Start Aktuelles Fukushima aktuell: Verklappung trotz ungeklärten Algenbefalls fortgesetzt

Fukushima aktuell: Verklappung trotz ungeklärten Algenbefalls fortgesetzt

2843
0
TEILEN
Artikelbild - AKW Fukushima: Eine Pumpe des Grundwasserumleitungsprojekts am 9. April 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Hoher Tritiumwert an Grundwasserpumpe nachgewiesen (Pumpenfoto: TEPCO)

TEPCO lässt sich von einem ungewöhnlichen Fund nicht weiter beeindrucken, sondern führte am AKW Fukushima heute regulär die Arbeiten weiter. Zu den Fukushima News gehören jedoch auch Pläne für Filteranlagen, sowie geklärte und ungeklärte Probleme. Einzelheiten nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 23. Oktober 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Trotz ungeklärten Algenbefalls gehen Verklappungen weiter
  • ALPS-Einheit soll wieder in Betrieb gehen
  • Ursache für Messpostenausfall geklärt
  • Industrieminister will um Sendai-Neustart werben
  • TEPCO fordert  Rückzahlung von Entschädigungsleistungen
  • Anstieg radioaktiven Materials in Regenwasser

Trotz ungeklärten Algenbefalls gehen Verklappungen weiter: Obwohl am 15. Oktober an mindestens einem der Brunnen, die zum Heraufpumpen des Grundwassers aus den Bergen dient, eine „große Menge“ bislang nicht identifizierten Materials heraufgepumpt wurde, werden die Arbeiten fortgeführt.

Der Fund vergangener Woche, bei dem es sich nach Angaben von TEPCO vermutlich um Algen handelt, war erst am Dienstag bekannt gegeben worden. Als Begründung für die späte Meldung erklärte der Kraftwerksbetreiber, man sei zu sehr mit Arbeiten und der Planungen von Gegenmaßnahmen beschäftigt gewesen.

Weitere Angaben zu der algenartigen Substanz im Grundwasserbrunnen machte das Unternehmen nicht und führte heute stattdessen eine weitere Verklappung durch, so dass im Rahmen der Grundwasserumleitung eine Gesamtmenge von 1.638 Tonnen sauberen Grundwassers in den Pazifischen Ozean eingeleitet wurde.

Bei der Maßnahme, die zwischen 10:10 Uhr und 16:40 Uhr erfolgte, sind nach Darstellung von TEPCO keine Probleme aufgetreten.

ALPS-Einheit soll wieder in Betrieb gehen: Wie gestern angekündigt, plant der Kraftwerksbetreiber TEPCO für heute die Wiederaufnahme einer Einheit des Multinuklid-Filtersystems. Die ALPS-Einheit B war Ende September gestoppt worden, nachdem Eintrübungen des Wassers auf eine mangelnde Filterleistung schließen ließen.

AKW Fukushima: Überwachung des Multinuklid-Filtersystems ALPS am 27. März 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Hoffnungen auf ALPS-Komplettbetrieb (Foto: TEPCO)

Durch Untersuchungen konnte TEPCO  nun auch die Ursache für den Zwischenfall ausmachen. Demnach waren Wasserdruck und die Verformung eines Bauteils ursächlich an der Hemmung der Filterleistung. Nach dem Austausch des betroffenen Bauteils waren die Bedingungen für einen Neustart geschaffen. Anders als bei Zwischenfällen zuvor war keine Versprödung des Materials aufgrund der Radioaktivität aufgetreten.

Sollte der Neustart gelingen und keine weiteren Probleme auftreten,, könnten erstmals alle drei Einheiten des bisherigen ALPS, als auch die neue ALPS-Anlage und die Hochleistungs-Anlage in einem gemeinsamen Testbetrieb laufen. Eine Vorstellung der neuen ALPS-Anlagen hatte TEPCO bereits zuvor durchgeführt.

Ursache für Messpostenausfall geklärt: Vergangene Woche berichteten wir über den Ausfall eines Strahlungsmesspostens am Westtor der Kraftwerksanlage. Die übrigen Messungen hatten dagegen keine Abweichungen ergeben.

Den nun vorliegenden Untersuchungsergebnissen zufolge, handelt es sich bei der Ursache um eine einfache Trennung am Verbindungsstück der Datenleitung. Nach einem Test am Dienstag konnte eine korrekte Erfassung der Messwerte festgestellt werden.

