Start Aktuelles Fukushima aktuell: US-Soldaten mit Milliardenklage gegen TEPCO

Fukushima aktuell: US-Soldaten mit Milliardenklage gegen TEPCO

Folgen der "Operation Tomodachi" holen den AKW-Betreiber ein

1820
0
TEILEN
Artikelbild - Dekontamination des Decks des Flugzeugträgers USS Ronald Reagan (Foto: Mass Communication Specialist 3rd Class Kevin B. Gray, Public Domain)
Dekontamination des Decks des Flugzeugträgers USS Ronald Reagan (Foto: Mass Communication Specialist 3rd Class Kevin B. Gray, Public Domain)

Wie vom Betreiber des AKW Fukushima heute bekannt wurde, droht dem Unternehmen eine hohe finanzielle Belastung durch eine neue Klage. Ein Alarm auf dem Gelände des Kraftwerks blieb dagegen folgenlos.

Positive Fukushima News gibt es durch eine neue Handelsvereinbarung für die Präfektur mit einem asiatischen Nachbarn. Einzelheiten nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 24. August 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • US-Soldaten mit Milliardenklage gegen AKW-Betreiber
  • Fukushima-Lebensmittelexporte nach Malaysia ausgedehnt
  • Fehlalarm an Staubmessposten des AKW Fukushima
US-Soldaten mit Milliardenklage gegen AKW-Betreiber

Wie der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi mitteilte, haben 157 Besatzungsmitglieder von Flugzeugträgern, die im Rahmen der „Operation Tomodachi“ während der Tohoku-Krise 2011 Katastrophenhilfe leisteten, Klage eingereicht.

Die Soldaten waren als Crew auf den Schiffen vor der Küste dem radioaktiven Fallout nach den Kernschmelzen ausgesetzt und fordern nun von TEPCO und einem US-Unternehmen, die Übernahme der Kosten von Gesundheitskontrollen, Behandlungen usw.

Nach Angaben von TEPCO wurde die Klage am 18. August vor einem Gericht im US-Bundesstaat Kalifornien eingereicht. Die geforderte Summe beläuft sich auf etwa fünf Milliarden US-Dollar.

Bislang liege dem japanischen Elektrizitätsanbieter aber noch keine formelle Klage vor, so dass man sich nicht weitergehend äußere. Allerdings sei man bereit, die Anschuldigungen sorgfältig zu prüfen und angemessen mit den Forderungen umzugehen.

Über die Klage berichteten Präfekturmedien.

Hintergrund

Bereits im Juni hatte ein Gericht die Klage von Crewmitgliedern der USS Ronald Reagan wegen der erlittenen Strahlungsbelastung zugelassen. Es ist jedoch offenbar noch unbekannt, ob es sich um die gleiche Klägergruppe handelt.

Fukushima-Lebensmittelexporte nach Malaysia ausgedehnt

Bei einem gestrigen Treffen in Kuala Lumpur, verständigten sich die Präfektur Fukushima und Großhändler in Malaysia auf einen verstärkten Export von Lebensmitteln aus Japan. Insbesondere die Ausfuhr von Reis und Pfirsichen soll gesteigert werden.

Erste Exporte waren bereits im Fiskaljahr 2015 wieder aufgenommen worden und die Menge habe sich pro Fiskaljahr von 12 auf nunmehr 29 Tonnen Reis gesteigert. Nun ist ein Sprung auf 100 Tonnen innerhalb dieses Fiskaljahrs geplant.

Auch bei Pfirsichen, einer Spezialität der Präfektur, einigte man sich auf eine Steigerung und will im gleichen Zeitraum die Liefermenge von 7,3 auf 15 Tonnen erhöhen. Das Fiskaljahr 2017 endet im kommenden März.

Durch eine Verlagerung des Transports von der Luftfracht hin zu Kühlcontainern, die per Schiff geliefert werden, sinken die Transportkosten, was auch den Warenpreis in Malaysia senkt und so mehr Kunden in den Genuss der japanischen Produkte kommen lässt.

Über die Einigung zwischen beiden asiatischen Staaten berichtete die jiji, sowie Präfekturmedien.

Fehlalarm an Staubmessposten des AKW Fukushima

Bei einem gestern ausgelösten Alarm des Messpostens zur Überwachung der Luftbelastung auf dem Kraftwerksgelände, handelte es sich erneut um einen Fehlalarm.

Gegen 00:10 Uhr hatte der Posten Nr. 2 auf einen massiven Anstieg der Umgebungsradioaktivität hingewiesen. Als Sicherheitsmaßnahme war die Demontage am Schutzmantel von Reaktor 1 unterbrochen worden.

Doch wie spätere Kontrollen ergaben, spricht alles für einen Fehlalarm. So hätte das Filterpapier nur natürliche Nuklide nachgewiesen, der Wind habe von außerhalb der Anlage geweht und andere Messposten wiesen keine Auffälligkeiten nach.

Nach einem Austausch des Filterpapiers funktioniert der Messposten wieder störungsfrei. Über den Fehlalarm berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

In der Vergangenheit war es bereits mehrfach zu derartigen Fehlalarmen gekommen, die immer nach dem gleichen Muster abliefen.