Fukushima aktuell: Verformungen an Brennelementen in Reaktor 3 entdeckt

Fukushima aktuell: Verformungen an Brennelementen in Reaktor 3 entdeckt

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 3: Aufnahme der Brennelemente im Abklingbecken am 4. August 2015 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Aufnahme von Trümmern im Abklingbecken am 4. August 2015 (Foto: TEPCO)

Während der Tod eines AKW-Arbeiters bislang ungeklärt ist, gibt es nach der Trümmerräumung in Fukushima heute eine neue, unangenehme Entdeckung zu melden. Details der Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 4. August 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Schäden an Brennelementen in Reaktor 3 entdeckt
  • Zweites Dachpaneel an Reaktor 1 entfernt
  • NRA bestätigt Nutzung von Eiswall

Schäden an Brennelementen in Reaktor 3 entdeckt: Nach der Großbergung der Trümmer einer Brennelemente-Wechselmaschine in Reaktor 3, entdeckten Kraftwerksarbeiter nun Beschädigungen an den darunter befindlichen Brennelementen.

Die am heutigen Dienstag um 9:05 Uhr durchgeführte Untersuchung mit einer Unterwasserkamera im Abklingbecken für abgebrannte Brennelemente, wies Verformungen an vier Brennelementen auf.

Fukushima-Reaktor 3: Trümmer im Abklingbecken am 4. August 2015 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Trümmer im Abklingbecken am 4. August 2015 (Foto: TEPCO)

Ein Brennelement besteht aus mehreren Brennstäben, die in einem Mantel aus Metall gebündelt werden.

Sowohl an der Ummantelung, als auch an den Transportgriffen für den Kran wurden Deformierungen nachgewiesen.

Derzeit ist noch unklar, ob die Beschädigungen weitreichend genug sind, um die künftige Bergung der Brennelemente zu behindern.

Sowohl die Werte der Umgebungsradioaktivität, als auch das Strahlungsniveau im Becken, wiesen nach der Bergungsaktion keine signifikanten Abweichungen auf.

Dies deutet darauf hin, dass die Brennstäbe selbst nicht beschädigt wurden. Über den Fund der Deformierungen an den Brennelementen berichtete neben TEPCO auch die NHK und Präfekturmedien.

Zweites Dachpaneel an Reaktor 1 entfernt: Drei Tage nach der Entfernung des ersten Schutzmantel-Dachpaneels an Reaktor 1, meldete TEPCO, auch das zweite Teil der Dachkonstruktion sei erfolgreich entfernt worden.

Die um 6:20 Uhr begonnenen Arbeiten konnten nach etwa fünf Stunden Arbeit, die ohne Zwischenfälle verliefen, um 11:20 Uhr beendet werden.

Ein Anstieg der Umgebungsradioaktivität wurde nicht festgestellt. Als Sicherheitsmaßnahme hatte das Unternehmen zuvor ein Bindemittel gegen den radioaktiv belasteten Staub unter die Konstruktion gesprüht.

Das Dach des Schutzmantels soll entfernt werden, um dort die Beseitigung von Trümmern und in ferner Zukunft die Bergung von Brennelementen zu ermöglichen. Über die Maßnahme berichteten Präfekturmedien.

NRA bestätigt Nutzung von Eiswall: Japans Atomaufsichtsbehörde NRA hat die dauerhafte Schaffung der Grundwasserbarriere um die Reaktorgebäude 1 bis 4 zugestimmt.

Nachdem die Arbeiten am Eiswall auf der Landseite im Juni angelaufen waren, sind mit der Entscheidung vom vergangenen Freitag nun auch die Pläne für den Küstenabschnitt genehmigt.

Voraussetzung für die Erlaubnis war die Verpflichtung, den Grundwasserstand durch Hinzufügung von Wasser aus Brunnen, die an den Reaktorgebäuden gegraben werden, zu kontrollieren.

Der Eiswallplan sieht vor, durch einen unterirdisch verlegten Kreislauf aus Rohren eine Kühlflüssigkeit zirkulieren zu lassen und das umgebende Erdreich zu einer natürlichen Grundwasserbarriere zu machen.

Die Barriere um die Reaktorgebäude soll die Kontamination durch radioaktives Wasser, das aus den Untergeschossen in den Boden gelangt, und die Vermischung mit heranströmendem Grundwasser verhindern.

Einwohner sehen das Projekt kritisch, bedeutet dies doch, dass Grundwasser vom Kraftwerksgelände in den Pazifik verklappt werden muss, obwohl etwa die Filterung von Tritium bislang nicht möglich ist.

Kritiker bemängeln zudem, derartige Projekte habe es bislang nur in kleinem Maßstab gegeben, das Verfahren sei nicht auf Langzeitbetrieb ausgelegt und es bestehe das Risiko durch Schäden bei Erdbeben.

Auf der Landseite ist die Grundwasserbarriere bereits vorbereitet, auch wenn man anfangs bei ersten Testgefrierungen mit Temperaturproblemen zu kämpfen hatte. Über die Genehmigung berichtete die NHK.

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