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Fukushima aktuell: Verbraucher weniger kritisch gegenüber Lebensmitteln

Widerstand gegen Lebensmittel aus Fukushima stark gesunken

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Artikelbild - Lebensmittel auf dem Ameyoko in tokyo (Foto: Coypright by KJ)
Lebensmittel aus Fukushima: Ablehnung und Strahlungsangst der Kunden sinken (Symbolfoto: Copyright by KJ)

Offenbar ist die Angst vor radioaktiver Belastung bei Waren aus Fukushima heute weniger stark ausgeprägt, als vielfach vermutet. Das zumindest legen die neuen Fukushima News nahe. Doch auch der Eiswall ist in Japan aktuell wieder Thema.

Details zu diesen Neuigkeiten, sowie weitere Meldungen gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 7. März 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Verbraucher achten weniger auf Herkunft von Fukushima-Produkten
  • Experten diskutieren Eiswall-Einschätzung von TEPCO
  • Regenwasser an Lagertankbereich J6 des AKW Fukushima
Verbraucher achten weniger auf Herkunft von Fukushima-Produkten

Am heutigen Mittwoch veröffentlichte die Verbraucherbehörde die Ergebnisse der ersten landesweiten Studie zur Bedeutung der Herkunft von Produkten für die Verbraucher.

Die Umfrage wurde über das Internet durchgeführt und umfasste jeweils 150 Verbraucher aus jeder der 47 Präfekturen des Landes. Von besonderem Interesse waren dabei mögliche Vorbehalte gegenüber Produkten aus der Präfektur Fukushima.

Während jeweils 18 Prozent Angaben, Lokalprodukte von dort zu kaufen, bzw. bewusst zu vermeiden, erklärte die Hälfte der Befragten, ihnen sei die Herkunft der Waren egal.

Das überraschende Ergebnis zeigt, dass die Angst vor radioaktiver Belastung in Lebensmitteln offenbar weniger stark ausgeprägt ist, als vom Handel befürchtet. Viele Großhändler verzichten aus Angst vor Einbußen auf das Angebot von Fukushima-Produkten.

Die Verbraucherbehörde will das Ergebnis nun besonders im Bereich des Vertriebs publik machen, um den Verkauf der Waren zu fördern. Über das unerwartete Ergebnis berichteten Präfekturmedien.

Experten diskutieren Eiswall-Einschätzung von TEPCO

Ein Expertenausschuss traf sich heute im Auftrag der Regierung, um die neuste Einschätzung der Effektivität des so genannten Eiswall-Projekts am AKW Fukushima Daiichi zu diskutieren.

Der Betreiber hatte in diesem Monat einerseits eine beschränkte Effektivität des Eiswalls im Vergleich zu den übrigen Maßnahmen zur Bekämpfung radioaktiver Abwässer eingeräumt, andererseits wird das Eiswall-Projekt als Maßnahme verteidigt.

Die Experten der Regierung stimmten heute TEPCO in der Einschätzung zu, dass der Eiswall zu einem gewissen Grad tatsächlich eine Wirkung zeige. Gemeinsam mit der Umleitung und Verklappung von Grundwasser sei die Menge radioaktiver Abwässer reduziert worden.

Als zusätzliche Maßnahme empfahl der Ausschuss heute, den Erdboden um die Reaktorgebäude durch einen geeigneten Belag abzudichten, um den unkontrollierten Zufluss von Regenwasser zu verhindern. Über Einschätzung und Rat berichtete die NHK.

Der Bau des 1,5 Kilometer langen Kühlsystems, das durch unterirdische Rohre den Boden gefrieren und so eine natürliche Barriere gegen zufließendes Grundwasser bilden soll, kostete die Regierung 34,5 Milliarden Yen und verursacht mehrstellige Betriebskosten.

Regenwasser an Lagertankbereich J6 des AKW Fukushima

Angestellte eines Partnerunternehmens entdeckten den Austritt von Wasser an einem provisorischen Damm im Lagertankbereich J6. Da zunächst unklar war, ob es sich um Regenwasser handelt oder nicht, wurde eine Untersuchung durchgeführt.

Die Analyse der Wasserprobe ergab, dass die Konzentration von Cäsium unter dem Nachweiswert lag. Da der dortige Lagertank zudem ungenutzt ist und keine Leitungen dort verlaufen, kam TEPCO zu dem Schluss, dass es sich um Regenwasser handelt.

Es gelangte kein Wasser in die Umgebung. Über die Entdeckung des Regenwasserlecks berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.