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Fukushima aktuell: Verbreitung von Cäsium am Meeresboden untersucht

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Artikelbild - Meereboden vor Zementierungsversuch am 6. Februar 2012 (Foto: TEPCO)
Meereboden vor Zementierungsversuch am 6. Februar 2012 (Foto: TEPCO)

Zwei aktuelle Lecks sind nur eines der Beispiele dafür, welche Auswirkungen die Katastrophe von Fukushima heute nach wie vor auf die Umwelt haben kann. Form und Ausmaß der folgenden Entwicklungen sind daher auch Teil der Fukushima News im Spreadnews Japan-Ticker vom 3. Juli 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Meeresbodenkontamination von Struktur abhängig
  • Große Öllache vor Sozialgebäude
  • Wasserlache im Gebäude des Gemeinschaftsbeckens

Meeresbodenkontamination von Struktur abhängig: Eine im Auftrag der Atomaufsichtsbehörde NRA durchgeführte Untersuchung des Meeresbodens kommt zu dem Schluss, dass sich radioaktives Material nach der Fukushima-Katastrophe vor allem im schlammigen Senken ansammelt und weniger als auf felsigem Meeresgrund.

Ursache hierfür ist nach Angabe der Wissenschaftler des Nationalen Meeresforschungsinstituts und zwei Universitäten vermutlich, dass sich Cäsium offenbar leichter mit den Feinpartikeln im Schlamm verbindet und nicht einmal während der Taifunsaison weiter verbreitet wird.

Die Forscher, untersuchten eine Fläche von mehr als 1.000 Kilometern. Dabei wurden Bereiche in nord-südlichem Verlauf auf einer Distanz von 50 Kilometern und west-östlicher Richtung von 25 Kilometern vor der Küste der Anlage untersucht.

Nicht nur Verlauf und Struktur der Meeresbodenlandschaft wurden mit Sonar erfasst, sondern ein eigens entwickeltes Gerät führte Messungen zur Gammastrahlung des Bodens durch. Südlich der Anlage habe man deutlich höhere Werte nachgewiesen, als in den übrigen Bereichen. Die Wissenschaftler erklären dies mit der Gezeitenströmung zum Zeitpunkt der Katastrophe.

  • Durchschnittswert an Cäsium-137: 90 Becquerel pro Kilogramm
  • Küstendistanz von vier Kilometern: 20 Hot Spots mit bis zu 1.000 Becquerel
  • Küstendistanz von sechs Kilometern: Hot Spots bis zu 2.000 Becquerel

In 1,6 bzw. 2,5 Kilometern Entfernung zur Mündung des Flusses Abukuma (Präf. Miyagi) stellten die Forscher sogar Werte von 1.300 und 2.700 Becquerel fest. Da der Fluss auch durch die Präfektur Fukushima verläuft, könnte er dort Cäsium aus dem Flussbett aufgenommen und bis zur Mündung gespült haben.

Die Wasserlöslichkeit von Cäsium lag zwischen ein bis zwei Prozent und damit  niedriger als unmittelbar nach der Katastrophe, als eine Löslichkeit von zehn Prozent ermittelt worden war. Dies lege nahe, dass die Kontamination des Meereswassers langsam abnehme.

Die Wissenschaftler kamen somit zu dem Fazit, dass zwar nicht der gesamte Ozean kontaminiert sei, jedoch Bereiche mit erhöhter Radioaktivität vorhanden sind, so dass man die Forschungen weiterführen wolle, berichtet die Asahi Shimbun. Diese Entdeckung ist allerdings nicht neu. Hot Spots im Meer vor Fukushima waren durch Meeresbodenproben bereits im August 2013 nachgewiesen worden.

Sicherungsmaßnahmen sind TEPCO ebenfalls nicht fremd. Pläne zur Zementabdeckung und den Baubeginn einer festen Hafenbarriere gab es bereits im Jahr 2012 (Spreadnews berichtete) Ende Juni 2014 kündigte TEPCO  an, den Meeresboden des AKW-Hafens und damit eine Fläche von 180.000 Quadratmetern vollständig zu betonieren und die Arbeiten bis März 2015 abzuschließen.

Große Öllache vor Sozialgebäude: Am heutigen Donnerstag entdeckten Angestellte eines Partnerunternehmens gegen 6:00 Uhr, dass auf der Straße vor dem Sozialgebäude für Partnerunternehmen, vor dem Kraftwerksgelände, eine großflächige Öllache von 1x 8m gebildet hatte. Offensichtlich handelt es sich um Motoröl aus den dort genutzten Fahrzeugen.

Aufgrund der Größe kamen Mittel zur Neutralisation und Adsorptionsmatten zum Einsatz. Die um 6:10 Uhr informierte Feuerwehr Futaba kam zu dem Schluss, dass der Fund nicht als Austritt von gefährlichem Material zu klassifizieren sei.

Wasserlache im Gebäude des Gemeinschaftsbeckens: Ein TEPCO-Angestellter meldete gegen 11:10 Uhr an drei Stellen, Spuren von heraustropfendem Wasser auf dem Boden. An zwei Fundorten war das Wasser mit schmaler Spur  ausgetreten und an einer weiteren Stelle dauerte der tropfenweise Wasseraustritt weiter an.

Das Wasser gelangte offenbar im Bereich einer Rohr-Durchgangsöffnung heraus und hatte sich auf einer Fläche von 1 x 1,5 Metern ausgebreitet. Da dort ein Wasserablauf auf dem Boden angebracht war, gelangte das Wasser nicht in die Umwelt.

Analysen der festgestellten Cäsiumkonzentration, sowie der Umstand, dass sich keine Wasserleitung dort befindet, lassen laut TEPCO den Schluss zu, dass es sich lediglich um Grundwasser handelt, das dort hineingelangt war.

1 KOMMENTAR

  1. Pump- Wasserleitungsbauwerk und externe Containerbauten könnten Platz und Strahlungprobleme vor Ort Fukushima daiji beheben und Zeitgewinne für Isotopen Auslagerungsbauwerke für Algenfiltrate, Zeolite fitrate oder Gipsisptopenwasserbindungen schaffen- keinesfalls darf der Müll in Pazifikwassser oder Luft gelangen

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