Start Aktuelles Fukushima aktuell: Verbesserte Reaktor-Bilder zeigen Reste der Brennelemente

Fukushima aktuell: Verbesserte Reaktor-Bilder zeigen Reste der Brennelemente

Aufbearbeitete Bilder bieten neue Erkenntnisse zu den geschmolzenen Brennelementen

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 2: Aufpolierte Bilder des Sicherheitsbehälters (Foto: Copyright by TEPCO/IRIDs)
Fukushima-Reaktor 2: Aufpoliertes Bild des Sicherheitsbehälters (Foto: Copyright by TEPCO/IRIDs)

Gleich mehrere Reaktor-Missionen rücken im Zuge der aktuellen Fukushima News wieder in den Mittelpunkt und sorgen dafür, dass das AKW Fukushima heute für Schlagzeilen sorgt.

Einzelheiten und Hintergründe gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 27. April 2018.

Aufnahmen aus Reaktor-Missionen ausgewertet

Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi gab heute bekannt, man habe die Video-Aufnahmen der Mission in Reaktor 2 vom Januar diesen Jahres erfolgreich ausgewertet und analysiert. Dabei habe man einige interessante Erkenntnisse gewinnen können.

Die bei der Kameramission gemachten Bilder habe man miteinander kombinieren können. Hierdurch biete das so entstandene Bildmaterial einen besseren Eindruck der Situation im Sicherheitsbehälter des Reaktors.

Auf den Aufnahmen ist zu sehen, dass der gesamte Boden des Behälters von einer Masse bedeckt wird, die an eine Mischung aus Geröll und Lehm erinnert und aus der an einigen Stellen größere Elemente herausragen.

Auch werden die Anhaftungen der Masse an den Wänden deutlich.

Nach Angaben von TEPCO könnte es sich bei den stalagmitenartigen Formen um Trümmer der Baukonstruktion, verschmolzenen mit den Resten der Brennelemente, handeln.

Aufnahmen aus Reaktor 3 ebenfalls ausgewertet

Fukushima-Reaktor 3: Das 3D-Modell der Situation im Sicherheitsbehälter (Foto: Copyright by TEPCO/IRID)
Fukushima-Reaktor 3: Das 3D-Modell der Situation im Sicherheitsbehälter (Foto: Copyright by TEPCO/IRID)

Doch auch Aufnahmen aus Reaktor 3 der Anlage wurden überarbeitet und so präsentiert die Betreiberfirma TEPCO ein dreidimensionales Video, dass das Innere des Reaktors anhand der gewonnenen Daten rekonstruiert.

Auch hier ist eine Art Aufschüttung zu sehen, die sich in der Mitte des Behälterbodens befindet.

TEPCO geht davon aus, das hier zunächst Bautrümmer herabgestürzt waren, über die sich dann die geschmolzenen Brennelemente ergossen, was zu der Formgebung führte..

Der Erkenntnisgewinn

In beiden Fällen könnten die analysierten Bilder näheren Aufschluss darüber geben, welchen Weg die geschmolzene Masse im Rahmen einer Kernschmelze nimmt. Demnach gelangte das Corium an mehreren Stellen aus dem Behälter.

Dies lässt auf eine Reihe von unabhängigen Schadstellen am Behälter schließen, die zu Öffnungen führten und so den Austritt des Materials begünstigten.

Im kommenden Fiskaljahr soll über das Vorgehen bei der Bergung geschmolzener Brennelemente abgestimmt werden. Über die neuen Einsichten berichteten mehrere Medien, wie die Mainichi Shimbun, Asahi Shimbun, die NHK, sowie Präfekturmedien.