Fukushima aktuell: Verantwortungsloser Umgang mit Arbeitskräften

Fukushima aktuell: Verantwortungsloser Umgang mit Arbeitskräften

Unternehmen bei AKW-Arbeiten und Dekontamination oft fahrlässig

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Artikelbild - Fukushima: Dekontamination von Bäumen durch Hochdruckreiniger (Foto: Juni 2012, TEPCO)
Fukushima: Dekontamination von Bäumen durch Hochdruckreiniger (Foto: Juni 2012, TEPCO)

Zu Beginn der Woche werden aus der Präfektur Fukushima heute mehrere interessante Neuigkeiten gemeldet. Diese Fukushima News betreffen unter anderem den Umgang mit Angestellten bei AKW-Arbeiten und Dekontamination.

Weitere Themen sind die Folgen der Tohoku-Katastrophen für die Region und internationales Gedenken anlässlich des nahendes Jahrestags. Einzelheiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 6. März 2017.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • Viele Gesetzesverstöße durch Unternehmen in Fukushima
  • Ehemalige Übergangshäuser finden selten Nachbewohner
  • Gedenkveranstaltungen für 3/11 in den USA
Viele Gesetzesverstöße durch Unternehmen in Fukushima

Nach dem jüngsten Korruptions-Skandal um Dekontaminationsarbeiten, gibt es nun auch von anderer Seite weitere Gründe für die Bevölkerung, an der Seriosität der beauftragten Firmen zu zweifeln.

Am vergangenen Freitag legten die Behörden der Präfektur Fukushima die aktuellen Zahlen zu den Verstößen gegen arbeitsrechtliche Bestimmungen bei der Durchführung von Dekontaminationsarbeiten und Tätigkeiten am AKW Fukushima Daiichi vor.

Die Ergebnisse sind ernüchternd.

Mit 586 betroffenen Firmen wurde bei mehr als der Hälfte der insgesamt 1020 Unternehmen, die im vergangenen Jahr mit Arbeiten zur Beseitigung kontaminierter Abfälle in der Präfektur Fukushima betraut waren, Verstöße gegen Gesetze nachgewiesen.

Bei den 568 Unternehmen wurde eine Gesamtzahl von 982 Übertretungen festgestellt. Diese betrafen die Arbeitsbedingungen (485 Fälle), sowie Sicherheits- und Gesundheitsbestimmungen (497) für die Angestellten.

Dazu gehören nur Teilauszahlung von Gehältern, unbezahlte Überstunden, oder mangelnde Strahlungskontrollen des Erdbodens vor Entfernung der Bodenschichten.

Am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi wurden bei 160 Unternehmen insgesamt 273 rechtliche Verstöße aufgedeckt. Diese betrafen vor allem die Arbeitssicherheit. So erfolgte etwa bei Arbeiten in großer Höhe keine Sicherung durch Seile.

Über die aktuellen Zahlen berichteten Präfekturmedien.

Ehemalige Übergangshäuser finden selten Nachbewohner

Wie die Präfekturleitung Fukushima am heutigen Montag mitteilte, wird das Angebot, insgesamt 430 frühere Übergangshäuser zu nutzen, von der Bevölkerung kaum in Anspruch genommen – obwohl sie völlig mietfrei zur Verfügung gestellt werden.

Seit vergangenem Mai will die Verwaltung die Fertiggebäude neuen Bewohnern zukommen lassen, nachdem die Evakuierten der Tohoku-Katastrophen mittlerweile dauerhaften Wohnraum gefunden haben.

Derzeit werden nur drei Gebäude genutzt und dienen nun als Büros für Nonprofit-Organisationen, die in der Präfektur tätig sind.

Doch tatsächlich kann die Präfekturverwaltung bereits Ende dieses Monats weitere der insgesamt 13.000 Wohneinheiten anbieten, da die bisherigen Mietverträge auslaufen. Auch wenn einige bereits vorgemerkt sind, dürfte es dennoch leerstehende Objekte geben.

Die Verwaltung strebt eine Weiternutzung der Gebäude an, um unnötige Abfälle durch den Abriss und die damit verbundenen Entsorgungskosten zu reduzieren.

Grund für die geringe Nachfrage ist, nach Angaben eines Angestellten der Präfektur, vermutlich die geringe Bekanntheit der mietfreien Wohnangebote. Das berichtete die Kyodo.

Gedenkveranstaltungen für 3/11 in den USA

Am gestrigen Sonntag wurde in einer Kirche in New York der Opfer des Tohoku-Großbebens und des Tsunami vom März 2011 gedacht. Nach Angaben des Veranstalters nahmen etwa 420 Personen teil – darunter auch japanische Staatsbürger.

Überlebende berichteten von ihren Erfahrungen während der dramatischen Ereignisse, die zahlreiche Todesopfer forderten und Japans schlimmste zivile Nuklearkatastrophe auslösten.

Am gleichen Tag versammelten sich am Gebäude des Los Angeles Police Departement (LAPD) etwa 300 Personen, um dort mit Gebeten an die Todesopfer der Naturkatastrophen in Japan zu Gedenken. Auch hier nahmen Überlebende an den Feierlichkeiten teil.

Da sich am Samstag der Jahrestag der Tohoku-Katastrophen und des AKW-Unglücks in der Präfektur Fukushima zum nunmehr sechsten Mal jährt, ist in den folgenden Tagen international mit weiteren Gedenkveranstaltungen zu rechnen.

Über die Aktionen in New York und Los Angeles berichteten Kyodo, jiji und NHK.

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