Fukushima aktuell: Verdacht auf Preisdumping bei Lebensmitteln

Fukushima aktuell: Verdacht auf Preisdumping bei Lebensmitteln

Ausnutzung von Finanzhilfen könnte Hintergrund sein

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Artikelbild - Lebensmittelauswahl in Tokyo (Foto: Copyright by KJ)
Präfektur Fukushima: Prüfung der niedrigen Produktpreise geplant (Symbolfoto, Copyright by KJ)

Anders als etwa die Ausbeutung von Arbeitskräften und der Missbrauch von Finanzhilfen, ist der Verdacht auf vorsätzliches Preisdumping bei Lebensmitteln aus Fukushima heute das erste Mal ein Thema unserer  Fukushima News.

Hintergründe zu diesem Verdacht, sowie weitere Neuigkeiten gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. Februar 2017.

der Missbrauch Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Untersuchung von Niedrigpreisen bei bei Fukushima-Lebensmitteln geplant
  • Pressekonferenz zum weiteren Vorgehen in Reaktor 2 angekündigt
Untersuchung von Niedrigpreisen bei bei Fukushima-Lebensmitteln geplant

Sechs Jahre nach der AKW-Katastrophe sind die Preise für Lebensmittel und andere landwirtschaftliche Produkte aus der Präfektur Fukushima immer noch nicht auf dem alten Niveau. Jetzt prüft die Regierung, ob vorsätzliches Preisdumping vorliegt.

Trotz der Strahlungskontrollen der Produkte, bei denen die Belastung mittlerweile so niedrig ist, dass oft nicht einmal mehr der Nachweiswert erreicht wird, sind Fleisch und Reis aus der Präfektur immer noch rund zehn Prozent billiger, als der Landesdurchschnitt.

Die Behörde für Wiederaufbau will die Preise der Großhändler prüfen und vermutet, dass einige Großhändler das Entschädigungssystem für Landwirte zu ihren Zwecken ausnutzen und auf diese Weise verbilligt Waren einkaufen können.

Landwirte haben ein Anrecht darauf, dass die Differenz zwischen dem jetzigen Preis und dem Preis vor der AKW-Katastrophe durch Entschädigungszahlungen ausgeglichen werden.

Wenn ein Großhändler das Produkt also zum Niedrigpreis kauft, bekommt der Landwirt die Differenz ausgeglichen. Er erhält somit den ursprünglichen Preis – und der Großhändler profitiert vom niedrigen Einkaufspreis für ein Produkt, dass er günstig anbieten kann.

Um diesem Missbrauch entgegen wirken zu können, wird eine Anpassung des entsprechenden Gesetzes erwogen. Die geltenden Regelungen sollen dann um Untersuchungen zur Ermittlung der Hintergründe ergänzt werden.

Meist werden die Verbraucherängste als Grund für das niedrige Preisniveau genannt – die Untersuchungen sollen die tatsächlichen Zusammenhänge zwischen Einkaufspreis in Fukushima und Verkaufspreis im Einzelhandel ermittelt werden.

Über den Verdacht auf vorsätzliches Preisdumping bei Fukushima-Produkten berichtete die Asahi Shimbun unter Berufung auf namentlich ungenannte Quellen.

Pressekonferenz zum weiteren Vorgehen in Reaktor 2 angekündigt

Am heutigen Mittwoch gab der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi bekannt, dass man intern über den Einsatz des Skorpionroboters zur Untersuchung des Sicherheitsbehälters von Reaktor 2 diskutiert habe.

Möglicherweise könnte der Einsatz bereits morgen erfolgen, doch über das genaue Vorgehen soll zuvor eine Pressekonferenz informieren und bereits vorab erste Möglichkeiten zur Klärung von Fragen bieten.

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