclear Regulatory Commission (Foto: US-NRC, cc-by)
Allison M. Macfarlane, Vorsitzender der US Nuclear Regulatory Commission (Foto: US-NRC, cc-by)

Im Rahmen einer Pressekonferenz in der US-Botschaft in Tokyo sprach nun Macfarlane von einem vernünftigen Vorschlag und erklärte, die Bürger der USA seien zurecht über Strahlung im Allgemeinen besorgt.

Zu den möglichen Auswirkungen radioaktiven Materials, das an die US-Westküste angeschwemmt wird erklärte sie, die erwarteten Höchstwerte lägen noch unterhalb des Trinkwassersicherheitswerts.

Zuletzt hatte die Anschwemmung von verendeten Tieren an US-Küsten die Besorgnisse über mögliche Auswirkungen geschürt.

Fische die offenbar an Nahrungsmangel, oder der viralen hämorrhagischen Septikämie starben, wurden mit der Fukushima-Katastrophe in Verbindung gebracht.

Über die Äußerungen der US-Politikerin in Japan berichteten Kyodo, jiji und NHK.

Japans Regierung will Ruinen als Katastrophendenkmäler erhalten: Auch wenn die Situation am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi zumeist im Mittelpunkt der Berichterstattungen liegt, sollte nicht vergessen werden, dass die Naturkatastrophen vom März 2011 noch weitere Folgen für Menschen und Umwelt in mindestens drei Präfekturen – darunter Fukushima – haben.

Ruine des Verwaltungsgebäudes in Minamisanriku (Foto: Hajime Nakano, cc-by)
Ruine des Verwaltungsgebäudes in Minamisanriku (Foto: Hajime Nakano, cc-by)

Auch wenn an einigen Stellen bereits die Maßnahmen zum Abriss anlaufen, unternimmt die japanische Regierung nun stärkere Versuche, Gebäude, die durch den Tsunami des Tohoku-Erdbebens 2011 stark beschädigt wurden, als Denkmäler zu erhalten.

Die Bevölkerung ist in der Regel gespalten über derartige Absichten – während ein Teil der Einwohner nicht mehr an die Natukatastrophe und ihre opfer erinnert werden wollen, sehen manche die Notwendigkeit für ein Mahnmal. Doch die Befürwortung von Abrissarbeiten hat auch finanzielle Gründe, fallen für die Gemeinden doch Instandhaltungskosten an.

Hier will die Regierung in Tokyo ansetzen und sich darauf verständigt, durch das Angebot von Zuschüssen die Erhaltung von Ruinen weniger problematisch zu machen. Die finanziellen Zuwendung wären dabei auf eine Struktur pro Gemeinde beschränkt, berichtet die jiji.

Das bekannteste Beispiel dürfte das Stahlgerüst des früheren Katastrophenschutzzentrums in Minamisanriku (Präf. Miyagi) sein. Das Gebäude hatte sich am 11. März 2011 nicht als ausreichend hoch erwiesen, so dass 43 Personen dort den Tod fanden. Als Grund für den Abriss wird auch hier die Gefährdung durch den Alterungsprozess der stählernen Struktur genannt.

Japans Geheimhaltungsgesetz verabschiedet: Japans Premierminister Shinzo Abe bedauerte den Tod des Freiheitskämpfers Nelson Mandela. Versuche der japanischen Opposition ein Geheimhaltungsgesetz zu verhindern, dass die Pressefreiheit bedroht, wurden dagegen abgewiesen.

Japanisches Parlamentsgebäude (Foto: Kim Ahlström cc-by)
Andauernde Proteste gegen Geheimhaltungsgesetz der Regierung (Symbolfoto: Kim Ahlström cc-by)

Neben Journalisten, Medienvertretern, Bürgerrechtsgruppen, drei früheren Premierministern und Veteranen des Zweiten Weltkriegs, protestierten in den vergangenen Wochen auch Verwaltungen und Bürger der Präfektur Fukushima gegen das Gesetz, da sie fürchten, Informationen über die Atomkraft könnten künftig grundsätzlich als Geheimsache gehandhabt werden.

Aufgrund der Proteste entschlossen sich die beiden Regierungsparteien am Freitagmorgen dazu, die laufende außerordentliche Parlamentssitzung bis Sonntag auszudehnen.

Man fürchtet offenbar, dass der Widerstand zu groß sein könnte, um das Geheimhaltungsgesetz und weitere Gesetze noch innerhalb der letzten Sitzung dieses Jahres durchsetzen zu können.

Noch am heutigen Freitag protestierten Gegner der neuen Regelung vor dem Parlamentsgebäude. Sie waren einige Tage zuvor von LDP-Politiker und Ex-Verteidigungsminister Shigeru Ishiba in einem Blogposting aufgrund der Lärmbelästigung mit Terroristen verglichen worden.

Der atomkraftkritische Politiker Taro Yamamoto hatte daraufhin in einem Tweet erklärt, dank Ishiba wisse man nun, wie die Regierung gegen Kritiker vorgehen werde, sobald das Gesetz in Kraft sei.

Doch trotz aller Proteste und letzter Versuche, durch Misstrauensanträge die Entscheidung zu verzögern, wurde das Gesetz heute verabschiedet.

Die Entwicklungen zum Geheimhaltungsgesetz waren Thema mehrerer japanischer Medien, darunter Kyodo, Mainichi Shimbun, Asahi Shimbun, jiji und NHK.

1 KOMMENTAR

  1. so so, einfach verklappen, so wie die USA auch die chemiewaffen Syriens verklappen will? fällt euch (zensiert, die Red.) nichts anderes ein?

    Anmerkung: Wir bitten unsere Leser, von drastischen Obszönitäten Abstand zu nehmen. Die Redaktion

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here