Industrieminister will um Sendai-Neustart werben: Nach dem kürzlichen Rücktritt seiner Vorgängerin Obuchi, plant Japans neuer Industrieminister Yoichi Miyazawa einen Besuch der Präfektur Kagoshima.

Der für den Beginn des kommenden Monats geplante Besuch ist Teil einer Kampagne, dass Vertrauen der Präfektureinwohner für den Reaktorneustart am AKW Sendai zu erhalten. Auch die Präfekturleitung hatte um die Überzeugungsarbeit der Regierung gebeten, um die Besorgnis der Anwohner des Kernkraftwerks ausreichend zu zerstreuen.

Die beiden Reaktoren gelten nach einer ersten Prüfung durch die Atomaufsicht NRA nach den verschärften Sicherheitsbestimmungen von 2012 als aussichtsreichste Neustartkandidaten der Anlage. Das berichtete die Kyodo und beruft sich dabei auf mit der Angelegenheit vertraute Qellen.

TEPCO fordert  Rückzahlung von Entschädigungsleistungen: Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi fordert von einer jungen Frau eine teilweise Rückzahlung von Geldern, die sie als Entschädigung für die Flucht nach der Kraftwerkskatastrophe erhalten hatte.

Japanische Yen-Banknoten (Foto: pd)
TEPCO fordert Gelder von Evakuierten zurück (Symbolfoto: pd)

Als Begründung der etwa neun Millionen Yen nennt der Elektrizitätsanbieter den Umstand, dass sich nach der Flucht und dem Besuch einer Schule außerhalb der Präfektur auch ihre Wohnanschrift geändert habe. Daher sei sie zu einer Teilrückzahlung der insgesamt 16 Millionen Yen verpflichtet.

Die Betroffene widerspricht der Forderung und erklärte, die fehlende Aussicht, jemals wieder nach Hause zurückkehren zu können, stelle eine anhaltende psychische Belastung dar, die eine finanzielle Wiedergutmachung rechtfertige.

Derzeit hat das Unternehmen keine festgelegten Richtlinien für Entschädigungszahlungen und trifft lediglich Einzelfallentscheidungen aufgrund von Anträgen. Es handelt sich nach Meldung der Mainichi Shimbun um die erste Forderung gegen eine Person, die nicht Angehörige eines Mitarbeiters ist.

Dagegen ist es nicht neu, dass TEPCO eine Rückzahlung von Entschädigungsleistungen verlangt, oder Zahlungen kürzt. TEPCO-Mitarbeitern wurden bereits 2011 Leistungen gekürzt und im Januar 2014 hatte der Kraftwerksbetreiber TEPCO die Rückzahlungsforderungen verteidigt.

In der Vergangenheit war der Versuch von TEPCO, einer Frau die Leistungen zu entziehen, da sie einen Mann außerhalb der Sperrzone geheiratet habe und ihr Einkommen daher gesichert sei, von den Behörden als nicht zulässig eingestuft und die Zahlung wieder aufgenommen worden.

Anstieg radioaktiven Materials in Regenwasser: Die nachgewiesene Konzentration von radioaktivem Cäsium aus Regenwasser, dass sich in den Untergeschossen der Turbinengebäude von Reaktor 1 angesammelt hat und auf der Küstenseite auch Verbindung zum Meer haben könnte, schnellt weiter in die Höhe.

So stieg der Cäsiumwert auf 160.001 Becquerel pro Liter und damit um den 83-fachen Wert der zuvor gemessenen 1.920 Becquerel. Der aktuelle Wert von 160.001 gliedert sich dabei in Cäsium-134 bei 40.001 Becquerel und Cäsium-137 bei 120.000 Becquerel.

TEPCO betrachtet den Anstieg zwar weiterhin als Folge der Taifunsaison, prüft jedoch auch, ob es eine weitere Quelle für die zunehmende Kontamination gibt. Zuvor waenr bereits an den Grundwassermessposten auf der Küstenseite hohe Werte aufgetreten. Das berichtete die Kyodo.

Das Unternehmen bemüht sich darum, die Belastung innerhalb des Hafenbereichs möglichst gering zu halten und sichert entsprechende Zuleitungen  dorthin ab. Gleichzeitig versucht man, den Hafen so weit wie möglich vom übrigen Meer abzuschotten um eine weitreichende Kontamination zu verhindern.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here